BI-Firma JasperSoft verstärkt europäisches Engagement

Wissen | Reportage

Mit einer lokalisierten Version seiner Software und einem neuen Büro in Paris wagt sich der US-amerikanische Anbieter quelloffener Business-Intelligence-Software weiter auf den europäischen Markt.

Jaspersoft-CHEF Brian Gentile (Bild: Jaspersoft)

heise open: Welche Neuigkeiten bringt Jaspersoft speziell für den europäischen Markt?

Brian Gentile: Wir haben vor drei Monaten die Version 3.0 unserer Business-Intelligence-Suite veröffentlicht und bringen jetzt die deutsche, französische und spanische Version auf den Markt. Für die Zukunft planen wir weitere Sprachen.

heise open:Wie viele JasperSoft-Anwender gibt es derzeit und welche Rolle spielt Deutschland?

Brian Gentile: Insgesamt verzeichnen wir bisher sechs Millionen Downloads weltweit, ein Drittel davon aus Europa. Deutschland nimmt unter den europäischen Ländern die Spitzenposition ein, gefolgt von Frankreich und England. Beinahe noch wichtiger ist, dass wir die deutsche Community als eine der aktivsten weltweit erleben. Zudem wächst die Zahl kommerziellen Kunden in Europa überproportional.

heise open: Das ist vermutlich der Grund für Ihr verstärktes Engagement in Europa?

Brian Gentile: Ja, wir eröffnen jetzt ein Büro in Paris, das unser europäisches Hauptquartier in Dublin verstärken wird. Auch in Deutschland wollen wir ein Büro eröffnen, für das wir im Verlauf der nächsten Monate nach Mitarbeitern suchen.

heise open: Sie betreiben einen Spagat zwischen Open-Source- und kommerziellen Produkten. Wie viele zahlende Kunden haben Sie und was sind die Unterschiede zwischen der freien und der kommerziellen Version?

Brian Gentile: Derzeit haben wir etwa 9000 kommerzielle Kunden weltweit, von denen immer mehr nicht nur Einzelprodukte, sondern die komplette Suite kaufen. Unsere Kunden können die Jaspersoft-Produkte als kostenlose Community Edition unter der GPL-Lizenz oder als Professional Edition unter einer kommerziellen Lizenz mit uneingeschränkten Redistributionsrechten und erweiterten Funktionen erwerben. Funktional gibt es die größten Unterschiede bei unserem Berichtsserver "JasperServer", der in der neuen Version 3.0 eine Metadaten-Management-Ebene nur in der kommerziellen Variante besitzt. Diese semantische Ebene abstrahiert die Datenobjekte auf eine Business-Terminologie, mit der auch Benutzer ohne technische Kenntnisse komplexe Berichte erstellen können.

heise open: Was bedeutet die Erweiterung der Partnerschaft mit der französischen Firma Talend?

Brian Gentile: Das quelloffene Daten-Integrationswerkzeug Open Studio von Talend vertreiben wir bereits seit zwei Jahren als JasperETL mit einem angepassten Interface. Talend erstellt nun in Zusammenarbeit mit uns eine Version, die speziell auf Jaspersofts Business-Intelligence-Kunden zugeschnitten ist.

heise open: Planen Sie nun auch eine OEM-Version von Talends neuem Analyseprodukt Open Profiler?

Brian Gentile: Den Open Profiler vertreiben wir zwar als Wiederverkäufer, haben aber keine spezielle OEM-Version in Planung.

heise open: Wie geht es weiter in der Entwicklung der Jaspersoft-Produkte? Was ist ihr derzeitiger Entwicklungsschwerpunkt?

Brian Gentile: Momentan konzentrieren wir uns stark auf eine verbesserte Visualisierung mit übersichtlicheren und zugleich schickeren Berichten und Charts. Außerdem arbeiten wir an In-Memory-Analysen für Kunden, die auf ein Data Warehouse, das oft das teuerste Element einer BI-Anwendung ist, verzichten wollen oder müssen. Auf diese Weise wollen wir eine ganz neue Kundenschicht für Business Intelligence gewinnen.

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