KMS für Radeon und Intel, Treiber für X-Fi

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Seite 2: KMS für Radeon und Intel, Treiber für X-Fi

Nachdem die Kernel-Hacker bei 2.6.29 Unterstützung für Kernel-Based Mode-Setting (KMS) für Intel-GPUs integrierten, nahmen die Entwickler nun KMS-Code für Radeon-Grafikchips von AMD/ATI auf. Der maßgeblich von den Programmierern des X.org-Treibers "radeon" entwickelte Code unterstützt allerdings nur Radeon-GPUs bis hin zur R5XX-Serie – also alle Radeon-Modelle bis einschließlich der X1950. KMS-Unterstützung für die R6xx- und R7xx-GPUs der Radeon-HD-Serien 2000, 3000 und 4000 soll bei Linux 2.6.32 einfließen; zusammen mit diesem Code soll auch die von vielen lang ersehnte 3D-Unterstützung für die neueren Radeon-GPUs in den Kernel einziehen. Die ist genau wie der bei 2.6.31 integrierte Radeon-KMS-Code jedoch noch nicht ganz ausgereift; die Entwickler haben den jetzt aufgenommenen KMS-Code daher vorerst als Staging-Treiber gekennzeichnet.

Die Intel-KMS-Treiber erweiterten die Entwickler um Unterstützung für die Monitoransteuerung via DisplayPort (DP). Zahlreiche Korrekturen verbessern zudem den bisherigen KMS- und GEM-Code – der in der zweiten Juli-Hälfte freigegebene X.org-Treiber xf86-video-intel 2.8 dürfte mit Linux 2.6.31 daher am besten arbeiten. Die Intel-Crew hat ferner KMS-Code und andere Patches zur Unterstützung einer als IGDNG bezeichneten Grafikchipreihe beigesteuert. Das Kürzel steht für "Intel Graphics Device Next-Generation" und meint die Grafikkerne der Anfang nächsten Jahres erwarteten Westmere-Prozessoren Clarkdale und Arrandale, die Core i3 und Core i5 heißen sollen.

Im Detail

Dieses Kernel-Log liefert lediglich einen Überblick über die wichtigsten Änderungen der Linux-Version 2.6.31. Detailliertere Erklärungen finden sich in den einzelnen Teilen der in den vergangenen Wochen auf heise open veröffentlichten Kernel-Log-Mini-Serie "Was 2.6.31 bringt":

1. Netzwerk – Neue Treiber für LAN und WLAN

2. Audio & Video – KMS für Radeon und Treiber für X-Fi

3. Storage & Dateisysteme – Btrfs aufgebohrt, IDE-Subsystem auf dem Abstellgleis

4. Tracing, Architektur-Code, Speicherverwaltung und Virtualisierung: Performance Counter beobachten Code-Ausführung

5. Der Rest vom Ganzen: CUSE, USB 3.0 und LAN-Unterstützung für den neuen Firewire-Stack

So erwähnen die Artikel, deren wichtigste Abschnitte die Basis für diesen Artikel bildeten, im Abschnitt "Staccato" häufig noch zahlreiche weitere wichtige Änderungen. Am Ende jedes Teils der Mini-Serie finden sich unter der Überschrift "Die kleinen Perlen" noch Listen etlicher weiterer Änderungen, die keine Erwähnung im Text fanden, aber für manche Anwender dennoch von großer Bedeutung sind.

Der Artikel zu Neuerungen rund um Audio- und Video-Treiber etwa verweist auf zahlreiche Patches, die die Unterstützung der Audio-Hardware verschiedener PC-, Notebook- und Mainboard-Modelle verbessern; in den Listen zu den Änderungen im V4L/DVB-Subsystem finden sich viele Produktnamen von TV-Hardware, die der Linux-Kernel nun ansteuern kann.

Über die Alsa-Entwickler fand der für einige Creative-PCI-Soundkarten der X-Fi-Serie geeignete und maßgeblich von Creative-Mitarbeitern entwickelte Treiber snd-ctxfi den Weg in den Kernel. Damit findet eine Treiber-Odyssee nun ein Ende, denn einige zumeist allenfalls halbfertige Versionen verschiedener quelloffener oder proprietärer Treiber hatten in den vergangenen Jahren immer wieder eine unerfüllt gebliebene Hoffnung auf einen halbwegs ordentlichen Linux-Treiber für X-Fi-Sound-Chips aufkommen lassen. Ausgereift ist der jetzt in Kernel aufgenommene Treiber aber noch nicht; so fehlt etwa die Unterstützung für externe I/O-Module.

Im DVB/V4L-Subsystem gab es wie üblich hunderte Änderungen. Neu dabei ist beispielsweise der Treiber stv090x, der die unter anderem auf der TechnoTrend TT-budget S2-1600 verbauten DVB-S/S2/DSS-Chips von Intersil anspricht. Dazugestoßen ist auch der Treiber gspca-sn9c20x für die in Webcams verschiedener Hersteller eingesetzten USB-Chips sn9c201 und sn9c202. Verbesserte Unterstützung gibt es für einige Webcams der Logitech-Serie QuickCam Messenger; der Gspca-Treiber ov519 arbeitet nun auch mit den Chips ov511 und ov518 zusammen.

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