Bei Wind und Wetter: robuste Outdoor-Smartphones

Bei Wind und Wetter: robuste Outdoor-Smartphones

Test & Kaufberatung | Test

Ob beim Segeltörn, auf der Baustelle oder bei der Everest-Besteigung: Wer unter extremen Bedingungen trotzdem nicht auf das Handy verzichten möchte, kann auf Outdoor-Smartphones zurückgreifen.

Bei wem Dreck und tiefe Pfützen Teil der Arbeit oder Freizeitgestaltung sind, wird sich kaum auf das teure Risiko einlassen, ein iPhone oder Galaxy S mitzunehmen. Sonst ist man schnell Stammgast im Handy-Reparatur-Shop. Auf der Baustelle und im Wald greift man also besser zu hartgesottenen Kandidaten: Outdoor-Smartphones sind dafür gemacht, Stürze, ungewollte Tauchgänge und Schlammbäder zu überstehen. Am Abend wäscht man sie einfach unter dem Wasserhahn ab und nutzt sie auf der Couch wie ein herkömmliches Gerät. Dank Android können sie auf das gleiche App- und Medienangebot zugreifen wie die zerbrechlichen Geschwister.

Zur Abendgarderobe passen die sichtbar robusten Geräte nicht. Dicke Gummipolster, auffällige Schrauben und Military-Look tragen ihre Fähigkeiten nach außen. Dafür sind sie praktisch und liegen selbst mit Handschuhen gut in der Hand. Eine Extra-Taste ist bei fast allen Geräten frei belegbar und kann zum Beispiel als Kameraauslöser nützlich sein.

Grundsätzlich fallen die Geräte etwas dicker und schwerer aus als herkömmliche Modelle. Grund sind neben größeren Akkus und besserer Polsterung auch interne Verstärkungen, die bei einem Sturz die Hardware im Inneren schützen. Die Geräte wiegen zwischen 170 und 230 Gramm und sind auch dank ihrer Dicke eher was für Arbeits- als Anzughosen.

Unter der Haube gibt es vorwiegend Standardkost. Die günstigeren Geräte nutzen Vierkern-Prozessoren, für erheblich mehr Geld erhält man doppelt so viele. Höchstleistungen kann man von den Outdoor-Smartphones nicht erwarten – zum einen, weil die Akku-Laufzeit hier deutlich mehr zählt als die Performance, zum anderen würden High-End-Chips hinter der dicken Schutzkleidung auch mächtig warm. Dafür sind die Laufzeiten überdurchschnittlich gut, gerade im Vergleich zu ähnlich teuren Smartphones.

Outdoor-Smartphones im Test (5 Bilder)

Cat S60

Cat hat sich beim S60 ein paar clevere Besonderheiten für den Outdoor-Einsatz einfallen lassen: Das Gerät übersteht bis zu 5 Meter tiefe Tauchgänge. Beim Gehäuse zielt alles auf Robustheit, leichte Bedienbarkeit und etwas Schick. Alle Knöpfe lassen sich auch mit Handschuhen ertasten. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Wärmebildkamera des Herstellers Flir.

Das Cat S60 im heise Preisvergleich

Wo herkömmliche Smartphones garantiert einen Display-Schaden davontragen, bleiben die Outdoor-Smartphones fast unversehrt. Selbst nach dem Sturz aus über 1,2 Meter Höhe bleiben die Bildschirme intakt, vereinzelt kann es jedoch mal kleine Dellen geben. Auch gegen Schrammen ist letztendlich kein Gerät geschützt, egal ob Gummi oder Metall. Einige Hersteller bieten aus diesem Grund auswechselbare Teile an.

Um die Display-Seite zu schützen, stehen die meisten Gehäuseseiten leicht über das Display hinaus. Wird es nicht allzu uneben, kann das Smartphone auch mal ohne eine bleibende Erinnerung über den Boden schleifen. Gegen einzelne Steine hilft das nicht; deswegen verwenden fast alle Hersteller bruchfestes Gorilla Glass.

Auch gegen gelegentliches Abtauchen sind die robusten Smartphones geschützt. Fast alle von ihnen dürfen dank der Kennzeichnung mit IPX8 dauerhaft in über 1 Meter Wassertiefe untertauchen. Ein weiterer Vorteil der Outdoor-Geräte: Die Hersteller garantieren die Funktion auch bei sehr niedrigen und hohen Temperaturen. Mindestens –20 und +50 Grad Celsius erlauben die meisten.

Die Bedeutung der verschiedenen Schutzklassen erklärt der c't-Beitrag:

Wer auf seiner Wanderung den Sonnenuntergang dokumentieren will, sollte eine zusätzliche Kamera einpacken. Die Kameras der Outdoor-Smartphones erfüllen ihren Zweck eher nur tagsüber: Wenn die Sonne scheint, kommen Schnappschüsse gut rüber. Bei schwierigen Lichtverhältnissen rauschen die Aufnahmen. Auch mangels Stabilitätssensoren verwackeln sie generell häufig.

Beim Navigieren schlagen sich die Geräte insgesamt gut. Ausreichend Satelliten und ein Fix sind unter freiem Himmel schnell gefunden und die Koordinaten ausreichend genau. Außer GPS unterstützen fast alle Geräte GLONASS, einige auch Beidou. Hier wird vielen Geräten die veraltete Hardware zum Verhängnis. Einen Kompass hat fast jedes Gerät, im Ernstfall sollte man sich aber auf diesen kaum verlassen.

Wer sich nur gelegentlich in fröhliche Abenteuer stürzt, möchte unter Umständen nicht täglich mit einem klobigen Smartphone rumlaufen. Für die einmalige Nutzung oder den regelmäßigen Sommerurlaub eignen sich Schutzhüllen, die deutlich preiswerter sind. Abseits von einfachen Gummirahmen und Designerhüllen – die maximal Schutz gegen Kratzer und leichte Stöße bieten – gibt es immer mehr Schutzhüllen, die ein herkömmliches Handy auch bei Stürzen auf Stein und Beton sowie gegen schädliche Einflüsse wie Schmutz, Staub und eindringendes Wasser schützen. Aus den zart besaiteten Schönlingen werden damit echte Naturburschen.

Outdoor-Hüllen für Smartphones (7 Bilder)

Aquapac Phone Unterwassergehäuse

Durch die einfache Handhabung und das angenehme Material sind die Aquapac Unterwassergehäuse auf der Kanu-Tour ein praktischer Begleiter. Sie bieten jedoch keinen Schutz vor Stößen.

Aquapac Phone Unterwassergehäuse im heise Preisvergleich

Keine Frage, Outdoor-Smartphones sind hart im Nehmen. Auch wenn es hier und da mal kleinere Schrammen gibt, halten sie aus, wofür sie gebaut sind: Stürze auf Steinböden, Matschbäder und Pfützentauchen. Dazu kommen echte Langläuferqualitäten. Wirklich sinnvoll sind die Geräte aber trotzdem nur, wenn man sie regelmäßig beim Sport oder im Beruf braucht. Sonst sind sie zu schwer, zu dick und zu umständlich mit all den Klappen. Vor dem Kauf sollte man sich daher gut überlegen, ob eine Schutzhülle das eigene Smartphone nicht ausreichend nachrüsten kann. (hcz)

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