Die 0-Euro-Antenne

WLAN-Antenne aus Abfällen selbst bauen

Praxis & Tipps | Praxis

Miese Datenraten im Gäste-WC und bester Empfang für den Hacker vor der Haustür - die Antennen an WLAN-Access-Points sorgen oft nicht für die gewünschte Funkabdeckung. Eine Antenne, die Abhilfe schafft, lässt sich in einer halben Stunde zusammenstecken.

Lange galt die Dosenantenne als einfachstes und billigstes Selbstbau-Design für den WLAN-Richtfunk mit Hausmitteln. Doch eine ähnlich gute Richtwirkung lässt sich auch ohne Kenntnisse in Metallverarbeitung mit einer Hand voll Trockenabfälle erreichen. Da die Bastelantenne einfach auf die vorhandene Stummelantenne des Access Points gesteckt wird, passt sie immer. Allerdings eignet sich die Billigvariante anders als das Dosenmodell nicht zur Außenmontage für eine Richtfunkstrecke.

Nicht schön, aber effektiv: die WLAN-Antenne aus Abfällen.

Die Bauform der Billigantenne heißt Yagi-Uda. Wer an die alte Fernsehantenne auf dem Dach denkt, hat ein Exemplar dieses Typs vor Augen. Sie besteht aus einer Reihe von leitenden Elementen, die gegeneinander isoliert parallel zueinander stehen. Die Kunst liegt in der Anpassung von Länge und Abstand der Elemente an die Funkfrequenz.

Für WLAN im 2,4-GHz-Band fällt die Antenne so klein aus, dass man sie mit etwas Draht und einem Stück Styropor aufbauen kann und dann einfach über die vorhandene Antenne des Access Points stülpt. Davon profitieren Geräte, die gemäß 802.11b und 802.11g kommunizieren.

Wenn Basisstation und Notebook nach dem Entwurf zum Standard 802.11n funken, bringt die Aufstülpantenne wenig. Denn 11n benutzt immer mehrere Antennen gleichzeitig, um ein optimales Signal zu kombinieren. Die dabei verwendeten Algorithmen sind auf die verbauten Antennen abgestimmt. Wenn jedoch der 11n-AP nur 11g-Geräte ans Netz anbindet, profitieren sie vom Selbstbau. Dann sollte man jedoch fest den 11g-Modus einstellen.

Die im Abschnitt Aufbau aufgeführten Maße der Antenne hat der Funkamateur Bodo Woyde (DL7AFB) für 802.11g/b im 2,4-GHz-Band mit einer Antennen-Simulations-Software ermittelt. 802.11a funkt im 5-GHz-Band und braucht daher eine komplett anders bemessene Antenne.

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