Der schnelle Blick

Shell Picture erweitert das Kontextmenü

Test & Kaufberatung | Kurztest

Wer fließbandmäßig mit Dateien unter Windows hantiert, weiß kurze Mauswege zu schätzen. Shell Picture spart Zeit beim Sichten von Grafik-Files. Es bindet Bilddarstellung, Zuordnung und Konvertierung direkt ins Explorer-Kontextmenü von Windows 95 oder 98 ein. Per rechtem Mausklick auf die betreffende Datei erscheint ein Vorschaubild direkt im Menü.

Bildbetrachter und Konvertierer gibt es unter Windows in vielerlei Spielarten. Allerdings wollen solche Werkzeuge erst einmal geladen sein, und zum Anschauen oder Wandeln eines Bildes erfordern sie meist zahlreiche Mausklicks. Wenn sich die wichtigsten Arbeitsschritte im Umgang mit Grafikdateien bereits per Kontextmenü im Windows-Explorer erledigen lassen, bedeutet das einen beachtlichen Tempogewinn: Jeder eingesparte Handgriff pro Bild vervielfacht sich mit der Menge des zu sichtenden Materials.

Windows 98 bietet beim Betrachten von Ordnern im Web-Seiten-Modus eine Miniaturansicht von Bildern an. Shell Picture geht noch weiter - es zeigt seine Bildvorschau grundsätzlich jedesmal, wenn das Kontextmenü für eine Bilddatei unter Windows 95 und 98 erscheint. Ein Klick auf das Preview-Bild, dessen Größe und Anordnung sich vorgeben lassen, holt das betreffende Motiv dann im Originalmaßstab auf den Schirm. Das Programm berücksichtigt neben Pixelformaten wie JPEG, GIF, TIFF, BMP, TGA, PNG, PCD oder PCX auch das Vektorformat WMF.

Über die reine Ansicht hinaus leistet Shell Picture noch weitere Dienste rund um die Arbeit mit Bilddateien. Hierzu gehört die Konvertierung ebenso wie das Weiterreichen an eine Grafikanwendung. Konsequenterweise hat Entwickler Carsten Paasch die Zahl der notwendigen Mausklicks auch für die Konvertieroptionen so gering wie möglich gehalten: Im Kontextmenü verbirgt sich hinter dem Eintrag `Shell Picture´ eine Menüebene, die neben einem ausführlichen Konvertierungsdialog auch eine `Direktkonvertierung´ anbietet. Letztere kommt unter Verwendung des aktuellen Dateipfads und der vom Benutzer festgelegten Voreinstellungen mit einem einzigen Klick für jedes der Formate JPEG, PNG, BMP und TIFF aus.

Bei Windows 95 und 98 hat Microsoft die Zuordnung von Dateitypen zu Anwendungen gegenüber Windows 3.x neu (und, wie viele meinen, wesentlich schlechter) organisiert. Viele frisch installierte Grafikanwendungen reißen nach dem Motto `Die Welt gehört mir´ ungefragt alle Dateitypen an sich, die etwas mit Grafik zu tun haben. Wer diese Zuordnungen ändern möchte, muß im Eigenschaftendialog des Explorer mit MIME-Typen hantieren, was gerade Anfängern oft ziemlich kryptisch erscheint. Shell Picture bietet durch seine `Öffnen mit´-Optionen im Kontextmenü eine bequeme Alternative. Der Anwender trägt Programme, die er gelegentlich für die Arbeit mit Bilddateien nutzen möchte, in eine Auswahlliste ein. Beim Aufruf der `Öffnen mit´-Option bietet ihm die zweite Ebene des Kontextmenüs dann diese Programme zum Öffnen der gewählten Datei an. Die zweite Menüebene hält darüber hinaus noch einen umfangreichen Dialog zur grafisch unterstützten Druckvorbereitung und zum Ausdrucken des gewählten Bildes bereit. Außerdem finden sich hier Informationen zu Größe, Farbtiefe und Formatoptionen.

Shell Picture stellt eine praktische Hilfe für gewohnheitsmäßige Bilderjongleure dar. Ziemlich lästig, wenn auch kaum zu vermeiden, sind nur die Wartezeiten beim Aufbau des Kontextmenüs - speziell dann, wenn die angewählte Bilddatei etliche Megabyte groß ist und der Zugriff übers Netzwerk erfolgt. Wer hauptsächlich mit lokalen Daten arbeitet, kann den Bremseffekt durch entsprechend schnelle Hardware erwartungsgemäß vermindern. (psz)


Shell Picture 1.09, Shareware, 29 DM für private und 39 DM für kommerzielle Nutzung, Download unter http://www.babe.de/shellpic.html

Anzeige
Anzeige