Datenmodell und Protokoll

Autoprovisionierung von Breitbandanschlüssen

Praxis & Tipps | Praxis

Seite 5: Datenmodell und Protokoll

Die herstellerübergreifende Funktionalität gewährleistet TR-069 mit einem einheitlichen Datenmodell. Es besteht aus Name-Wert-Paaren, die als Parameter einem Objekt zugeordnet sind – beispielsweise sind Username und Password für die Internet-Einwahl dem Objekt WANPPPConnection. zugeordnet. Username und Passwort werden in allen TR-069-fähigen Breitband-Routern so adressiert:

InternetGatewayDevice.WANDevice.1.WANConnectionDevice.1.WANPPPConnection.

Objekte sind in einer hierarchischen Struktur angeordnet, in der Objektebenen durch Punkte getrennt sind; das Modell ist dem von SNMP vergleichbar. Insgesamt sind über 480 Parameter definiert. Objekte sind fett und Parameter eingerückt dargestellt:

<b>InternetGatewayDevice.</b>
DeviceSummary
<b>InternetGatewayDevice.DeviceInfo.</b>
Manufacturer
SerialNumber
<b>InternetGatewayDevice.LANDevice.1.LANHostConfigManagement.</b>
DHCPServerEnable
DNSServers
<b>InternetGatewayDevice.LANDevice.1.LANHostConfigManagement.IPInterface.</b>
IPAddress
SubnetMask
<b>InternetGatewayDevice.WANDevice.1.WANConnectionDevice.1.WANPPPConnection.</b>
Username
Password

Sollten einem Router-Hersteller die definierten Parameter nicht genügen, kann er die Liste für sein CPE in Abstimmung mit dem ACS-Hersteller und dem Provider erweitern. So könnte man im ACS und CPE etwa Funktionen für Einstellung und Wartung von Jugendschutzfiltern für die Verwaltung per TR-069 nachrüsten.

Das CPE-WAN-Management-Protokoll setzt auf SOAP auf, um Router-Einstellungen in XML-Objekten vom Auto Configuration Server des Providers zum Router zu übertragen.

Die Übertragung von Konfigurations- und Statusdaten vom CPE zum ACS läuft über das CPE-WAN-Management-Protokoll ab. Manche ACS-Hersteller können dafür auch proprietäre Protokolle einsetzen, für die die CPEs entsprechend adaptiert sein müssen. Die CWMP-Kommunikation basiert auf dem Simple Object Access Protocol (SOAP), das den Austausch von XML-basierten Objekten ermöglicht.

Über SOAP tauschen CPE und ACS Remote Procedure Calls untereinander aus (RPC). Die RPCs sind in Methoden untergliedert. Damit der ACS die Methoden nutzen kann, muss sich das CPE mittels InformRequest zunächst beim ACS anmelden. Jede TR-069-Session beginnt mit dem InformRequest. Mittels der Methode GetParameterNames liest der ACS die Parameterhierarchie ein, GetParameterValues dient zum Lesen der Parameterwerte, SetParameterValues zum Schreiben. Per AddObjekt kann er Objekte hinzufügen, beispielsweise um einen neuen VoIP-Account einzurichten. Per DeleteObjekt entfernt er ein Objekt. Über Download fordert er das CPE auf, ein Firmware-Update zu laden.

Neben den Standard-Methoden gibt es optionale, speziell für die Verwaltung und Konfiguration kostenpflichtiger Dienste entwickelte. Die zugehörigen Einstellungen werden über Vouchers übertragen; diese müssen gemäß dem XML Signature Format signiert sein; es ist also ein zusätzlicher Verschlüsselungs-Layer implementiert, der sich etwa für die Verwaltung von Abonnements eignet. Ein Voucher ist spezifisch für ein bestimmtes CPE und kann nicht von irgendeinem anderen CPE verwendet werden.

SetVouchers erlaubt es, eine Liste von Vouchers zum CPE zu senden; jeder Voucher kann im Voucher selbst genannte Optionen ein- oder ausschalten. Die Optionen können zeitlich befristet sein; nach Ablauf der Frist muss das CPE die Optionen selbst abschalten. Deshalb muss ein CPE, das die Voucher-Option implementiert, auch ein Protokoll zur Zeitsynchronisation beherrschen (NTP oder SNTP). Man unterscheidet übertragbare und nicht übertragbare Optionen – nur übertragbare bleiben beim Wechsel des Providers eingeschaltet, alle übrigen tilgt das CPE nach einem Wechsel. Mittels GetOptions kann der Server den Status solcher Optionen auslesen.

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