Der c't-Turm: Hochstapeln mal anders

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30 Jahre c't, 587 Hefte. Daraus ließe sich doch sicherlich ein tolles Kunstobjekt fürs Heise-Foyer bauen. Die Umsetzung dieser fixen Idee war allerdings nicht ganz so leicht ...

Die Idee des Kollegen Sven Hansen, eine der letzten vollständigen (dachten wir zumindest) c't-Sammlungen zu einer Säule in der Eingangshalle des Verlags aufzuschichten, entstand schon im vergangenen September – übrigens beim gleichen Brainstorming wie die NerdCard, die dem Jubiläumsheft c't 24/2013 beiliegt. Zwischendurch war dann anderes wichtiger, sodass wir die Idee vor uns her geschoben haben.

Ein Jahr später kam das Thema wieder aufs Tapet. Für die Umsetzung war auch schnell jemand gefunden: Kollege Ulrich Hilgefort, der sich schon durch Bastelprojekte hervorgetan hat wie einen Wackeltisch, der unter genormten Bedingungen Camcorder quält, oder seine Action-Cam-Seilbahn.

Nach ein paar Vorüberlegungen in Sachen Statik des schätzungsweise circa 6 m hohen und 400 kg schweren Zeitschriftenturms konnte es losgehen. Falls jemand sein c't-Archiv zur Kunstinstallation umfunktionieren möchte, hier ein kleiner Fahrplan ...

Freitag, 18.10.:

  • Einkauf Holz (Multiplex-Platten 30 mm, Buche/Birke) bei Stoellger, Langenhagen – inklusive Stau auf der A2
  • Bau der Bohrhalterung A4 für circa 16 c't-Hefte
  • Bohrversuche mit Forstner-Bohrer und Kreisschneider – unbefriedigend

Samstag, 19.10.:

  • Anlegen einer Fake-Heftkante
  • Einkauf beim Baumarkt (Fräsbohrer, Holz)
  • im Verlag: Zusammensuchen der Hefte des Jahrgangs 2012 (Ausgaben 3-5 fehlen)
  • Bohrversuch Jahrgang 2012
  • Anfertigung der Sägeschablone für sich verjüngende Sockelplatten
  • Zuschnitt Bodenplatte
  • Fertigstellung Bohrmaschinenständer mit Sockelplatte und Sicherungsplatte

    Pause 18:30 bis 20:30 Uhr

  • Bau der beiden Drahtseil-Ankoppler mit Heftimitation aus Dreifach-Sperrholz mit Stahlplatten, mehrfach verschraubt
  • Scan von c't-Rücken
  • Scan von Heftseitenkanten


Sonntag, 20.10., Wochenendbeschäftigung (Was tut man nicht alles?):

  • Sockelplatten zugeschnitten mit Winkelschablone
  • Deckel zugeschnitten (+25 mm), geschliffen, gebohrt, lackiert, geschliffen, 2. mal lackiert.
  • Stahlsäule aus 4 Modulen (2+2+2+1 m) fertiggemacht mit Verbindungsrohren steckbar, beschriftet
  • Basisverkleidung zugeschnitten

Montag 21.10.:

  • sechs Drahtseile zum Abspannen vorbereitet (eine Seite mit Dreifachklemme und Kausche versehen), abgelängt auf 5-5-10-10-10-10 m
  • in der Redaktion Hefte gesucht und nach langem Hin und Her gefunden
  • Hefte ins Labor geschafft und sortiert
  • Deckelplatte des Sockels auf Maßhaltigkeit geprüft.
  • Befestigung der Drahtseile an Gebäude problematisch. Lösung erforderte 3 Fahrten zum Baumarkt.
  • jetzt Befestigung mit Schäkel, Gewindestange, Seilspannschloss
    (war immer noch billiger als die Feuerwehr-Karabinerhaken)
  • zu Hause dann zweiten Käfig für Heftbohrarbeiten gebaut
  • Bohrmaschine und Bohrständer vorbereitet
  • Sockel weitergebaut mit Befestigung für Deckplatte
  • Sockelplatten ausgerichtet und gebohrt
  • obere beide Platten passgenau ausgerichtet und verschraubt
  • erste Zwischenkanthölzer zugeschnitten, verleimt und verschraubt
  • untere Sockelplatten ausgerichtet und verschraubt
  • Siebdruckplatte angeschraubt
  • Gummiarmierung zugeschnitten, entfettet und aufgeklebt (doppels. Teppichklebeband)
  • Probemontage gesamter Sockelaufbau. Das Ding ist irre schwer.

Dienstag, 22.10.:

  • Baumarkt: Schrauben für Sockel/Einstellmechanik Säule
  • Sockel: Halterung für Einstellschrauben gebaut
  • Spezialschrauben angefertigt M10 x 250 mit Hut- und Kontermutter
  • Versteifungen der unteren und oberen Plattenebene verleimt und verschraubt

    Mittagspause 13:30 - 14:00 Uhr

  • Redaktion: 1. Bohrversuch im Labor von jno, Bohrständer umgebaut, Käfige modifiziert
  • nach Hause, Bohrständerplattform zugeschnitten, Verstärkungen gesägt, Plattform u. Halterung für Heft-Käfige gebaut
  • 2. Bohrversuch mit sla, Bohrleistung ca. 13 min für 10 cm Heftstapel,
  • Zeitplanung: ca. 2,5 h für 1 m, 10 h für 4 m, 15 h für 7,5 m. 2 Arbeitstage sollten reichen.
  • Detailplanung Befestigungspunkte in Rotunde (120 Grad)
  • zu Hause Sockel weiter gebaut
  • Platten zu Modulen zusammengeschraubt, transportfähige Blöcke
  • Schraubverbindung ausgemessen und eingesenkt
  • Unebenheiten der Rohrbefestigung plangeschliffen
  • Module erstmals zusammengeschraubt zu einem Ganzen
  • Deckplatte aufgesteckt, vorher die Verbindungswinklel gekürzt
  • Seitenplatten gereinigt.
  • eine Seitenplatte mit schwarzer Deco-Folie bezogen und per Gaffa gesichert
  • Spezialklettband montiert und mit Tacker gesichert
  • Seitenplatte angebracht, um Maßhaltigkeit zu prüfen: sieht gut aus


Mittwoch, 23.10.:

  • Ausgeschlafen! Um 11 Uhr gehts los.
  • Sockelplatte kontrolliert, Klebung nachgedrückt
  • Hefte gebohrt, Statistik begonnen. Ziel: bis Feierabend 50% schaffen
  • Schäkel an Geländerfußpunkte montiert
  • Spannschlösser umgebaut von Haken auf Ringöse M10
  • Probeinstallation Schäkel/Spannschlösser auf max. Ausdehnung
  • gebohrte Hefte umgepackt, Versuch einer Inventur
  • Staubsaugerbeutel besorgt
  • Bohrer eingekauft

    Pause 16:15 - 19:30 Uhr

  • zu Hause: Seitenplatten mit schwarzer Folie bezogen, Pilzkopfband montiert
  • Seitenplatten ausgerichtet, erstmals befestigt


Donnerstag, 24.10.:

  • Seitenplatten abgenommen
  • Sockel mit Abrichthobelmaschine auf endgültiges Maß gebracht
  • Sockel zerlegt und transportfertig gemacht
  • Probeaufbau vor Ort, Maßhaltigkeit geprüft
  • Kommentare "Hakenkreuz" beziehen sich auf verstellbare Fußpunkthalterung im Sockel
  • gebohrte Hefte sortiert und umgestapelt
  • neue Bohrpressplatten (oben/unten) geschnitten, 29,7 cm x 21cm
  • Gerüstabsprache mit Malermeister
  • Drahtseilbefestigungsplatten rohrseits korrigiert, mehr Platz für Schäkel bei schräg laufender Seilspannung
  • Befestigungspunkte geländerseits festgelegt, per Senklot nach EG OKF übertragen
  • rohrseits vorbereitete Drahtseile (Kausche, Dreifachklemung) mit Befestiger verbunden
  • Probeaufbau vor Ort
  • Drahtseile auf exaktes Maß abgelängt, geländerseitige Kausche/Klemmkombi an Spannschloss gekoppelt
  • Abbau der Probeinstallation
  • 19:00 Uhr: Hefte komplett gebohrt, zwei Bohrer (nur zwei!) sind Schrott (mehr wären derzeit in Hannover nicht zu haben gewesen)
  • Sockelteile in Werkstatt transportiert
  • Seiten- und Kopfverkleidung auf endgültiges Maß gebracht, Kopfplatte mit schwarzer Folie bezogen
  • Fotos für Qualitätssicherung
  • Pilzkopfverbinder aufgeklebt und je 4fach getackert, vorher Klebestelle mit Bremsenreiniger entfettet
  • Sockelgesamtmontage: Sockelmodule plus Seitenteile plus Kopfplatte. nur Deckelplatte fehlt noch.
  • Seitenplatten und Kopfplatte mit Zwingen angepresst, um selbstklebende Pilzkopfverbindungen über Nacht zu festigen

Freitag, 25.10.:

  • Hefte sortiert und umgepackt, Reihenfolge geprüft, Anzahl verifiziert
  • Längskanten mit Klarsichtfilm verstärkt
  • Gerüst-Anlieferung, Lagern in der Anlieferungshalle Versand
  • Aufbau Grund-Etage mit Planken und Beilagen
  • Heftjahrgänge bis 199X geklebt und sortiert

Samstag, 26.10.:

  • Anlegen der Schablonen für den Aufbau
  • Detailkontrolle der Zeichnungen und Ausdrucke
  • Übertragen der Prints auf teilbare Spanplatte
  • Ausschneiden der Umrissöffnung mit Stichsäge
  • Zuschneiden der GFK-Platinen für die Ausrichtungsschablone
  • Berechnen und maßgenaues Anfertigen der Schablonenteile aus Industrie-Material
  • Kontrolle der Maßhaltigkeit

Montag, 28.10.:

  • Erzeugen eines 10°-Referenzdreiecks für die Anlegeschablone per PC
  • Zweiter Versuch, da erster nicht funktioniert
  • Aufbau eines Stapels mit der Schablone
  • Prüfung der Maßhaltigkeit
  • Änderung des Verfahrens: Die Stapel werden im EG zusammengelegt, ausgerichtet, mit Holzbohrer gebohrt und jeweils 4fach verschraubt. Das genaue Ausrichten jedes Heftes auf dem Gerüst ist nicht realisierbar.
  • Fertigung eines "Aufzugs" für die Heftstapel
  • Zusammenpacken von Werkzeug und Schrauben für diese Aktion
  • Erweiterung Gerüst um 2. Etage
  • Fertigung von Paketen mit jeweils 100 mm hohen Heftstapeln.
  • Hefte positioniert mit Winkellehre, dann mit Klebestiff verklebt.
  • anschließend zusammengepresst per Schraubzwinge, anschließend vorbegohrt 3,5 mm, dann zusammengeschraubt mit TORX-Spax 90 mm (2 von oben, 2 von unten)

Dienstag, 29.10.:

  • Aufbau der Säulenpakete bis auf Höhe von ca. 3,2 m
  • Einhängen der Drahtseile 1. OG an Gebäude/Geländer
  • Umsetzen des Gerüsts wg. Handhabbarkeit der Seile
  • Auffädeln der Spannplatten auf Säule, vorläufig fixiert per Hochlastkabelbinder
  • Erweiterung Gerüst auf 3. Etage, Abspannung des Gerüsts
  • Sicherung der Säule durch Latten-/SuperClamp-Kombinationen an Gerät-Querstange
  • Verlegen und Fixieren der Spannungsversorgung für Scheinwerfer 1.OG
  • Anklemmen der Scheinwerfer (4 x 300W Spot) per SuperClamp, gesichert durch Drahtseil
  • Ausrichten der Lampen
  • Zentrale Schalteinrichtung Funkschaltsteckdose 1.OG
  • Planung Gipfeltürmchen: dreiseitiger Säulenaufsatz 21 cm Kantenlänge

Mittwoch, 30.10.:

  • Material eingekauft für obere Halterung
  • Drahtseile für obere Halterung vorbereitet
  • Planung geändert wg. Anknüpfungspunkt Drahtseile
  • neue Halteplatte gefertigt
  • letzte Heftpakete aufgepackt (11:30 Uhr)
  • Mast am Gerüst gesichert für Drahtseilabspannung
  • Schäkel an Geländer eingehängt
  • letztes Heft aufgelegt (c't 24/2013)
  • Drahtseile an Turm befestigt
  • Drahtseile passend verklemmt (3fach) und in Schäkel eingehängt
  • Turm nach Wasserwaage, dann nach Lot eingerichtet. Fehler über Vertikale < 10 mm
  • Wackeltest durch g, hält und schwingt schön ;-)
  • Sicherung Mast/Gerüst entfernt, Turm steht jetzt ohne "fremde" Stütze
  • Turmkrone vorbereitet (Heft-Imitate mit Rand und Titel)
  • obere Halteplatte fertig gestellt
  • Rohr abgelängt
  • Abstandshalter zugeschnitten
  • Heft-Imitate mit Pilzkopfband angebracht und ausgerichtet

Donnerstag, 31.10.:

  • Vorbereitung Sockel für Verkleidungsmontage (schwärzen der Übergänge)
  • maßgenaues Vorpositionieren der Verkleidungsplatten und Festsetzen
  • Turm ist fertig! Juhu!
  • Fototermin mir Stefan Arandt
  • Anbringen eines Scheinwerfers zur Beleuchtung der Bronze-Skulptur und Verkabelung
  • Installation der weiteren Scheinwerfer für die Turm-Ilumination
  • Fototermin mit Andreas Wodrich für Team-Fotos
  • Verkabelung der Lampen
  • nach ersten Ausfällen Umbau der Scheinwerfer auf Dimmerbetrieb (so möglich wg. Softstarter)
  • Ersatzbeschaffung von 10 PAR56-Brennern (NarrowSpot)
  • Abstimmung und Einrichten der Scheinwerfer auf möglichst blendfreien Betrieb
  • Einsetzen der Farbfilter zur Auflockerung der weißen Beleuchtung


Verwendetes Werkzeug:
Mafell Erika Unterflurzugsäge
Mafell Abricht- und Dicktenhobel
Makita-, Bosch- und Metabo-Bohrmaschinen, Fein-Bohrständer
Festo Excenterschleifer
div. Schrauber Laser-Messeinrichtung
6 Meter hohes Gerüst mit Abspannung

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