Virtualisierung & Treiber

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Seite 4: Virtualisierung & Treiber

Die größten Neuerungen der Virtualisierungslösung KVM erwähnt Avi Kivity in seinem Git-Pull-Request: Ein Port auf PPC64, Verbesserung für den Timercode, viel Arbeit am Emulator-Code sowie Fähigkeiten, um KVM-Gastsysteme vom Host aus mit "perf" zu zu analysieren. An der Tracing- und Performance-Monitoring-Infrastuktur gab es zudem haufenweise weitere Änderungen, wie etwa die Unterstützung für die Monitoring-Funktionen älterer Pentium-4-CPUs (1, 2) sowie Intels "Precise Event Based Sampling" (PEBS), mit dem sich Informationen über einzelne Speicherabschnitte beschaffen lassen. Neue Text-User-Interfaces für "perf report" (u. a. 1, 2) und "perf annotate" (u. a. 1, 2, 3, 4) sollen die Analyse der gesammelten Daten erleichtern.

Nach mehreren Anläufen stieß zudem der Kdb genannte Kernel-Debugger zum Kernel (1, 2, Dokumentation). Dessen Code basiert auf der Version 4.4 des Kdb von SGI und besitzt etwas andere Fähigkeiten als die schon länger im Kernel enthaltenen und auf ein zweites System angewiesenen Debugging mit Kgdb, dessen Code an einigen Stellen mit dem von Kdb verflochten wurde. Weitere Details zu Kdb finden sich in einem Artikel bei LWN.net, der vom Entwickler auf Kernel.org bereitgestellten Dokumentation und den beiden Git-Pull-Request (1, 2).

Linux-Kernel herunterladen

Neue Linux-Versionen sind über die in Server von Kernel.org erhältlich; deren Inhalte spiegeln auch zahlreiche Mirror in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Linux-Anwender, die sich nicht intensiv mit dem Kernel und dessen Umfeld beschäftigen, sollten neue Linux-Treiber und -Kernel aber normalerweise nicht auf eigene Faust einspielen, sondern auf die Kernel der Linux-Distributoren zurückgreifen. (...mehr...)

Die vom Alsa-Projekt betreuten Sound-Treiber des Kernels sind mit 2.6.35 auf dem Niveau der Alsa-Version 1.0.23. Neu dabei ist der Treiber snd-asihpi für ASI-Soundkarten von AudioScience. Größere Umstrukturierungen und zahlreiche Verbesserungen gab es zudem am Code zur Unterstützung von USB-Audio – vieles davon bringt die bei 2.6.34 eingebrachte Unterstützung für die Version 2.0 der USB-Audio-Spezifikation auf Vordermann (u. a. 1, 2, 3, 4, 5, 6).

Ein neues, maßgeblich vom V4L-/DVB-Maintainer Mauro Carvalho Chehab vorangetriebenes "Remote Controller Subsystem" soll die Grundlagen für eine bessere Unterstützung von Infrarotfernbedienungen legen (u. a. 1, 2, 3, 4, 5). Bislang lieferten die meisten Distributionen dafür Lirc-Treiber mit, die jedoch den Qualitätsansprüchen der Kernel-Entwickler nicht genügten und in Zukunft vielleicht in abgewandelter Form mit dem neuen Subsystem zusammenarbeiten sollen.

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