Die Neuerungen von Linux 3.12

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Optimus-Notebooks und einige Grafikkerne von AMD und Intel verbrauchen mit Linux 3.12 weniger Strom. Btrfs beherrscht jetzt Daten-Deduplikation; neue Locking-Techniken versprechen bessere Performance. Linux arbeitet nun auch als SYN-Proxy und unterstützt 40-Gigabit-Ethernet-Chips von Intel.

Die Neuerungen von Linux 3.12

Linus Torvalds hat den Linux-Kernel 3.12 freigegeben. Wie schon bei 3.11 haben die Kernel-Entwickler lediglich neun Wochen zur Entwicklung des "One Giant Leap for Frogkind" genannten Kernels benötigt. Er bringt dennoch reichlich Änderungen, die Desktop-PCs und Notebooks ebenso betreffen wie Server oder Embedded-Systeme.

Bei vielen modernen Notebooks mit zwei Grafikkernen wird Linux den Zweit-Grafikchip automatisch zu- und wegschalten können (u. a. 1, 2). Das ist insbesondere für Notebooks mit Nvidias Optimus interessant, die neben der Prozessor-Grafik eine GeForce-GPU enthalten. Letztere ist in der Standard-Konfiguration aktueller Distributionen meist aktiv, obwohl sie nichts zur Bildschirmdarstellung beiträgt; der Grafikchip nimmt in diesem Zustand allerdings zirka 5 Watt Leistung auf und verkürzt die Akku-Laufzeit so merklich.

Im Detail

Bereits in den vergangenen Wochen hat das Kernel-Log in der Serie "Was 3.12 bringt" detailliert über die Änderungen von Linux 3.12 berichtet:

  1. Dateisysteme & Storage
  2. Netzwerk
  3. Infrastruktur
  4. Treiber

Der nebenstehende Text fasst die wichtigsten Neuerungen dieser Artikel zusammen und gibt einen Ausblick auf Linux 3.13.

Intels Grafiktreiber nutzt jetzt das Embedded-DRAM, das Core-i-Prozessoren mit dem Grafikkern Iris Pro 5200 enthalten (u. a. 1, 2). Dadurch liefern solche CPUs mehr 3D-Performance als andere Prozessoren der Haswell-Generation – etwa die Core-i-Prozessoren mit Intels HD Graphic 4400 oder 4600.

Der Treiber für Radeon-GPUs beherrscht die Stromspartechniken DPM (Dynamic Power Management) und ASPM (Active State Power Management) jetzt auch bei der Radeon HD 7790 und einigen 8000er-Modellen (u. a. 1, 2, 3, 4). Wie bei Linux 3.11, das Unterstützung für diese Stromspartechniken gebracht hat, muss man den experimentellen DPM-Support über den Kernel-Parameter "radeon.dpm=1" manuell einschalten.

Neu dabei ist ein Grafiktreiber für die Adreno-GPUs der Reihen a2xx und a3xx (u. a. 1, 2). Sie stammen von Qualcomm und stecken in verschiedenen ARM-Prozessoren der Snapdragon-Serie – unter anderem im HP TouchPad und in Googles Nexus 4.

Btrfs, das weiterhin als experimentell gilt, beherrscht jetzt Out-of-Band Deduplication. Durch diese Technik können Userspace-Programme den Kernel anweisen, identische Speicherbereiche eines Dateisystems zusammenzulegen, um Speicherplatz zu sparen.

Ext4 soll durch einige Umbauten am Extent-Cache sparsamer mit dem Arbeitsspeicher umgehen (1, 2). Ferner können Ext3 und Ext4 ein extern abgelegtes Dateisystem-Journal nun über eine Pfadangabe finden, die eine Mount-Option spezifiziert. Das ist für Systeme interessant, bei denen sich die Datenträgerbezeichnungen im /dev-Verzeichnis immer mal wieder ändern.

Das XFS-Dateisystem unterstützt nun User Namespaces, die unter anderem für Container-Virtualisierung und Sandboxing interessant sind. XFS soll Dateien auf Datenträgern mit sehr vielen Dateisystemeinträgen jetzt erheblich schneller finden können (1, 2).

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