Das Netz ist Klang

Musik finden im WWW

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ob Freddy oder Sting, ob Biermösel Blosn oder die Schloßbewohner von Gymnich, gemeinhin als Kelly Family bekannt: Das Internet taugt auch als Jukebox. Oft kostet der Spaß noch nicht einmal etwas: Die Musiker wollen bekannter werden, und der Surfer freut sich über frisches Futter für die Soundkarte.

Aufmacher

Das Kompressionsformat MP3 (MPEG 1 Layer 3) hat fast eine Monopolstellung, wenn es um den Download von Musik-Files im Internet geht. Aber MP3 ist nicht gleich MP3 - nur bei den kostenlosen (oder raubkopierten) Files kann man sicher sein, daß sie auf jedem Player laufen, ob Hardware- (Seite 92 in c't 14/99) oder Softwarelösung (Seite 86 in c't 14/99). Musik, die etwas kostet, wird dagegen meist geschützt - entweder mit einer Art Wasserzeichen, das Daten des Anbieters oder des Käufers in der Musik unhörbar unterbringt, so daß sich im Verdachtsfall klären läßt, ob jemand der rechtmäßige Besitzer eines Musikstückes ist. Oder der Verkäufer koppelt die Songs fest mit einem Software-Player, der meist nur auf einem einzigen Rechner des Käufers laufen kann. Noch nicht einmal das Notebook oder der Rechner im Büro taugt dann als Abspielstation für die gekaufte Musik.

Der Musikfreund will natürlich die Internet-Musik überall dort hören, wo er auch bisher seine Tonträger genießen konnte: im Wohnzimmer, beim Spazierengehen, im Auto. Dann treten die versteckten Kosten des Computers als Tonträger zutage - ein CD-Brenner wird fast zur Pflicht. Doch nicht jede im Internet gekaufte Musikdatei kann den Weg auf eine Audio-CD finden. Nur bei dem Standard-MP3-Format der kostenlosen Angebote ist dies mit einem Player wie RealJukebox oder MusicMatch möglich, der ins WAV-Format konvertiert, das wiederum CD-Brennprogramme verwenden.

Unser Streifzug zu den Straßenmusikanten der Infobahn führt zunächst zu den kostenlosen Sites, den Großparkplätzen der Nachwuchstalente. Anschließend geht es zu den Einkaufsstraßen des Music on Demand, wo arriviertere Künstler nur dann zu spielen anfangen, wenn das Geld im Hut klimpert. Suchmaschinen helfen schließlich dabei, all die verstreuten Musikanten jenseits der Hauptverkehrswege zu finden. Kaum ist der Surfer dort angekommen, ist die musikalische Karawane vielleicht schon weitergezogen, denn die Musikindustrie sucht heftig mit und verteilt Maulkörbe an Wegelagerer, die Jukeboxen ohne Lizenz aufstellen.

Das Privatunternehmen MP3.com besitzt die Rechte an der gleichnamigen Website, nicht aber am Format MP3. Als Mischung aus Internet-Plattenfirma und Musikhändler kann die Company auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte in kürzester Zeit verweisen. Der Medienkonzern Cox Interactive sicherte sich vor kurzem einen 10%-Anteil der Firma und zahlte dafür 45 Millionen Dollar. Im Vorfeld des Gangs an die Börse wurde der Firmenwert auf 688 Millionen Dollar eingeschätzt.

MP3.com vermittelt zwischen Musikern, die bekannt werden möchten, und Musikfreunden, die kostenlose Musik saugen wollen - 80 000 Songs von 14 000 Interpreten stehen auf der Website zum Download bereit. Dennoch verliert der Musikfreund nicht den Überblick. Auf der Startseite wählt er einen von zwölf Musikstilen oder eine von neun geographischen Regionen. Hat er sich etwa für World/Folk entschieden, gelangt er auf eine Seite, die einerseits die 40 meistgeladenen Songs dieser Kategorie auflistet, andererseits sieben Unterkategorien zum Weiterschmökern anbietet. Wählt er dann World Traditions, so kann er anschließend aus 22 Regionen traditionelle Weltmusik wählen - etwa aus Deutschland die Schuetzenliesel vom AccordionMan oder Waai Die Draai aus Afrika. Oder er wählt von Anfang an die Liste aller Musikstile und muß sich dann in einer Stilhierarchie zwischen Dutzenden Begriffen wie Ambient Alternative, Darkside oder Fringe entscheiden.

Die geographische Herkunft der Musiker enthüllt MP3.com noch detaillierter. Wer auf der Startseite Europe und anschließend Germany anklickt, sieht neben einer deutschen Hitliste (Platz 1 für den Goa-Mix Invasion Planet Earth) knapp 200 Orte und kann sich anschließend Beispiele musikalischen Schaffens aus Bruchköbel, Linsengericht oder Schmalkalden laden.

Bei MP3.com herrscht also Ordnung im Heer der namenlosen Musiker. Nicht alle bleiben auf Dauer unbekannt - hin und wieder kommt es zu einem Vertrag, denn unter den mehr als sechs Millionen Besuchern pro Monat sind auch einige Plattenfirmen, die die von den Musikern zum kostenlosen Download angebotenen Titel durchstöbern. Sie hören nicht nur die Musik, sondern finden auch Lesestoff. Interessieren sie sich etwa für die New Yorker Sängerin Robin Hackett (Kategorien: Smooth Jazz und Folk), sehen sie gleich Bild, Selbstdarstellung, Link zur persönlichen Web-Seite und ein Formular für eine EMail an die Künstlerin, deren wunderbar soulige Jazzballade Sayin´ Goodbye es verdientermaßen auf Platz 8 der MP3-Charts gebracht hat.

Der Musikfreund kann sich auf der Suche nach wohlschmeckenden musikalischen Häppchen nicht nur an den hauseigenen Charts orientieren, sondern auch an Beispielen bekannter Interpreten, die er gerne hört. Bruce Springsteen selbst hat es zwar nicht nötig, seine Songs zu verschenken, aber immerhin haben zwanzig Nachwuchsmusiker auf MP3.com ihn als `Similar Artist´ angegeben; sie lassen sich per interner Suche rasch herausfinden. Anschließend kann man akustisch prüfen, ob sie das Zeug zum Boss haben.

Wer statt eines Downloads mehrerer Megabyte erst einmal in einen Titel reinhören möchte, kann dies in schlechterer Tonqualität per RealAudio-Stream tun. Bei vielen Musikern bietet MP3.com zudem eine DAM-CD (Digital Automatic Music) für sechs oder acht Dollar zum Kauf an, die in der Stereoanlage als Audio-CD funktioniert, in den Computer gesteckt aber auch die MP3-Dateien der Songs liefert. Die Hälfte des Kaufpreises geht an die Musiker - da kann keine Plattenfirma mithalten.

Generell kostet ein Auftritt auf MP3.com die Musiker keinen Pfennig. Darüber hinaus können sie genau verfolgen, wie ihre Songs ankommen und an den DAM-CDs mitverdienen, die MP3.com auf Wunsch brennt. Nie war es so einfach, die Vermarktung seiner Musik selbst in die Hand zu nehmen.

Neben Musik und Begleitinfos finden sich auch Nachrichten rund um das MP3-Format auf der Website, von neuen portablen Playern über Software bis zur jüngsten Gerichtsentscheidung in Sachen Musikindustrie gegen Player-Hersteller. Insgesamt ist MP3.com die ideale Site für jeden, der viel Zeit hat, Neues zu entdecken, aber auf bekannte Namen verzichten kann. Künftig mischen sich auch einige Promis unter die No-Names, denn der US-Rapper Master P (`Da Last Don´), gleichzeitig Chef der Plattenfirma No Limit, stellt gegen Aktien im Wert von 2,5 Millionen US-$ Songs zur Verfügung, mit denen MP3.com sein Download-Angebot aufpeppen kann. Auch den Rap-Pionier Ice T haben die Kalifornier eingekauft. Er soll Singles seines neuen Albums 7th Deadly Sin im voraus per MP3.com veröffentlichen und in einer eigenen Sparte Ice Picks auf der Website musikalische Empfehlungen geben.

Während die Musiker schon bei MP3.com nichts bezahlen müssen, können sie bei AMP3.com sogar bei jedem Download Knete machen. Zwei Cent fließen jedesmal, wenn ein Musikfreund einen Song auf den heimischen Rechner überträgt. Wenn er seinen MP3-Player startet, um die Musik zu hören, merkt er rasch, woher das Geld kommt: Vor jedem Titel gilt es einen 5-Sekunden-Werbespot auszuhalten. Zweisame Abende bei Kerzenlicht sollte man also tunlichst nicht von AMP3-Musik untermalen lassen.

Die erst dieses Frühjahr gestartete Website stellt sogar noch größere Tantiemen in Aussicht. Je mehr Werbepartner gefunden seien, desto mehr komme auch den Musikern zugute. Die Sponsoren zahlen je nach Abdeckung der AMP3-Datenbank zwischen 10 Cent (wenn alle gesponsert werden) und 50 Cent pro Download (wenn sie nur bei einem Interpreten werben wollen), und die Hälfte dieser Erlöse soll an die Musiker gehen.

Die in 43 musikalische Kategorien eingeteilte Datenbank ist nicht so gut bestückt wie die von MP3.com. Immerhin finden sich etwa 130 Country-Songs, 301mal Techno und 158mal New Age, jeweils nach Beliebtheit geordnet. Ein paar eingekaufte bekannte Namen (Roger McGuinn, Wendy & Lisa) zieren das Gewusel der Unbekannten. Weil das Geld nur bei Downloads fließt, darf man bei AMP3.com gar nicht probehören - ein echter Nachteil der Site. Der Surfer muß also jedesmal drei bis fünf Megabyte laden, um überhaupt einen Ton hören zu können. Vorab kann er jedoch manchmal eine Rezension des AMP3-Teams lesen.

Einige Aktionen sollen die Bekanntheit der Website steigern: Der millionste Downloader darf sich über einen 10 000-Dollar-Scheck freuen, und der in mehreren Bewertungsrunden zum Great Internet Star gewählte Musiker hat erst einmal ausgesorgt - eine Million Dollar und ein Plattenvertrag winken an Neujahr.

Eine längere Tradition hat das Internet Underground Music Archive (IUMA). Es versammelt Stücke von über 3600 Independent-Musikern, eingeteilt in 38 Genres. Auch geographisch läßt sich suchen - Deutschland ist allerdings nur mit neun Gruppen vertreten. Die Stücke sind wahlweise als RealAudio im Streaming-Modus anzuhören oder als MP3 herunterzuladen. Infos zu den Musikern runden das Angebot ab. Das Ganze ist für den Konsumenten kostenlos; es werden aber auch Audio-CDs der beteiligten Interpreten angeboten, die oft nur ein Schnupperstück ins Archiv stellen. Ein Blick auf die Teilnahmebedingungen zeigt, warum: Wer einen einzigen Song ein Jahr lang ins IUMA stellen will, zahlt schon 240 US-$. Dafür übernimmt IUMA auch das begleitende Merchandising und verkauft sogar T-Shirts des hoffnungsvollen Newcomers, sofern er sie zunächst zur IUMA-Zentrale im kalifornischen Santa Cruz schickt. Dennoch wird es IUMA bei Musikern immer schwerer haben, gegen das kostenlose Angebot von MP3.com zu konkurrieren.

Sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige MP3-Songs bietet Riffage.com. Groß ist das Angebot in den 13 Kategorien allerdings nicht - 51 Jazz- oder 54 Pop-Tracks namenloser Bands sind schnell durchgeschaut. Bei den kostenpflichtigen Angeboten vertröstet Riffage auf einen späteren Zeitpunkt - das Abrechnungssystem steht wohl noch nicht. Es soll den Musikern einen vergleichsweise großen Anteil am Erlös einräumen: Von jedem gekauften Download erhalten die Urheber 85 % des Erlöses, und sie können auch Audio-CDs, Videos oder T-Shirts bereitstellen, die zu den gleichen Konditionen verkauft werden.

Für den Konsumenten bietet Riffage eine persönlich angepaßte Gestaltung des Angebots, die auf musikalische Vorlieben Rücksicht nimmt und eigene Playlists speichert. Unabhängig davon können die Songs kommentiert und bewertet werden - andere Surfer freuen sich vielleicht über die eigene Meinungsäußerung. Insgesamt ist Riffage.com sehr bemüht, es Musikern und Konsumenten recht zu machen - jetzt müßten nur noch ein paar tausend Titel hinzukommen.

Andere Sites lohnen vielleicht in ein paar Monaten einen Besuch. SpinRecords.com und audioSurge befinden sich noch im Aufbau; auch sie wollen um die Nachwuchsmusiker werben. Bekanntere Acts finden sich dagegen jetzt schon bei Lauch.com: Beastie Boys, MC Lite, Connells, XTC, Boston. 50 Songs propagieren das MSAudio-Format. Es scheint sich um eine Art Werbeaktion für Microsoft zu handeln. Wieviel Geld mag da geflossen sein?

Die brandneue Site Listen.com bietet sich als Führer durch die Welt der Musikdateien im Internet an. Sie verzeichnet die Angebote anderer Sites wie MP3.com und IUMA, ordnet sie Musikstilen zu und rezensiert die Musik sogar. Die meisten aufgeführten Downloads sind kostenlos; Listen.com verweist aber auch auf käufliche Titel.

Nicht jeder darf bei Music on Demand der Deutschen Telekom Musik kaufen - ISDN und T-Online sind Pflicht. Die Datenbank darf allerdings jeder durchforsten. Wer wirklich kaufen will, zahlt einen Komplettpreis für Musik und Übertragung und wird anschließend für das ISDN-Überspielen zurückgerufen. Die Musik kommt in einer geschützten MP3-Variante und läuft nur auf dem Player des Käufers. Entgegen früheren Ankündigungen können die Titel nicht auf eine Audio-CD gebrannt werden.

Generell hat die Telekom mit ihrem frühen Start ins Internet-Musik-Zeitalter gute Voraussetzungen, von dem erwarteten Boom zu profitieren. Ein Rahmenvertrag mit dem Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft macht es den Mitgliedsfirmen leicht, ihre Musik online zu bringen und dafür auch angemessen bezahlt zu werden. Tatsächlich sind auch namhafte Musikmultis wie Universal und Warner im Boot der Telekom, insgesamt 140 Label mit zur Zeit 40 000 Einzeltiteln.

Dennoch zögern die Plattenkonzerne gerade bei neueren Titeln, den etablierten Läden Konkurrenz zu machen. Ein Vergleich der Media-Control-Charts vom 10. 6. 99 mit dem Telekom-Angebot vom gleichen Tag zeigt, daß das Internet-Angebot nicht auf der Höhe der Zeit ist, denn schon die Top-10-Titel fehlen komplett. Von der Kelly Family bietet die Telekom gerade einmal drei Songs an, und gerade nicht den aktuellen The Children of Kosovo. Die Backstreet Boys sind zwar mit 40 Songs im Angebot, nicht aber mit dem aktuellen Chartstürmer I Want It That Way. Ihr jüngstes Hitalbum Millennium fehlt völlig; die 40 Telekom-Songs setzen sich aus den Alben Backstreet Boys (1996) und Backstreet´s Back (1997) sowie vier Singles zusammen. Gleich sieben der Top-10-Acts wie Xavier Naidoo und Ricky Martin sind der Telekom völlig unbekannt.

Aber nicht nur die aktuellen Titel fehlen, auch die Backlist zeigt Löcher. Warum ist das 87er Album The Texas Campfire Tapes von Michelle Shocked im Angebot, die beiden später erschienenen CDs aber nicht? Zudem kostet das Album mittlerweile im Plattenladen nur noch einen Zehner, während die Telekom 26,21 DM verlangt. Es drängt sich der Verdacht auf, daß manche Firmen hier musikalische Altlasten profitabel entsorgen wollen.

Zumindest hat die Telekom im Unterschied zu anderen Music-on-Demand-Anbietern auch viele bekannte Namen im Repertoire. Ob Sting (Mercury Falling für 44,59 DM) oder Rolling Stones (Singles Collection für 84,76 DM), ob Phil Collins (Dance Into The Light für 41,03 DM) oder BAP (Amerika für 45,34 DM) - der durchschnittliche Popkonsument kann etwas für seinen Geschmack finden. Die Frage ist nur, ob er dafür so viel Geld ausgeben wird.

Was kaufen sich denn Telekom-Kunden? Ein Blick in die hauseigenen Charts für einzelne Songs überrascht: Karats Über sieben Brücken auf Platz eins, gefolgt von der Asylantenschwemme der Biermösel Blosn. Platz 3, 4 und 11 gehört Freddy Quinn, auf Nummer 14 dann der Bichlbrucker Walzer der Rupertigauer Musikanten, und die Plätze 15 bis 20 belegt Modest Moussorgsky komplett. Solche Charts dürften sich wohl kaum aus dem Kaufverhalten Tausender Kunden speisen. Es sollen aber über 10 000 Kunden schon gekauft haben, obwohl sich das Angebot immer noch im Status des `Markttests´ ohne Werbemaßnahmen befindet. Über absolute Verkaufszahlen schweigt die Telekom allerdings wie eine Grabplatte.

Bei den Neuzugängen der vorangegangenen 21 Tage sind 200 Alben verzeichnet. Einzelne Titel kosten typischerweise drei bis fünf Mark, ganze Alben 25 bis 45 Mark, wobei manche nur komplett übertragen werden. In der Regel kostet ein Album also weniger als die Summe seiner Titel, aber es gibt auch Ausnahmen: Ani DiFrancos Outta Me Onto You, Shy kostet merkwürdigerweise 17,17 DM, die beiden Titel darauf aber nur gut vier Mark das Stück. In der Datenbank ist leider nie verzeichnet, wann die Songs erschienen sind, was den Einkauf erschwert. Überall einmal reinzuhören überlegt man sich zudem zweimal, weil schon das Anhören eines kurzen Schnipsels fünf Pfennig kostet.

Die Musik ist nach 29 Genres aufgeteilt, auch vergangene Jahrhunderte und ein bißchen Kinderkram (Neuer Hefezopf-Wahnsinn) sind dabei. Innerhalb der Genres darf der Musikfreund gezielt suchen oder durch die Interpreten blättern. Die Einteilung der Genres wirkt jedoch noch verbesserungsbedürftig: Rock und Pop, Rock sowie Pop bilden etwa drei verschiedene Kategorien.

Wer über die technischen Voraussetzungen verfügt (ISDN und T-Online), hat nirgendwo ein solch breites Musikangebot wie bei der Deutschen Telekom. Viel gefragte aktuelle Titel sind jedoch Mangelware, und die Musik per Infobahn kostet eine Menge, besonders wenn man auf ganze Alben aus ist. Wenn es weiterhin unkomplizierter und billiger ist, im CD-Laden vorbeizuschauen oder im Versandhandel zu bestellen, hat selbst das Angebot der Telekom auf Dauer keine Chance.

musicmaker.com gehört zunächst einmal zu den Produzenten von Custom Audio CDs. Bei diesem Verfahren stellt sich der Kunde online eine Audio-CD aus angebotenen Songs zusammen, die musicmaker.com individuell brennt und ihm zuschickt. Einige Independent-Labels bietet musicmaker.com aber auch für einen US-Dollar pro Song zum Download an.

EMI, der nach Universal und Sony drittgrößte Musikkonzern der Welt, kündigte kürzlich an, 50 % von musicmaker.com zu übernehmen und zu den bereits verfügbaren 150 000 Songs mindestens 500 000 EMI-Titel für den Online-Katalog zu spendieren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Musik auch zum Download verkauft werden. Neben einer kopiergeschützten MP3-Variante setzt die Firma zur Zeit auch das Liquid-Audio- und MSAudio-Format ein.

Die bekannten EMI-Namen (Labels wie Blue Note, Capitol oder Virgin, Künstler wie Beatles, Beach Boys, Beastie Boys, Frank Sinatra oder John Coltrane) könnten das musicmaker-Angebot ordentlich aufpeppen. Trotz der angekündigten rock superstars spanning the entire history of rock finden sich im Download-Bereich unter dem Genre Rock/Pop ganze vier Interpreten. Auch in den anderen acht Sparten sieht es nicht viel besser aus, wenige und dazu meist unbekannte Musiker.

Erst später fällt uns auf, daß wir uns nur in der Liquid-Audio-Abteilung von musicmaker.com umgesehen haben, die als Standard eingestellt ist, und daß es darüber hinaus noch MSAudio- und MP3-Abteilungen gibt. Im MSAudio-Format locken tatsächlich einige bekannte Namen, die nicht nach Genres eingeteilt sind: Beach Boys, Eric Clapton, Kool And The Gang zum Beispiel - insgesamt allerdings nur rund 100 Songs. Wir kaufen That´s The Way Of The World von Earth, Wind & Fire für einen Dollar, nachdem wir einen halbminütigen Monoschnipsel von schlechter Tonqualität probehören durften.

Wer Musik gekauft hat, sollte sie dann auch hören dürfen, meint man. Aber weit gefehlt - nach dem unvermeidlichen Eintippen der Kreditkartennummer und dem Download startet die MSAudio-Datei zunächst nicht den passenden Player, sondern den Internet Explorer mit einer musicmaker-Website, die verrät: `You´re moments away from the music.´ Diese Momente gilt es mit einer Art Registrierung zu füllen, meint der Verkäufer, ohne dies vorher verraten zu haben. Wer die Aufforderung einfach wegklickt, kann den Windows Media Player mit dem Song nicht zum Laufen kriegen. Also geben wir unsere Mail-Adresse ein und wundern uns, daß von einer Testperiode die Rede ist. Anschließend meldet musicmaker.com, daß der Song unsichtbar entsperrt wurde, und die Gruppe kann losgrooven. Anbieter kostenloser WMA-Files (http://windowsmedia.microsoft.com/music/music.asp) verzichten auf eine Registrierung.

Die größte Download-Auswahl zeigt schließlich die MP3-Abteilung von musicmaker.com: Über 20 000 Stücke sollen in 13 Genres zum Kauf bereitstehen. Während in der Kategorie Vocal ganze vier Interpreten stehen und auch World/Ethnic nur wenige Einträge aufweist, kommen bei Jazz immerhin einige Dutzend zusammen, und bei Gershwin finden sich gleich 32 Tracks zum Downloaden. Neun Minuten Rhapsody In Blue scheint ein guter Gegenwert für den Dollar zu sein. Die Titel kommen aus dem Fundus der Plattenfirma Platinum, die mit ihren Labels House of Blues, River North, CGI und Intersound nach eigenen Angaben den größten unabhängigen US-Musikkonzern bildet. Ein reichlich einseitiges Angebot ist es dennoch.

Gershwin klingt trotz seiner knapp neun Megabyte wie durchs Telefon aufgenommen - laut Info auf der Website soll allerdings auch George persönlich spielen. Zudem kommt die Musik nicht als Datei, die ihren Platz auf der Festplatte zugewiesen haben will, sondern bleibt im Arbeitsspeicher und ruft den Standard-MP3-Player des Käufers auf. Wer dann vergißt, die Musik auch abzuspeichern, darf sie gleich ein zweites Mal kaufen. Die MP3-Dateien sind mit einem Wasserzeichen markiert, lassen sich aber kopieren und auf jedem Player abspielen. Der Käufer kann die Musik also auf verschiedenen Computern genießen. Wenn dann noch die EMI-Songs im Angebot sind, dürfte musicmaker.com zu einer interessanten Site für Musikfreunde werden.

Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben. So könnte man die Geschichte des Music-on-Demand-Pioniers Cerberus zusammenfassen. Schon 1994 verfügte das britische Unternehmen über geeignete Kompressionssoftware und eine Technik zur sicheren Übertragung kopiergeschützter Musik im Internet. Seit 1995 verkauft die Cerberus Jukebox auch tatsächlich Musikdateien übers Internet, aber es haperte immer am Repertoire - der Firma gelang es insbesondere nicht, mit US-Plattenfirmen ins Geschäft zu kommen. Vielleicht liegt es am nicht piratensicheren Cerberus-Audioplayer, der die Konvertierung ins Wave-Format erlaubt, so daß sich Audio-CDs brennen lassen, die wiederum ohne Qualitätseinbuße kopierbar sind.

In 18 Kategorien bietet Cerberus mittlerweile Songs zum Standardpreis von einem US-Dollar an - in der Rubrik Pop finden sich rund 300 Titel überwiegend unbekannter Interpreten, bei Hip-Hop 400, bei Jazz 120 Titel, wobei ein und dasselbe Stück in mehreren Kategorien auftauchen kann. Weil das Browsen durch ein Genre mühsam ist und gezieltes Suchen nach einem vertrauten Namen wegen des geringen Repertoires in der Regel fehlschlägt, hält sich der Einkaufsspaß in Grenzen. Zudem können wir 18 Monate nach dem Kauf von neun Songs nur noch zwei davon öffnen - bei den anderen meldet der Cerberus-Player `unable to play´.

Paradoxerweise sucht Cerberus nun sein Heil in konventionellen Einzelhandelsgeschäften: Die Firma stattet insbesondere Jeansläden mit Stationen für Custom Audio CDs aus. Hosenkäufer können sich dort am Bildschirm aus dem Cerberus-Fundus eine Kompilation zusammenstellen. Während sie ein paar Jeans anprobieren, brennt die Musikzapfsäule eine individuelle Audio-CD.

Auch wenn das Cerberus-Angebot mager ist, hat doch der Kauf übers Internet in der Regel funktioniert. Das kann man von MCY.com nicht sagen. Die ehemalige `MCY MediaCity´ der Potsdamer Multimedia-Produzenten Fritsch & Friends unterhält die Öffentlichkeit seit zwei Jahren mit vollmundigen Ankündigungen und nahm es im Dienste des Marketing mit der Wahrheit nicht immer genau, wie schon frühere c't-Recherchen zeigten [#lit1 [1]]. Im letzten Jahr ersetzte Bernhard Fritsch den glücklosen Geschäftsführer und übernahm die mittlerweile in New York residierende Firma selbst. Mit Debis-Manager Wolfgang Steiert und SPEA-Gründer Ulrich Seng konnte er Unterstützer gewinnen, die auf eine bessere Zukunft hoffen lassen. Noch läßt sich jedoch kein einziger Song laden.

Die jüngsten Ankündigungen: 350 Labels mit 300 000 Titeln sollten letzten Winter zum Download zur Verfügung stehen, bis Ende 1999 will MCY die Millionengrenze erreichen. Eine Presseerklärung vom Februar meldete, daß MCY die exklusiven Internet-Rechte für das 220 Songs umfassende, teilweise unveröffentlichte Frühwerk von Bob Marley erworben hat. Im März sollte ein Hardwareplayer für 199 US-$ den Markt erreichen. Dort ist er offenbar noch nicht angekommen. Die Internet-Übertragung des Münchner Benefizkonzerts mit Michael Jackson am 27. Juni sollte MCY.com bekannter machen - schließlich gibt es sonst für Musikfreunde keinen Grund, eine Site zu besuchen, die es an Musikalität mit einer Rauhfasertapete aufnehmen kann.

MCY.com will eine NETrax genannte MP3-Variante mit Wasserzeichen von Aris Technologies anbieten, die sogar einen besseren Klang als Audio-CDs bieten soll - Zauberei? Wir warten weiter.

Während die oben genannten Anbieter kostenpflichtiger Musik Händler darstellen, die den Plattenfirmen einen neuartigen Vertriebsweg erschließen und sich selbst um Kodierung, Marketing und Verkauf kümmern, ist Liquid Audio zunächst einmal nur ein Konkurrenzformat zu MP3. Angesichts der Tatsache, daß MP3 wesentlich weiter verbreitet ist, muß der Liquid-Audio-Erfinder (der den Namen seines Produkts trägt) besondere Anstrengungen unternehmen, um sein Kompressionsformat zu fördern. Der Player kostet natürlich nichts, und darüber hinaus hat Liquid Audio alle Anbieter von Musik in diesem Format mittlerweile in einen gemeinsamen virtuellen Laden integriert, das Liquid Music Network, das auf mehreren alternativen Sites mit gleichem Inhalt zur Verfügung steht. Musikern und Labels wird es leichtgemacht, sich dem Network anzuschließen - schon für 99 US-Dollar bietet Liquid Audio ein nach eigenen Angaben `schlüsselfertiges´ System an, Musik online zu verkaufen. In Deutschland vertreibt die Berliner Firma TCP/IP die entsprechende Software.

Der Musikfreund freut sich im Liquid Musik Network über eine Feineinteilung der Musiker in 23 Kategorien, so daß selbst Reggae-Freunde alles Passende auf einen Klick bekommen können. Rock ist beispielsweise mit 3720 Songs von 300 Interpreten vertreten, Jazz mit 1570 Titeln von 216 Ensembles. Aktuelle Hits sollte man nicht erwarten - von den bereits erwähnten Top 10 der Media-Control-Charts kennt das Network keinen einzigen Interpreten. Im Wust der Namenlosen finden sich allerdings auch bekanntere Musiker, etwa Pat Metheny, M. C. Hammer, Beck, Gary Numan (mit fünf Alben), George Thorogood, Jefferson Starship und John Cale. Letzteren konnten wir allerdings nicht bekommen, weil seine Musikfiles aus urheberrechtlichen Gründen nicht nach Deutschland verkauft werden dürfen.

Zwischen einem und zwei US-Dollar sind pro Titel fällig. Als besonderes Schnäppchen erscheint uns ein 16-Minuten-Stück des indischen Meisterdrummers Zakir Hussein für 1,50 US-$, das wir zusammen mit Titeln von Al Jarreau und Kristin Hersh (das in Deutschland nicht veröffentlichte Album Murder, Misery And Then Goodnight) erwerben. Nach Eingabe der Kreditkartennummer kann das Songpaket in einem Rutsch auf den heimischen PC übertragen werden. Dort ist es zunächst einmal gefangen: Kopien lassen sich auf anderen Rechnern mit Liquid-Audio-Playern nicht abspielen; lediglich ein 30-Sekunden-Schnipsel ist dort zu hören. Auch das Kopieren der Programmverzeichnisse hilft nicht. Ohne Manipulationen an der Windows-Registry kann man die gekauften LQT-Dateien noch nicht einmal aufs Notebook bringen, um sie unterwegs zu hören.

Ein einziger Weg in die herkömmliche Audiowelt steht dem Liquid-Audio-Anwender aber offen. Zunächst einmal sollte er die Songs auf einem Rechner kaufen, in dem ein CD-Brenner steckt. Denn jeder Titel darf einmal auf eine Audio-CD gebrannt werden, was ihn schließlich doch portabel macht - und kopierbar. In jeder Kopie stecken allerdings die Daten des Käufers als digitales Wasserzeichen.

Weniger Aufwand beim Schutz der Urheberrechte treibt EMusic.com - die einzige Website, die in großem Stil Standard-MP3-Dateien ohne jeglichen Kopierschutz verkaufen will. Eine auf der FAQ-Seite versteckte Ermahnung, die Musik nicht weiterzugeben, muß nach Ansicht des Besitzers GoodNoise reichen. Songs gibt es zum Einheitspreis von 99 Cent, Alben in der Regel für 8,99 US-$. Die Titel stammen aus den Beständen der ebenfalls von GoodNoise übernommenen Firma Nordic Entertainment, die wiederum mit einigen kleineren Labels Verträge über die digitale Vermarktung von 6000 Musikstücken geschlossen hatte. Nach eigenen Angaben teilt sich EMusic die Erlöse halbe-halbe mit den Musikern.

Neben vielen Namenlosen finden sich auch einzelne bekanntere Acts wie John Cale, Frank Zappa, Kansas und Ella Fitzgerald - aber nur Zappa bietet richtig viel zum Download. Ganze sechs Kategorien sieht EMusic.com vor, um die Titel zu klassifizieren, und die sind noch nicht einmal gut gefüllt: Weniger als 50 Interpreten zählt die Kategorie Jazz/Blues. Auch zwei Dutzend kostenlose Titel reichen nicht aus, die Site zur `the source for downloadable music´ (Eigenwerbung) zu machen. Im Mai kaufte EMusic.com das oben vorgestellte Internet Underground Music Archive, das seitdem von der EMusic-Hauptseite aus erreichbar ist.

Ebenfalls dünn besetzt ist Mjuice. Die Site versucht seit März, Songs in den Rubriken Hip-Hop, Rock, Electronica und Unclassified für einen Dollar das Stück an den Surfer zu bringen. Neulinge sollen nach der Registrierung ein Guthaben von fünf Dollar bekommen, das sie für Peter Gabriels Get Up Stand Up noch nicht einmal ausgeben müssen, weil es zu den wenigen kostenlosen Songs in der Datenbank gehört. Dort finden sich kaum weitere bekannte Namen, trotz der versprochenen `rare, unreleased recordings by today´s hitmakers´, und das RealAudio-Probehören funktionierte im Test oft nicht.

Weitere technische Probleme kamen hinzu: Nach der Registrierung wußte Mjuice nichts mehr von den fünf Frei-Dollar, und obwohl wir unser Konto durch Nennung der Kreditkarte erfolgreich auffüllten, konnten wir Mjuice zwar zum Kaufabschluß, aber nicht zum Download bewegen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir es noch einmal probieren - alle Titel, die ein Mjuice-Kunde jemals gekauft hat, bleiben in der Abteilung `My Library´ auf der Website ständig ladbar, so daß auch das Notebook oder der Bürocomputer ohne Aufpreis damit ausgestattet werden können. Jetzt fehlt nur noch die musikalische Auswahl - die insgesamt 500 Titel sind einfach zu wenig.

Die Songs liegen in einer MP3-Variante vor, die nur auf dem Mjuice-Player läuft, der sich kostenlos laden läßt. Der Player spielt auch herkömmliche MP3-Dateien. Hardware-Player sollen als einzige Alternative möglich sein.

Wer jenseits der großen Internet-Jukeboxen wie MP3.com Musik finden will, sollte eine spezielle Suchmaschine einsetzen. Wenn er nämlich die üblichen Maschinen wie Hotbot oder Altavista nutzt, kann er sonst selbst dann in Tausenden Treffern ertrinken, wenn er nicht nach den Top-Acts fragt. Ein kleiner Rundgang zu einigen Audio-Suchmaschinen beschließt diesen Artikel; eine umfangreichere Liste findet sich in der Tabelle.

Der Name der letztjährigen doppelten Grammy-Gewinnerin Shawn Colvin, immer noch mehr Geheimtip als Star, taucht laut AltaVista-Standardsuche in mehr als 7600 Web-Seiten auf. Wer hauptsächlich auf die Musik selbst aus ist, kommt viel schneller zum Ziel: Der nur im US-AltaVista verfügbare AltaVista AV Photo & Media Finder liefert sieben Audio-Fundstellen, die auch alle zugänglich sind: Songs in 30-Sekunden-Ausschnitten oder in schlechtem RealAudio-Klang von Telefonqualität, meistens beides. Wer dagegen die normale AltaVista-Suchmaschine nach +´Shawn Colvin´ +MP3 befragt, muß sich durch 262 meist im Nirvana endende `Treffer´ quälen, die vom Kampf der Musikindustrie gegen die Raubkopierer zeugen.

Die Suchmaschine HotBot bringt sogar gleich auf der Hauptseite die Suchoption MP3, womit die RealAudio-Streams ausgeschlossen sind, die doch meist nur eine Tonqualität wie durchs Telefon bieten. Bei den 22 Treffern finden wir wenigstens auch einen kompletten Song in mäßiger MP3-Tonqualität, den CNN zur Verfügung stellt. Etwa die Hälfte der Treffer ist überhaupt nicht mehr zugänglich oder scheint keinen Bezug zum Suchbegriff zu haben. Bei anderen Sites merkt man, daß in der Zwischenzeit eine Abmahnung gekommen ist - Links zum Download offenbar raubkopierter Musik führen zu einer Fehlermeldung. Ein noch größerer Anteil dieser Seiten zeigt sich, wenn man statt der Spezialsuche eine normale HotBot-Suche mit dem Zusatzkriterium `+MP3´ durchführt - unter den 71 Treffern findet sich kaum Brauchbares, nicht einmal der CNN-Treffer.

Bei Lycos MP3 Search sind sogar sämtliche zwölf Treffer unzugänglich. Das kann natürlich Zufall sein - die Suchmaschinen überprüfen ihre Links in regelmäßigen Abständen, und wenn der Surfer Pech hat, ist der letzte Check schon lange her. Andererseits ist dies ein Zeichen, daß wirklich nur solche Seiten berücksichtigt werden, die MP3-Files mit dieser Zeichenkette im Titel aufweisen. Eine normale Lycos-Suche nach +´Shawn Colvin´ +MP3 bringt nämlich ein Vielfaches an Irrelevantem oder Schrott.

Auch die deutsche Lycos-Site sollte noch im Juni mit einem ähnlichen MP3-Suchangebot wie beim US-Lycos ausgestattet werden. Vielleicht bietet sie einen aktuelleren Zugang auf die von Lycos USA versprochenen 500 000 MP3-Titel, die im Internet liegen sollen.

Die Excite Audio/Video Search liefert bei Shawn Colvin mit der Einschränkung MPEG 24 Treffer, die aber praktisch keine Colvin-Musik liefern. Zwar sind die Links zugänglich, aber als Treffer zählt offenbar schon eine Seite, die an irgendeiner Stelle den Namen der Sängerin enthält und an irgendeiner anderen Stelle irgendein Musikstück anbietet. So lernen wir mit Excites Hilfe haufenweise Musiker aus MP3.com oder IUMA (siehe oben) kennen, die sich mit Shawn Colvin vergleichen - interessant, aber eigentlich nicht das, was wir wollten. Noch spezieller ist das Ergebnis bei MP3meta - obwohl es eine Meta-Suchmaschine sein soll, zeigt sie uns ausschließlich MP3.com-Seiten von Musikern an, die im Feld `Similar Artists´ Shawn Colvin eingetragen haben.

Das Ergebnis von Scour.net beeindruckt schon eher: keine unzugänglichen Links, keine unpassenden Seiten, sondern 48 Soundfiles von Colvin. Die Trefferliste führt direkt zu den Musik-Files, und man erfährt zur Herkunft nur die Domain (wie www.sonymusic.com), nicht aber die konkrete Web-Seite. Die Colvin-Tondateien im RealAudio-, MP2-, MP3-, Wave- oder Midi-Format entstammen offenbar hauptsächlich irgendwelchen Angeboten zum Probehören; nach einer halben Minute ist in der Regel Schluß.

Wer nicht mit (Lebens- und Online-) 1Zeit knapsen muß, kann im Internet einigen musikalischen Spaß haben. Nachwuchstalente lassen sich nirgendwo so entspannt genießen wie auf MP3.com und Co.

Die Anspannung nimmt zu, wenn man bekannte Namen im Internet sucht und für legale Ware auch zu zahlen bereit ist. Das Angebot kann es noch mit keinem Plattenladen aufnehmen, und sowohl der Preis als auch der Komfort des Musikkaufs im Internet braucht den Einzelhändlern keinen Angstschweiß auf die Stirn zu treiben.

Im Augenblick zieht der Musikfreund also einen zusätzlichen Nutzen aus dem Internet: Dort lernt er Musiker kennen, die kaum je den Weg in deutsche Läden finden werden. Bis er sich auch die meisten Hits aus dem Web holt, wird noch etwas Zeit vergehen - die Infrastruktur dafür ist allerdings fast fertig. (ts)

Literatur

[lit1 [1] Thomas J. Schult, World Wide Wurlitzer, Popmusik: Kauf und Download im Internet, c't 1/98, S. 122

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Kostenlose Musik

www.mp3.com
www.amp3.com
www.iuma.com
www.riffage.com
www.spinrecords.com
www.audiosurge.com
www.launch.com
www.trendpool.de
www.audiogalaxy.com
www.listen.com

Kostenpflichtige Musik

www.audio-on-demand.de/mod
www.musicmaker.com
www.cerberus.co.uk
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