Brombeerinsel [Update]

Erste Eindrücke von RIMs Blackberry-Tablet Playbook

Wissen | Know-how

In USA ist das Blackberry-Tablet Playbook mittlerweile verfügbar, in Deutschland noch nicht. In unserem ersten Test zeigte RIMs erster Versuch, die Vorzüge des Blackberrys aufs größere Format zu übertragen, Ecken und Kanten.

Knapp acht Monate ist es her, dass Research in Motion (RIM) sein Tablet vorstellte, nun hat ein US-Exemplar des Blackberry Playbook den Weg zu heise mobil gefunden. In Deutschland ist es noch nicht verfügbar, einen Veröffentlichungstermin hat RIM noch nicht genannt.

Als das Sieben-Zoll-Tablet vor sechs Wochen in USA erstmals verkauft wurde, musste RIM viel Kritik einstecken und erntete nur wenig Lob. An den Kritikpunkten hat sich seitdem wenig geändert, vor allem fehlen Anwendungen – das Playbook hat nicht einmal eine eigene E-Mail-App. Und das laut RIM mit gutem Grund, denn das Tablet ist nicht als eigenständiges Produkt konzipiert, sondern soll ein Begleiter der Blackberry-Smartphones sein.

Bei diesem Konzept dreht sich alles um die Sicherheit. Unternehmensdaten sollen auf dem Blackberry liegen, Multimedia-Daten und private Apps auf dem Playbook. Die Brücke schlägt ein Programm mit dem sinnigen Namen Blackberry Bridge, das auf dem Blackberry aus der App World installiert werden muss. Auf dem Playbook ist es vorinstalliert, man findet es in den Einstellungen.

Bridge nutzt eine verschlüsselte Bluetooth-Verbindung, um E-Mails, Kalender, Kontakte, Aufgaben und Memos des Blackberry auf dem Playbook darzustellen. Außerdem kann der Anwender den Blackberry Messenger nutzen und auf Dateien der SD-Karte des Mobiltelefons zugreifen. Der Bridge Browser schließlich erlaubt den Zugriff auf firmeninterne Websites über den Enterprise Server.

Trennt man die Verbindung zwischen Blackberry und Playbook, dann werden sämtliche Bridge-Anwendungen gesperrt und es erscheint nur ein Schloss auf schwarzem Hintergrund. Datenreste befinden sich nicht auf dem Playbook, denn die Bridge-Anwendungen zeigen sie lediglich an, Speicherung und Bearbeitung finden ausschließlich auf dem Mobiltelefon statt. Das Playbook leiht dem Smartphone gewissermaßen seine Bedienoberfläche und seinen größeren Bildschirm. Mit dieser strikten Abschottung der Firmendaten will RIM das Playbook in sicherheitsbedachten Unternehmen einsetzbar machen.

Die aktuellen Playbooks haben keine eigene Mobilfunkverbindung, Versionen mit UMTS und LTE hat RIM für einen späteren Zeitpunkt versprochen. Sie kommen daher nur per WLAN oder Bluetooth ins Internet. Die Bluetooth-Verbindung läuft über das Modemprofil, das unter anderem die Blackberry-Smartphones beherrschen; die Verbindung läuft dabei nicht über die Blackberry-Infrastruktur, sondern direkt über den Mobilfunkprovider. Dessen APN muss man am Playbook einstellen, wobei ein eingebautes Tool hilft, das die APNs vieler Provider kennt, darunter schon in der US-Version die der meisten deutschen. Wir haben das mit web.vodafone.de erfolgreich getestet. Man beachte an dieser Stelle jedoch die Fallstricke in den Verträgen mit dem Provider, der sich dieses Tethering mittlerweile gerne extra entlohnen lässt.

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