CD Workshop

Audio grabben unter Windows 95

Wissen | Hintergrund

Wenn CD-ROM-Laufwerke den RAW-Modus beherrschen, lassen sich Tracks von Audio-CD mit Hilfe sogenannter 'Grabber' direkt als Wave-Datei auf die Festplatte übertragen. CD Worx stellt das wohl bisher gelungenste Tool seiner Art dar.

Software zum Audio-Grabben steht in großer Zahl als Freeware zur Verfügung. Doch laufen diese Programme größtenteils unter DOS, besitzen kein oder nur ein spartanisches Benutzerinterface und stellen in Sachen Performance und Zuverlässigkeit nicht immer die erste Wahl dar.

Da kommt CD Worx als moderner 32 Bit multithreaded Grabber in je einer Version für Windows 95 und NT gerade recht. Es fungiert derzeit als Musterbeispiel, wie ein Grabber bedienungsfreundlicher nicht sein kann. Allerdings arbeitet es derzeit nur über MSCDEX, der Autor verspricht jedoch in Kürze eine Erweiterung auf die mehr hardwarebezogenen Modi ATAPI und SCSI, um eine noch größere Zahl an Laufwerken zum Grabben zu bewegen.

CD Worx bietet ein Lesen der Sektoren sowohl im cooked (Daten) als auch im RAW-(Audio)Modus, einen Hex-Viewer, eine ausgereifte Unterstützung der Zwischenablage, Kontextmenüs über die rechte Maustaste sowie vollständiges Drag and Drop. Highlight des Programmes ist jedoch die durchdachte Art der Auswahl des zu grabbenden Materials. In der Dialogbox 'Read CD Digital Audio' arbeitet man zunächst über eine einfache Trackliste. Hier lassen sich eines oder mehrere Stücke markieren und sofort in einem Rutsch übertragen. Per langsamen Doppelklick auf den Tracknamen ist dieser auch veränderbar, er taucht später automatisch im Windows-eigenen CD-Player auf, da CD Worx die gleiche Trackliste verwendet.

Wie im Bild zu sehen, ist aber auch ein Samplen nur bestimmter Teile sehr einfach. Der integrierte Player ermöglicht ein Vorhören des gewählten Bereiches, den man mittels Button 'Begin/End' während des Abhörens einstellen kann. Über den unteren Schieber scrollt man schnell durch den gesamten Track. Zur exakten Definition des Ein- und Ausstiegs dient der Loopmode sowie die Einstellung der Länge des abgespielten Anfangs und Endes. Ein fünfminütiges Stück muß man also nicht komplett durchhören, um Anfang und Ende des zu grabbenden Bereiches festzulegen, und auch einzelne Samples im Sekundenbereich lassen sich exakt definieren. Die hier eingestellten Zeiten überträgt die rechte Maustaste per 'Pick up times' in das Fenster 'Red Book'. Anfangs- und Endzeit sind dann - auch während der Loop-Modus den Bereich ständig abspielt - per Maus oder Eingabe auf bis zu 1 Frame (13 ms) genau definierbar.

Fortgeschrittene können sich problemlos anzeigen lassen, was und wohin bei selbstgebrannten CDs geschrieben wurde. Beispielsweise läßt sich die TOC wie die FAT einer Festplatte betrachten. Noch spezieller wird es beim Lesen von Daten-CDs im RAW-Modus, dann zeigt der Viewer unter anderem die ECCs (Error Correction Codes) am Ende jeden Sektors an.

Die Windows NT Version ist zur Zeit einmalig. CD Worx benutzt reine NT-Routinen zum Grabben, arbeitet also treiberunabhängig, und kann daher sowohl in mehrfacher Geschwindigkeit als auch mit geringster CPU-Belastung im Hintergrund arbeiten (immer vorausgesetzt, das ver- wendete CD-ROM-Laufwerk spielt mit).

CD Worx ist in Sachen Bedienung der zur Zeit beste Audiograbber. Mit den in Kürze zu erwartenden erweiterten Modi dürfte sich das Programm auch in Sachen Kompatibilität an die Spitze katapultieren. Die recht rigorose Shareware-Einschränkung, eingelesenes Material nicht als Wave-Datei speichern zu können, muß man dem Autor angesichts des günstigen Preises und der bekanntermaßen wenig zahlungsfreudigen Zielgruppe verzeihen. (bb)


CD Worx 95 (cdw9521z.zip, Shareware, 10$) ist zum Beispiel über http://www.cyberdyne-software.com/home.html erhältlich. CD Worx NT (cdwnt22z.zip, Shareware, 20$) etwa per http://www.cyberdyne-software.com/home.html.

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