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Regionale Branchensuchdienste finden Unternehmen in Ihrer Nähe

Das Gelbe im Web

Test & Kaufberatung | Marktübersicht

Wer heutzutage noch in den papiernen gelben Seiten nach Firmen sucht, ist selbst schuld. Während man im Druckwerk noch nach der richtigen Rubrik blättert, hat man per Internet-Dienst schon das nächstgelegene Unternehmen gefunden, es gratis angerufen und eine Anfahrtsbeschreibung ausgedruckt - so jedenfalls die Idee.

Aufmacher

Bei der Suche nach einem Shop oder Dienstleister in der Umgebung helfen die Volltextrechercheure von Google, Yahoo und Co. nur sehr beschränkt - vielleicht finden sie bei einer Abfrage der Art „Tischlerei Hannover“ oder „Tierarzt Mellendorf“ ein paar passende Treffer. Da aber nicht jedes Unternehmen eine Homepage besitzt, sind die Ergebnisse mit großer Wahrscheinlichkeit unvollständig.

Geht es um die Recherche nach dem nächstgelegenen Dienstleister oder Händler, müssen auch die Klassiker unter den Branchensuchdiensten, die gedruckten Gelben Seiten, passen - sie verorten die Informationen zwar städteweise, genauer aber nicht. Navigationsgeräte auf der anderen Seite führen zwar zu touristischen Points of interest, also etwa zu Tankstellen oder Sehenswürdigkeiten. Den nächstgelegenen Tischler oder Supermarkt kennen sie dagegen nicht.

Online-Branchenbücher enthalten dagegen Informationen über alle Branchen, bereiten sie regional auf und präsentieren sie dem Benutzer übersichtlich in einer Karte. Wir haben für unsere Übersicht 12 dieser Dienste unter die Lupe genommen, im einzelnen 11880.com, DasÖrtliche, Google Maps Deutschland, meinestadt.de, Goyellow.de, Gelbeseiten.de, Klicktel.de, suchen.de, Telefonbuch.de, Web.de Lokale Suche, Yahoo und YellowMap.

Nur eine intuitiv zu bedienende, übersichtliche Oberfläche führt zum schnellen Sucherfolg. Deshalb sollte der Regional-Suchdienst eine Anfrage mit möglichst wenigen Pflicht-Parametern zulassen: Was suche ich wo, beispielsweise in einem bestimmten Postleitzahlenbereich? Eine erweiterte Suchmaske sollte dann Spezialisierungen gestatten, etwa die präzise Festlegung des Standorts und die Suche mit einem genau umrissenen Radius.

Weil der Nutzer nicht wissen kann, mit welchen Begriffen der Anbieter seinen Datenbestand verschlagwortet hat, muss ihm das Frontend zur Seite stehen. Eine Suche nach dem Begriff „Baumarkt“ darf nicht ergebnislos verlaufen, weil diese Branche „Heimwerkermarkt“ genannt ist. Zumindest ein Schlagwortkatalog sollte also verfügbar sein. Besser noch unterstützt der Dienst seine Nutzer, indem er ihnen interaktiv Alternativvorschläge bei der Branchensuche bietet und so Tippfehlern vorbeugt.

Der beste Datenbestand nutzt nichts, wenn die Suchergebnisse nicht gut sortiert und komplett präsentiert werden. Greift der Anwender auf die Umkreissuche zurück, sortieren die Dienste in aller Regel Treffer nach Entfernung zum Standort, die dann natürlich auch angegeben sein sollte. Hilfreich zur Orientierung ist, wenn die Ergebnisse in einer flott geladenen Landkarte erscheinen. Einige Dienste bieten überdies auf Mausklick hin weitere Informationen, etwa Standorte von Geldautomaten, Tankstellen oder Sehenswürdigkeiten.

Wichtiger ist jedoch, dass der Nutzer in der dargestellten Karte zoomen kann, um sie für die Ausgabe auf den Drucker optimal anzupassen. Die meisten Dienste bieten eine „Ausdruck“-Funktion, die alle Informationen zur Ausgabe auf eine bis zwei Seiten druckoptimiert aufbereitet. Ein Ausdruck enthält idealerweise eine Karte beziehungsweise einen Stadtplan sowie die Adressen der darin enthaltenen Treffer, die Entfernungen und die Telefonnummern.

Die Druckfunktion ist vor allem dann wichtig, wenn der Anbieter keine vernünftige Darstellung auf mobilen Endgeräten ermöglicht. Eigentlich liegt es in der Natur der Sache, dass regionale Suchdienste per iMode oder WAP auf Handy oder PDA zu nutzen sein sollten. Das ist aber längst nicht bei jedem Service der Fall, und wenn ja, dann meist mit eingeschränktem Funktionsumfang. Die WAP-2.0-Versionen der Dienste lassen sich in modernen Browsern wie Firefox oder Opera zunächst zu Hause auf ihre Tauglichkeit für den konkreten Einsatzzweck testen.

Um zu prüfen, wie es um die Qualität der Datenbestände bestellt ist, suchten wir mit jedem der Dienste für zwei Standorte nach Apotheken und Bau- beziehungsweise Heimwerkermärkten in der Umgebung. Ein Ausgangspunkt befand sich in der Innenstadt von Hannover, der andere auf dem flachen Land am Rande der Lüneburger Heide.

Jeder Suchmaschinentreffer wurde validiert. Wo es möglich war, überprüften wir die angegebenen Informationen mit einem Telefonanruf bei der Zieladresse. Zusätzlich fuhren wir mit dem Auto die Routen ab und checkten die Adressen vor Ort. Im Kasten gehen wir näher auf die Fehlerquoten der Dienste ein.

Schnellsuche, Detailsuche, Branchensuche, Umkreissuche, Rückwärtsuche - 11880.com trumpft mit vielen verschiedenen Recherchevarianten auf. Bei der Eingabe der Branche hilft eine JavaScript-Vorschlagsfunktion vorbildlich. Auch die Aufbereitung der Treffer überzeugt. Der Benutzer kann die Ergebnisse nach Belieben sortieren und jedes Unternehmen kostenlos anrufen. Dazu gibt er auf der Website seine Telefonnummer an; 11880.com ruft ihn dann an, um ihn mit seinem Gesprächspartner zu verbinden.

In der Rubrik „Bau- und Heimwerkermärkte“ fand 11880.com auch in der Innenstadt im Umkreis von fünf Kilometern lediglich einen Treffer, wo andere bis zu vier fanden. Weil das offenbar auch der Maschine zu mager erschien, hat sie noch drei weiter entfernte Märkte dazugepackt. Ein kleines Manko: Die Druckansicht zeigt die Entfernungen nicht mit an. Einfach zu bedienen und bis auf die touristischen Zusatzinformationen vollständig dagegen ist das Angebot für mobile Geräte.

Die Daten von DasÖrtliche entstammen größtenteils Telefonbüchern und nicht einem nach Branchen sortierten Verzeichnis. Daher bietet der Dienst keine Hilfe bei der Wahl des Wirtschaftszweigs an, sondern sucht im Volltext der Datenbank nach dem Begriff, den der Benutzer in der Suchmaske eingibt. „Baumarkt“ etwa liefert nur die Unternehmen, die diesen Begriff im Telefonbucheintrag führen. Der erste Treffer, den DasÖrtliche präsentiert, ist daher 6,2 Kilometer entfernt; den lediglich 3,3 Kilometer entfernten Hagebaumarkt findet nur, wer nach „Hagebaumarkt“ sucht. Ein Suchradius lässt sich nicht vorgeben.

Verwirrend: Die Ergebnislisten fassen zu einem Unternehmen gehörende Fax- und Telefonnummern manchmal zusammen, manchmal nicht. Dies sei darauf zurückzuführen, dass Teilnehmer teilweise mit unterschiedlichen Namen und Schreibweisen in die Branchenverzeichnisse eingetragen seien, erklärte Karsten Marquardsen, Geschäftsführer von DasÖrtliche.

Karten zeigt DasÖrtliche nur für einzelne Treffer an. Für den Internet Explorer stellt DasÖrtliche verschiedene Werkzeugleisten bereit, unter anderem mit IT-News von heise online und Zugriff auf Wertpapierkurse bei Onvista. In Firefox bettet sich DasÖrtliche als Such-Plug-in ein. Die Mobilversion bietet annähernd den gleichen Funktionsumfang wie die Web-Version.

GelbeSeiten hat eine sinnvoll gestaltete Eingabemaske. So kann der ortsunkundige Nutzer statt einer Postleitzahl auch einen Stadtteil oder einen anderen markanten Orientierungspunkt - etwa einen Bahnhof oder ein Museum - als Standort angeben. Die Umkreissuche erwies sich als unhandlich: Auf dem Lande fanden wir im 10-km-Radius wenige Ergebnisse, um dann aber in der nächsten Abstufung (25-km-Radius) regelrecht erschlagen zu werden. Die Karten ließen sich mit dem Firefox überhaupt nicht ausdrucken, mit dem Internet Explorer wurde ein wesentlich größerer Auschnitt ausgedruckt als benötigt; eine Adressliste fehlt. Auf Nachfrage erklärte der Betreiber, die beobachteten Probleme seien auf „mittelfristige Softwarefehler” zurückzuführen, die man derzeit behebe.

Auf der GelbeSeiten-Homepage finden sich neben der normalen Branchensuche noch ein „Gesundheits- & WellnessGuide“ und ein „Hotel- & GastronomieGuide“ - beide sind nur von begrenztem Nutzen. Sucht man zum Beispiel nach Restaurants im Postleitzahlgebiet 30625, liefert der Dienst Treffer aus ganz Hannover. Auch hier handle es sich um ein Software-Problem, das zum Erscheinungstermin dieser c't-ausgabe behoben sein soll, erklärte GelbeSeiten. Die PDA-Version bietet - bis auf touristische Points of Interest und ein Telefonbuch - die selben Dienste en miniature.

Die Bedienoberfläche von Googles Branchensuche ist fast so simpel gehalten und einfach zu bedienen wie die der Volltextsuche. Der Benutzer muss nur auf den Reiter „Unternehmen“ klicken und die beiden Felder „Was“ und „Wo“ ausfüllen. In letzterem akzeptiert Google auch komplette Adressen. Die sehr übersichtliche Ergebnisseite präsentiert die - ausschließlich nach Entfernung angeordneten - Treffer-Adressen und eine darauf angepasste Karte nebeneinander. Google schlägt in der Trefferliste von sich aus alternative Branchen vor. Klickt man in der Ergebnisübersicht auf einen Eintrag in der Liste, rückt er in den Kartenmittelpunkt und Google bietet an, eine Wegbeschreibung zu generieren.

Noch in der Druckvorschau kann der Benutzer die Karte anpassen; die Ausdrucke sind ebenfalls vorbildlich übersichtlich. Dafür fehlen nützliche Gimmicks wie die Anzeige von Points of Interest. Die Mobilversion ist ebenfalls sehr simpel gehalten. Ihr Routenplaner generiert keine Karten, sondern textuelle Wegbeschreibungen. Eine kostenlos erhältliche Handy-Software behebt dieses Manko.

GoYellow bietet vielseitige Suchfunktionen. Besonders praktisch ist die Autovervollständigen-Funktion, die bei der Eingabe von Branchen und Straßen hilft. Sucht man nach Apothekennotdiensten, führt diese allerdings nur zu einer Liste in der Regel unbrauchbarer bundesweiter Treffer statt zum GoYellow-eigenen Service, der lokale ärztliche und Apotheken-Notdienste findet. Auf unsere Nachfrage hin bestätigte GoYellow diesen „Defekt”. Er werde in nächster Zeit behoben.

Wie bei meinestadt.de liefert die Umkreissuche bei der Eingabe einer Postleitzahl Ergebnisse für die ganze Stadt. Auf dem flachen Land erwies sich dieses Prinzip als unbrauchbar - wir erhielten keinen einzigen Treffer einem definierten 10-km-Radius.

Mit einem Mausklick stellt GoYellow eine Telefonverbindung zu einem Unternehmen her. Die Karte ist übersichtlich, lädt aber sehr zäh. Hier kann der Benutzer nach so vielen Themen gefächert interessante Punkte einblenden lassen wie bei keinem anderen Dienst, von Kindergärten über Modeläden bis hin zu Schwimmbädern.

Als einziger Dienst gibt klicktel Hinweise auf das Alter des Datenbestands: Innerhalb des letzten halben Jahres überprüfte Informationen erscheinen in der Trefferliste farblich hervorgehoben. Eine eigene Redaktion teste permanent die Qualität der Branchendaten, teilte klicktel dazu mit. Ungewohnt funktioniert die Suche mit Wildcards. Gibt man etwa den Begriff „Baum“ ein, zeigt die Oberfläche Treffer an, die den Begriff enthalten und blendet dazu am linken Rand die zugehörigen Branchen ein. Leider ist diese sinnvolle Option in der Umkreissuche nicht verfügbar.

Die von klicktel gelieferten Ergebnisse sind mager, auf dem flachen Land erhielten wir gar keine Treffer. Der Suchradius ist nicht einsehbar und lässt sich nicht ändern. Statt die gewünschten Ergebnisse zu liefern, fordert klicktel den frustrierten Nutzer permanent auf, seine eigene Firma im Datenbestand zu verewigen. Neben einer WAP-Version des Portals bietet klicktel eine kostenpflichtige Navigationssoftware inklusive Branchensuche für eine Vielzahl von mobilen Endgeräten an.

meinestadt.de ist ein Pionier unter den Lokal-Portalen. Neben Brancheninformationen findet der Besucher städteweise aufbereitete Informationen aller Art, von einem Website-Verzeichnis bis zu Job- und Lehrstellenbörsen und vielem mehr. Auch Apothekennotdienste und touristische Basisinformationen fehlen nicht, also etwa Tankstellen, Hotels oder Sehenswürdigkeiten. In der Informationsfülle muss sich der Benutzer allerdings erst einmal zurechtfinden respektive -klicken.

Um der Umkreissuche brauchbare Ergebnisse zu entlocken, sollte man einen Straßennamen als Bezugspunkt angeben; die Angabe einer Postleitzahl lieferte für Hannover Treffer aus der ganzen Stadt, mit der Stadtmitte als Mittelpunkt. Alle oder ausgewählte Treffer lassen sich im Stadtplan anzeigen, der dynamisch interessante Punkte aus zehn Kategorien einblendet, von Allgemeinmedizinern über Polizei bis zu Theatern. In Großstädten nutzt der resultierende Info-Overkill zunächst wenig: Obwohl er einen zu großen Kartenausschnitt umfasste, fehlten Treffer. Zoomt man in die Karte, werden die Treffer dann eingeblendet.

Suchen.de erinnert in Layout und Bedienung ein wenig an Google. Anders als bei allen anderen Diensten liegt kein von Redakteuren gepflegtes Verzeichnis zugrunde, sondern ein Web-Crawler. Unseren Standort Elze am Südrand der Lüneburger Heide kannte suchen.de nicht, einen genauen Standort konnten wir folglich nicht angeben. Eine Suche nach Postleitzahl beantwortete suchen.de mit einer Karte von ganz Norddeutschland. Erst diverse Klicks weiter gelangten wir zu den konkreten Suchergebnissen, wo die nächste Überraschung wartete. Statt zu Baumärkten wollte uns suchen.de zu Lebensmittelmärkten wie Lidl navigieren. Die schlechten Ergebnisse lassen sich wohl durch die Crawler-Technik erklären. Noch dazu fehlt eine Möglichkeit, die Trefferliste vernünftig auf Papier zu bannen. Im gegenwärtigen Zustand ist der Dienst zur regionalen Suche schlicht nicht zu gebrauchen.

Beim ersten Aufruf von dastelefonbuch.de fällt auf, dass der Dienst wie kein anderer mit nervigen Werbe-Popups (Flash-Layer) zugepflastert ist, die die Nutzung erheblich erschweren. Schade, denn die Umkreissuche ist eigentlich vorbildlich in einen Schnell- und Profimodus gegliedert. Die Trefferliste lässt sich nach Name, Straße, Postleitzahl, Ort und Entfernung sortieren. Geht eine Suche fehl, merkt sich die Site alle vorherigen Angaben, sodass der Nutzer bequem einzelne Parameter ändern kann. telefonbuch.de greift offenbar auf denselben Datenbestand wie DasÖrtliche zurück: Sowohl die Treffer als auch durch verschiedene Telefonnummern generierte Dubletten waren fast identisch. Hervorzuheben bei telefonbuch.de ist der internationale Anstrich: Der Service steht in deutscher, englischer, französischer und türkischer Sprache bereit.

Web.de ist ähnlich Google auf die schnelle und einfach zu bedienende Branchensuche im Web ausgelegt. Auch die „erweiterte Suche“ bietet nur vier Suchfelder (Was? Wo? Straße und Hausnummer? Umkreis?). Die Ergebnisse präsentiert der Dienst übersichtlich mit einer zoombaren Karte und einer darunter angeordneten, nach Entfernung sortierten Liste. Weitere Sortiermöglichkeiten bietet die lokale Suche von web.de ebensowenig wie eine Oberfläche für mobile Endgeräte.

Besonders nützlich ist der SmartSearch-Adressbaum neben der Karte. Damit kann der Benutzer, hierarchisch gegliedert in die Bereiche Service (Geldautomaten, Post etc.), Gastronomie, Übernachtung, Gesundheit, Auto/Verkehr und Handwerk, neben den zu der eigentlichen Abfrage gehörenden Treffern weitere Unternehmen einblenden - praktisch, um mehrere Besorgungen zu erledigen. Unsere Testabfrage nach den Apotheken hätte man auch mit dem Adressbaum lösen können.

Yahoo verwendet die Daten von DasÖrtliche.de. Allerdings nutzt der noch als Betaversion geführte Dienst für die regionale Suche die eigene Suchmaschinen-Technik und präsentiert die Treffer parallel in einer Liste und einer Karte. Dabei ist die Darstellung mit einer größeren Karte, die Yahoo optional anbietet, die übersichtlichere.

Praktisch ist auch das Angebot „Ähnliche Kategorien“ - bei der Suche nach Baumärkten sind dies „Agrarhandel“, „Gartenbau“, „Gartencenter“ und „Baustoffe“. Adressen lassen sich nur ins Yahoo-Adressbuch übernehmen. Eine PDA-Version des Dienstes fehlt. Dafür stellt Yahoo eine Toolbar für den Internet Explorer und Firefox bereit, mit der sich auch die lokale Suche nutzen lässt.

YellowMaps reine Branchensuche präsentiert zunächst nur eine Liste, die wie bei Web.de nur nach Entfernung sortiert ist. Ein weiterer Klick öffnet eine Ansicht mit Karte und Liste. Bereits auf der Startseite präsentiert YellowMap eine Hand voll Weblinks für den Schnellzugriff auf Apothekennotdienste, Hotels, Restaurants, Premiere Sportbars, Geldautomaten, WLAN-Hotspots und den Routenplaner.

Kostenlos mit E-Mail-Adresse angemeldete Nutzer können bei My YellowMap ein persönliches Adressbuch sowie vordefinierte Suchabfragen, Stadtplan-Karten und Bookmarks hinterlegen. Vorbildlich ist auch die Mobilversion. Ihr City Guide zeigt dem mobilen Surfer alles, was er benötigt - Apotheken, Theater, Tankstellen et cetera, inklusive zoombarer Karten und Routenplaner.

Nur ein Teil der vielen regionalen Suchdienste gewährleisten ein schnelles, zuverlässiges Finden von Branchen in der Umgebung. Wer es unkompliziert mag und dennoch auf den Komfort eines brauchbaren Ausdrucks inklusive Landkarte nicht verzichten will, ist bei YellowMap, Google und 11880.com gleichermaßen gut aufgehoben. Mit einer Menge zusätzlicher Informationen, dafür mit Mängeln in der Trefferquote, wartet meinestadt.de auf. Web.de besticht durch seine interaktive Kartendarstellung, in die sich ganze Branchen ein- und ausblenden lassen, bietet aber keine vernünftige Möglichkeit, die Ergebnisse auf Papier zu bringen. GoYellow und 11880.com gestatten es, mit einem kostenlosen Anruf die Ergebnisse gleich selbst gegenzuchecken und damit unter Umständen sinnlose Fahrten zu ersparen.

DasÖrtliche, Gelbeseiten.de und Telefonbuch.de, also die Online-Ableger der klassischen Telefonbuchverlage, kranken derzeit an der mangelnden Verschlagwortung ihres Datenbestands. Eine bloße Volltextsuche über die Telefonbucheinträge findet längst nicht alle möglichen Treffer. Man merkt den Angeboten an, dass sie nicht originär dem Web entspringen, sondern dorthin transportiert wurden. Yahoo etwa nutzt zwar denselben Datenbestand wie DasÖrtliche, steigert aber offensichtlich die Trefferqualität durch den Einsatz der eigenen Suchmaschinen-Technologie. (jo [1])

Außer GelbeSeiten konnte bei der Apothekensuche in der Stadt kein Dienst perfekte, also aktuelle, komplette sowie fehler- und dublettenfreie Ergebnisse liefern. So fanden sich in den Ergebnislisten aller anderen Dienste Treffer doppelt, DasÖrtliche. Web.de und YellowMap leisteten sich bei der Apothekensuche sogar jeweils zwei Dubletten. Insgesamt war die Bandbreite der Trefferquantität riesig und stark von Branche und Suchort abhängig.

Schwerer wiegen allerdings die falschen Ergebnisse, die den Besucher mitunter in die Irre leiten. Auch hier blieb nur GelbeSeiten ohne Tadel. 11880.com, DasÖrtliche, GoYellow, Web.de, YellowMap, Yahoo führten zum Beispiel eine Apotheke unter einer Adresse, von der diese bereits vor drei Jahren weggezogen war.

Als Fehler haben wir auch gewertet, wenn die Apotheke der medizinischen Hochschule Hannover unter den Treffern erschien - diese steht nur Mitarbeitern der Uniklinik offen, Otto Normalverbraucher aber nicht. DasÖrtliche fasst Fax- und Telefonnummern eines Unternehmens ohne erkennbares System und recht verwirrend mal in einem Treffer zusammen, mal nicht. Die beiden Fälle, in denen der Dienst zwei Treffer ausgeliefert hat, haben wir daher als Fehler gewertet. DasTelefonbuch dagegen spendiert konsistent Fax- und Telefonnummern eigene Treffer. Wir haben dies nicht als Fehler gewertet, aber jedes Unternehmen nur als einen Treffer gezählt.

Bei KlickTel hat sich ein Unternehmen der Branche „Apothekenplanung“, bei meinestadt.de haben sich die Privatadressen dreier Apotheker unter die Ergebnisse gemogelt. Die Ergebnisse von suchen.de waren bei der Apothekensuche mit Unternehmen und Organisationen der verschiedensten Branchen durchsetzt, vom Versicherungsmakler bis zur Ingenieurkammer - das stellt den Nutzen schon sehr in Frage.

Während die Anzahl der korrekten Treffer bei der Suche nach Apotheken bei allen Diensten recht ähnlich war, trennte sich bei der Recherche nach Baumärkten die Spreu vom Weizen. Einige der Dienste kannten nur die Märkte der großen Handelsketten wie Obi oder Praktiker, andere führten auch kleine, aber gut sortierte Einzelhändler im Nahbereich auf. Diese Spannweite zeigt sich deutlich bei den Trefferquoten. Die Fehler hielten sich zwar in Grenzen, ließen uns aber große Umwege fahren. KlickTel etwa leitete uns bei der Suche nach einem Baumarkt in der Innenstadt zu einem Bauteilehandel, der, wie uns die verdutzte Inhaberin mitteilte, auf den Verkauf von Küchenabschlussleisten an gewerbliche Handwerker spezialisiert ist.

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