Montage

WLAN-Antenne aus Abfällen selbst bauen

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Wesentlich wichtiger ist, dass die Styropor-Yagi an der richtigen Stelle auf der Antenne des AP sitzt: Die Mitte der Elemente muss auf einer Höhe mit der Mitte der ursprünglichen Antenne liegen. Die ist jedoch nicht ganz einfach zu treffen, wie die Röntgenbilder von AP-Antennen in unserer Bilderstrecke zeigen. Darauf erscheint Metall besonders hell. Die Antenne besteht jeweils aus einer dicken Hülse, aus der ein dünnerer Draht heraussteht. Die Mitte der Antenne ist der Übergang zwischen diesen beiden Elementen.

Die Lage der integrierten Antennen (5 Bilder)

Die Mitte der AP-Antenne ist der Übergang zwischen der dicken Hülse unten und dem Draht. Die Metallelemente der Selbstbauantenne sollen oben und unten gleich weit überstehen.

Wer kein Röntgengerät zur Hand hat, muss durch die Wirkung herausfinden, wie die korrekte Position ist. Dazu stellt man das Notebook dort auf, wo ohne Zusatzantenne die WLAN-Versorgung besonders schlecht ist. Normalerweise zeigt die zum WLAN-Adapter gelieferte Software die Signalstärke an. Die grünen Balken im zuständigen Windows-Dialog eignen sich nicht, da sie zu langsam reagieren und kleine Veränderungen nicht darstellen.

Die Freeware WLAN-Info zeigt die Signalstärke für die optimale Montage an.
Die Freeware WLAN-Info zeigt die Signalstärke für die optimale Montage an.

Besser funktioniert die Freeware WLAN-Info, die die Signalstärke nicht nur als Balken anzeigt, sondern wahlweise auch mit unterschiedlich hohen Signaltönen zu Gehör bringt. WiFiSiStr ist ebenfalls Freeware, setzt jedoch das .NET-Framework voraus. Für eine sinnvolle Anzeige in WiFiSiStr muss das Notebook ins WLAN eingebucht sein.

Beide Programme zeigen die Signalstärke als negative dB-Werte an, wobei 0 dBm 1 mW entsprechen. Bei der Optimierung geht es also darum, möglichst nahe bei Null liegende dB-Werte zu erreichen.

Verschieben Sie dazu Ihr Werk auf der AP-Antenne nach und nach, bis die beste Signalstärke erreicht ist. Anschließend drehen Sie die Antenne ebenfalls anhand der Signalstärkeanzeige in die richtige Richtung. An Verbesserungen von einzelnen dB sollte man dabei nicht zu lange herumexperimentieren, da die Signalstärke ohnehin in dieser Größenordnung schwankt.

Wer beim Optimieren nicht wie Grobi in der Sesamstraße zwischen dem Rechner und dem AP hin- und herwetzen möchte, gibt den Notebook-Bildschirm per Remote Desktop oder VNC über das Netzwerk frei. Mit einem zweiten Rechner in der Nähe des AP lassen sich die Verbesserungen dann ganz bequem beobachten.

Wenn Sie die Antenne optimal auf den Balkon ausgerichtet haben, darunter aber die WLAN-Versorgung des etwas querab liegenden Wohnzimmers leidet, richtet die Yagi eventuell zu stark. Das Wohnzimmer liegt dann außerhalb des ungefähr keulenförmigen Bereichs optimaler Versorgung. Falls Sie keine Antennenausrichtung finden, in der beide Zimmer gut versorgt sind, können Sie das vorderste (am weitesten von der AP-Antenne entfernte) Element aus der Antenne entfernen. Sie wird dadurch etwas schlechter, bekommt also eine geringere Richtwirkung. Allerdings sinkt natürlich auch die Signalstärke in der Vorzugsrichtung.

Wenn ein 11g-AP mehrere Antennen hat, spielt es keine Rolle, auf welche Sie die Styropor-Yagi stecken, denn das Funkmodul nutzt automatisch die mit der besten Verbindung. Diese Diversity genanten Funktion muss dafür eventuell im AP eingeschltet werden. Bei einem 11n-AP im 11g-Modus müssen Sie ebenfalls durch Probieren herausfinden, welche der Antennen überhaupt aktiv ist.

Da die Antenne beim Senden und Empfangen auf Seiten des AP wirkt, ist eine zweite am Notebook nur in Extremfällen hilfreich. Außerdem ist es hier noch schwieriger, die integrierte Antenne am Rand des Displays zu finden und die Selbstbau-Yagi korrekt darüber anzubringen.

Theoretisch beträgt der Gewinn der Antenne gut 11 dBi, durch die nicht perfekte Fertigung gehen davon ungefähr 2 dB ab. Die Stummelantenne des AP bringt in der Regel rund 2 dBi, sodass ihr gegenüber ungefähr 7 dB Gewinn bleiben. Das kann dazu führen, dass die gesamte abgestrahlte Leistung über dem Erlaubten liegt. Um auf der sicheren Seite zu bleiben, sollte man also im AP die Sendeleistung auf ein Fünftel reduzieren. Da auch die Hersteller die erlaubten 100 mW EIRP abgestrahlter Leistung normalerweise nicht ausreizen, bleiben Sie wahrscheinlich auch mit einer Reduktion auf 25% legal.

Die zuständige Bundesnetzagentur schickt zwar nicht von sich aus Messtrupps los, um die Einhaltung des Grenzwerts zu kontrollieren. Doch wer mit einem zu starken Sender andere Netze stört, begeht nicht nur Funk-Vandalisums. Der Gestörte kann die Regulierungsbehörde zur Hilfe rufen und die kann den Störer wegen einer Ordnungswidrigkeit ein schmerzhaftes Bußgeld aufbrummen, das die Freude an der Antenne aus kostenlosen Materialien arg trüben dürfte. (je/c't)

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