Triple-Play-Spezifikationen

Autoprovisionierung von Breitbandanschlüssen

Praxis & Tipps | Praxis

Seite 8: Triple-Play-Spezifikationen

Viele aktuelle DSL-Router bringen eine TK-Anlage für VoIP-Telefonate mit. Deren detaillierte Konfiguration sieht TR-069 aber nicht vor; vielmehr hat das DSL-Forum dafür die SpezifikationTR-104 (PDF, 822 kByte) konzipiert. Damit können Provider VoIP-Konten, Rufnummern für ein- und ausgehende Gespräche oder auch Leistungsmerkmale von Telefonanlagen einrichten oder auch Statistiken abfragen und diverse andere Parameter setzen.

TR-104 kommt im Hinblick auf die Entbündelung von DSL- und Festnetzanschlüssen eine besondere Bedeutung zu. Damit im Rücken, wäre der IP-Telefonanschluss mit einem Handgriff einzurichten und könnte so herkömmliche Festnetzanschlüsse leichter ablösen. Mit TR-069 als zusätzlichen stillen Helfer wird man nach dem Anschluss des Telefons sofort telefonieren können. Ähnlich verhält es sich mit Fernsehbildern, die künftig über IP ins Wohnzimmer gelangen sollen; die eigentlichen Empfänger sind Settop-Boxen und auch für deren Autoprovisionierung hat das DSL-Forum eine Spezifikation in Arbeit. Zurzeit wird sie unter der Bezeichnung Working Text 135 (WT-135) diskutiert.

Fernkonfiguration für das gesamte LAN: Auf der TR-069-Spezifikation fußend entwickelt das DSL-Forum weitere Techniken für die Einrichtung etwa von IP-TV-Empfängern oder VoIP-Telefonen.

Im Heimnetzwerk integrierte Geräte (Home Networking Devices) nutzen den DSL-Router als Internetgateway. Üblicherweise sind Settop-Boxen, VoIP-Endgeräte oder Spielkonsolen über das LAN oder WLAN an den DSL-Router angebunden, bekommen private IP-Adressen und gelangen so nur mittelbar – über die Network Address Translation des Routers – ins Internet (NAT). Der Technical Report 111, "Applying TR-069 to Remote Management of Home Networking Devices" beschreibt, wie der ACS eine Verbindung zu einem Gerät hinter einem NAT-Gateway herstellt (Connection Request).

Daneben hat das DSL-Forum weitere Spezifikationen verabschiedet, die ergänzend zu TR-069 verbindliche Testprozeduren für ACS- und CPE-Hersteller definieren (PD-128) und die Datenmodelle für TR-069-fähige Endgeräte allgemein strukturieren (TR-098 und TR-106) – siehe die Approved Technical Reports des DSL-Forums.

Mit solchen Spezifikationen sind die Eckpfeiler für das Remoteprovisioning im Triple-Play-Szenario gesetzt. Alle haben TR-069 als Grundlage. Es ist zu erwarten, dass in naher Zukunft mit der Verbreitung neuer Dienste im Internet nicht nur der DSL-Router, sondern auch die Geräte im LAN fernprovisioniert werden. Dann gilt: Plug and Play auch für das gesamte Heimnetz, wenn am Eingang dazu ein TR-069-fähiger Router steht.

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