Die Highlights des LinuxTag 2012

Wissen | Hintergrund

Vom 23. bis zum 26. Mai findet auf dem Berliner Messegelände der LinuxTag 2012 statt. Bei 260 Vorträgen und 120 ausstellenden Unternehmen und Projekten erwartet die Besuchern ein vielfältiges, abwechslungsreiches Programm.

Die Vorbereitungen für den diesjährigen LinuxTag sind in vollem Gange: Am Mittwoch, 23. Mai startet die Veranstaltung in Halle 7 auf dem Messegelände in Berlin. Es ist bereits das achtzehnte Mal, dass die Kombination aus Konferenz und Messe rund um das freie Betriebssystem und Open-Source-Software stattfindet. Das neue Motto "Open minds create effective solutions!" gesellt sich zum bekannten Slogan der letzten Jahre "Where .com meets .org". Als Schirmherrin des Events konnten die Organisatoren die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, Bundes-CIO Cornelia Rogall-Grothe, gewinnen.

Ob IT-Entscheider oder Systemadministrator, Linux-Anfänger oder Verwaltungschef: Bei insgesamt 260 Vorträgen und 120 Ausstellern dürfte für jeden der erwarteten 12.000 Besucher etwas Spannendes dabei sein. Neuigkeiten und Wissenswertes wollen die Organisatoren während der Konferenz zeitnah auf Twitter (@linuxtag), Google+ und Facebook kundtun.

Eine Tageskarte kostet 20 Euro, eine Dauerkarte für die vier Tage 36 Euro. Tickets erhält man an der Tageskasse oder im Online-Shop.

Traditionell verteilen sich die Vorträge auf dem LinuxTag thematisch über mehrere Tracks: System-Management, Software-Entwicklung sowie Virtualisierung und Hochverfügbarkeit am Mittwoch, Storage, Software-Entwicklung und Administration (Donnerstag), Cloud-Computing, Kernel und Netzwerk-Überwachung (Freitag) sowie Desktop- und mobile Anwendungen, Embedded Linux und Web-Anwendungen am Samstag.

Die Themen der Vorträge sind vielfältig: Es geht sowohl um alte Bekannte wie Samba 4, Nagios, RRDtool, Dovecot und OpenOffice und dessen Fork LibreOffice als auch um neuere Projekte wie ownCloud und LXC. Mit etwa 260 Beiträgen bleibt das Vortragsangebot auf dem Stand des Vorjahres. Knapp die Hälfte der Vorträge ist auf Englisch; der Anteil Redner aus dem Ausland liegt bei dreißig Prozent.

Das Spektrum der Keynotes reicht von politischen Themen bis zu harter Technik. Am Donnerstag will der FDP-Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz, Enquete-Kommission zu Internet und digitaler Gesellschaft im Deutschen Bundestag, die Ideen von Eric S. Raymonds legendärem Papier The Cathedral and the Bazaar weiterdenken. Glibc-Maintainer Ulrich Drepper spricht am Freitag über die Unterstützung von Software Transactional Memory in GCC 4.7, Thema der Samstags-Keynote ist die kommende Version 5 der GUI-Bibliothek Qt.

Auch Microsoft zeigt wieder Präsenz. In seinem Vortrag Microsoft and Open Source: An Update on the Journey am Donnerstag erklärt James Utzschneider, General Manager für Open Source bei Microsoft, die Open-Source-Strategie seines Unternehmens.

Spannend dürfte es in der Podiumsdiskussion zum Thema Netzpolitik werden, die am Eröffnungstag um 17 Uhr stattfinden soll. Hier diskutieren Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft über aktuelle Themen wie Datenschutz, Urheberrecht, Open Data, Netzneutralität und Vorratsdatenspeicherung. Die Teilnehmer: Jimmy Schulz (MdB FDP), Lars Klingbeil (MdB SPD), Konstantin von Notz (MdB Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Peter Michael Tauber (MdB CDU), Blogger Markus Beckedahl (Digitale Gesellschaft) und Alexander Morlang von der Piratenfraktion Berlin.

Mit dem Spannungsfeld zwischen IT und Recht beschäftigen sich auch zwei Vorträge in der LinuxTag-Lounge (Halle 7.2a) am Donnerstag. Hier geht es um die rechtlichen Aspekte des Cloud-Computing und um die Vereinbarkeit sozialer Netzwerke mit den Bestimmungen des deutschen Urheberrechts.

Als fester Bestandteil des LinuxTag hat sich der Business- und Behördenkongress etabliert. Er findet an Mittwoch und Donnerstag statt und informiert über den konkreten Einsatz von Open Source in Verwaltung und Unternehmen. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf System-Management und Monitoring. Eingebettet sind dieses Jahr zwei neue Tracks: Beim open valley berlin am 23. Mai stehen Open-Source-Fallbeispiele aus der Region im Mittelpunkt. In der Open Minds Economy, deren Mit-Verstalter die Open Source Business Alliance ist, dreht sich am nächsten Tag alles um Chancen und Herausforderungen einer offenen Zusammenarbeit in Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft.

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