DSL fernkonfiguriert

Autoprovisionierung von Breitbandanschlüssen

Praxis & Tipps | Praxis

Dank TR-069 kommt die Internet-Konfiguration direkt nach dem Einstöpseln in den Breitbandanschluss automatisch in den Router. Viele aktuelle Geräte erlauben es den Nutzern, diese Einstellungen einzusehen, zu erweitern und zu ändern.

Das Geschäft mit breitbandigen Internet-Zugängen brummt. Gegenwärtig besitzen weltweit 200 Millionen Haushalte einen DSL-Breitband-Internet-Zugang, und es werden täglich mehr. Doch DSL-Kunden, die einen neuen Router ohne Weiteres konfigurieren können, sind dabei nur eine kleine Gruppe. Trotz laufend optimierter Benutzeroberflächen oder auch aufs Wesentliche zurückgestutzter Assistenten wirkt die Internet-Einrichtung auf viele Netzwerk-Novizen abschreckend. Und wer VoIP, IPTV oder Video on Demand nutzen und selbst einrichten möchte, muss noch mehr meist humorlose Text-Adventures bestehen.

Deshalb entwickelten Netzbetreiber, Provider und Endgerätehersteller unter dem Dach des DSL-Forums eine Spezifikation für die DSL-Fernkonfiguration (Autoprovisionierung). Sie ist bereits seit Mai 2004 unter dem Namen Technical Report 069 verabschiedet (TR-069 – PDF, 1,7 MByte) und soll den per DSL feilgebotenen Diensten die Mühsal der Einrichtung nehmen und Triple Play den Weg zum Massenmarkt ebnen.

TR-069 beschreibt, wie Konfigurationsdaten von einem Auto Configuration Server (ACS) über einen Breitband-Anschluss in ein Teilnehmergerät (CPE, Customer Premise Equipment) übertragen werden. Deshalb kennt man die Spezifikation auch unter dem Begriff CPE WAN Management Protocol (CWMP). Ein DSL-Provider kann so mit einem ACS herstellerübergreifend alle Breitband-Router von AVM bis Zyxel in seinem Netz mit denselben Verfahren und Methoden konfigurieren und überwachen; prinzipiell lassen sich nahezu alle Router-Funktionen aus der Ferne einstellen. Allerdings wird TR-069 nicht vorausgesetzt; herkömmliche Router lassen sich auf die gleiche Art wie bisher in den Netzen von Providern verwenden, die TR-069 nutzen.

Als Vorbilder sehen die TR-069-Väter analoge Geräte wie das Telefon oder den Fernseher, die der Kunde lediglich mit dem jeweiligen Anschluss verbinden muss. TR-069 verkürzt aber nicht nur die Inbetriebnahme auf wenige, einleuchtende Handgriffe, sondern ermöglicht es dem Provider auch, DSL-Endgeräte zentral zu verwalten und zu aktualisieren.

Doch TR-069 ist nicht unumstritten. Manche Datenschützer befürchten Übergriffe von Strafverfolgungsbehörden auf die Privatsphäre. Bei Einsicht in die Spezifikation erscheinen solche Befürchtungen freilich gegenstandslos, denn die rein über TR-069-Funktionen zugänglichen Benutzerdaten sind nicht brisant; überdies liegt ein Großteil der Verkehrsdaten auf Backbone-Routern der Provider ohnehin unverschlüsselt vor. Anlass zu Kritik gibt es freilich in einigen Bereichen, in denen die Spezifikation zu wenig auf Bedürfnisse der Anwender eingeht.

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