Die nächste Generation

Mac OS X: stabil durch Unix

Test & Kaufberatung | Test

Macintosh-Anwender warten seit Jahren auf ein moderneres Betriebssystem und jetzt ist es endlich da. Mac OS X bietet technisch das, was ‘State of the Art’ ist: Speicherschutz gegen Systemabstürze, echtes Multitasking für reibungsloses ungehindertes Arbeiten mit mehreren Programmen, integrierte Unterstützung für Mehrprozessorbetrieb. Mit der neuen Oberfläche Aqua sieht es obendrein schick aus und soll kinderleicht zu bedienen sein.

Aufmacher

Nicht nur Macintosh-Fans warten, in den verschiedensten Rechnerwelten interessiert man sich für Apples neues Betriebssystem: Manchem Windows-Anwender gefällt die neue Bedienoberfläche, Linux-Jünger interessiert der Betriebssystemkern und ehemalige Next-User wollen wissen, ob Mac OS X ein würdiger Erbe ihres geliebten NextStep wird. Unserem Test lag die ‘Golden Master’-Version von Mac OS X (gesprochen ‘zehn’) zugrunde, sozusagen die Kopiervorlage für die Massenfertigung. Intern trägt sie die Bezeichnung ‘Build 4K78’. Einen Teil des Software-Angebots für Mac OS X stellen wir ab Seite 152 in c't 7/2001 vor. Wie sich Apples neues Betriebssystem im Vergleich zu Windows 2000 macht, erfahren Sie ab Seite 156.

Apples Betriebssystemstrategie steht auf fünf Säulen: Mac OS X basiert auf einem Mach-Kern, auf dem ein BSD-ähnliches Unix-System aufsetzt. Für dessen Bedienung existiert eine Shell-Umgebung, die man nur zu sehen bekommt, wenn man sie gezielt aufruft. Die Kompatibilitätsbibliothek Carbon ist eine spezielle Version der Mac-OS-9-Toolbox; ‘carbonisierte’ Programme laufen sowohl unter Mac OS X als auch unter Mac OS 9. In der Classic-Umgebung, einer Art virtuellem Macintosh, arbeitet ein unverändertes Mac OS 9.1, in dem nicht adaptierte Programme laufen. Von NextStep stammt Cocoa (gesprochen ‘Koko’), dessen objektorientierte Strukturen sich auch vom integrierten Java 2 nutzen lassen. Alle Umgebungen nutzen die diversen Systemdienste, darunter Quartz, eine Grafikbibliothek, die Adobes Portable Document Format (PDF) als internes Grafikmodell für Vektorgrafiken einsetzt. Die mitgelieferte Applikation ‘Preview’ beispielsweise kann deshalb PDF-Dateien ohne installierten Acrobat Reader anzeigen. Bei Text glättet Quartz automatisch die Kanten (Antialiasing).

Über allem liegt die neue Bedienoberfläche Aqua - eleganter, weicher und homogener als das Äußere von Mac OS 9. Wo dort harte Kontraste vorherrschen, etwa zwischen Fensterrahmen und Hintergrund, zeigt Mac OS X sanfte Grautöne und milchig-weiße Flächen, zum Teil mit hellgrauem Streifenmuster. Südseeblaue Steuerelemente bringen Farbe ins Bild. Der Desktop erscheint auf den ersten Blick zwar ganz anders als unter Mac OS 9, aber dennoch vertraut. Apple betont, dass Mac-Anwender beim Umstieg keine Probleme haben werden. Eine kurze Eingewöhnungsphase wird man aber brauchen.

Den Signaleffekt von Ampelfarben nutzt Apple für die links oben am Fenster angebrachten Elemente zum Schließen (rot), Verkleinern (gelb) und Vergrößern (grün). Ist das Fenster deaktiviert, wird die Titelleiste transparent, sodass der Hintergrund leicht durchschimmert. Sichern-Dialoge gehören nun fest zu einem Fenster, aus dessen Titelzeile sie bei Bedarf schlüpfen. So erkennt der Anwender immer eindeutig, auf welches der geöffneten Fenster sich etwa die Frage ‘Daten sichern?’ bezieht.

Ein auffälliges Merkmal von Mac OS X ist das so genannte Dock, eine Leiste am unteren Desktop-Rand, die - ähnlich dem Taskbar von Windows - Ordner, Programme, Dateien, URLs und geöffnete Fenster aufnimmt. Für fast jede Aktion gibt es eine visuelle Rückmeldung. Startet ein Programm, so hüpft dessen Symbol freudig im Dock auf und nieder. Ein kleines schwarzes Dreieck markiert die laufenden Applikationen. Schickt man ein Fenster ins Dock, verschwindet es dort wie der Geist in der Flasche - bei gedrückter Shift-Taste sogar in Zeitlupe. Fenstersymbole im Dock zeigen praktischerweise ein verkleinertes Abbild des Inhalts. So läuft beispielsweise ein verkleinerter QuickTime-Film im Dock weiter. Programme können das Aussehen ihrer Docksymbole steuern: Das Uhrprogramm zeigt auch im Dock die aktuelle Zeit an. Beim Entfernen eines Programms aus dem Dock - Ziehen auf den Desktop genügt -, löst es sich in einer kleinen Rauchwolke auf.

Schickt man ein Programm in den Hintergrund, verschwinden auch dessen verkleinerte Fenster aus dem Dock: Sie verstecken sich schön animiert hinter dem Programmsymbol. Gelangt es wieder in den Vordergrund, hüpfen die Fenster zurück in den rechten Dockbereich, der für Fenster reserviert ist. Die Symbolgröße lässt sich in mehreren Stufen einstellen. Wird der Platz im Dock knapp, schrumpfen die Bildchen so, dass alle gleichzeitig zu sehen sind. Irgendwann kann man nur noch wenig erkennen, doch auf Wunsch vergrößern sie sich wie unter einer Lupe, wenn man mit dem Mauszeiger hinüberfährt.

Wen das Dock stört, der blendet es einfach aus. Es erscheint dann automatisch, wenn der Mauszeiger den unteren Bildschirmrand erreicht oder wenn man per Apfel-Tab zwischen laufenden Anwendungen hin- und herschaltet. Der Papierkorb steht nun ebenfalls im Dock, nicht mehr auf dem Schreibtisch. Bewegt man ein Laufwerksymbol dort hinein, etwa um ein Wechselmedium auszuwerfen, verwandelt er sich in das Auswerfen-Symbol, das Apple auch auf der Pro-Tastatur einsetzt. Hält man auf dem Symbol eines Programmes die Maustaste gedrückt, erscheint in einem Menü alle dessen geöffnete Fenster. Bei einem Ordner zeigt das Dock dessen Inhalt in einem Menü, auch mit Unterverzeichnissen.

Das Dock sorgte mit seinen visuellen Effekten bei Kollegen stets für Erheiterung. Häufig nerven die Animation jedoch nur. Möchte man beispielsweise ohne große Mausbewegungen einfach nur sehen, was sich hinter einem Fenster verbirgt, muss man das Fenster ins Dock saugen lassen, nur um es sofort darauf wieder dort herauszuholen. Bei Mac OS 9 genügt es, ein Fenster per Doppelklick auf seine Titelzeile aus- und einzublenden. Außerdem wird selbst auf dem größten Monitor schnell der Platz knapp, wenn man die am häufigsten benutzten Programme und Ordner im Dock ablegt und viele Fenster verkleinert. Störend: Fenster berücksichtigen beim automatischen Zoomen auf volle Bildschirmgröße das Dock nicht. Horizontale Scrollbalken und die Vergrößerungsecke von Fenstern verschwinden deshalb regelmäßig darunter.

Auch die schöne Aqua-Oberfläche kann in einigen Punkten nicht mit dem alten GUI mithalten. So eignet sich zum Bewegen von Fenstern nur noch die Titelleiste, die Fensterränder sind unter Mac OS X funktionslos. Die Transparenz der Menüs beeinträchtigt gelegentlich die Lesbarkeit. Bei dunklem Schreibtischhintergrund erscheint die transparente Titelzeile eines inaktiven Fensters manchmal dunkler und damit aktiver als die des tatsächlich aktiven Fensters.

Bei Schriftgrößen bis etwa 12 Punkt schadet auf analog angeschlossenen TFT-Displays die Kantenglättung der Quartz-Grafikbibliothek mehr als sie nützt. Die Buchstaben fransen aus, Text wird dadurch sehr schwer lesbar. Abschalten kann man das Antialiasing nicht, noch nicht einmal für kleine Schriftgrößen. Auf per ADC digital angesteuerten Displays tritt das Problem laut Apple nicht auf.

Das zweite Menü trägt den Namen des im Vordergrund laufenden Programms und soll laut Apple die Funktionen zum Ein- und Ausblenden von Programmen und Fenstern und eine Liste von Diensten aufnehmen. Gemeint sind damit Funktionen anderer Programme, die im Kontext der laufenden Applikation von Nutzen sein können. Das ist übrigens eine sehr praktische Sache: Die dort eingetragenen Programme können die aktuelle Auswahl bearbeiten. So packt etwa der Aufruf des E-Mail-Programms einen im Vordergrundprogramm ausgewählten Text automatisch in eine neue elektronische Nachricht. Für die restlichen Menüs zeichnen weiterhin die Programme verantwortlich.

Dem neuen Apple-Menü dürfen Benutzer überhaupt keine eigenen Einträge hinzufügen. Damit bietet es bei weitem nicht mehr die Flexibilität seines Vorgängers, in dem sogar Submenüs angelegt werden können. Auch das abreißbare Programmmenü am rechten Ende der Menüzeile fehlt.

Der neue Finder arbeitet nach dem bewährten Prinzip seiner Vorgänger. Er zeigt weiterhin die Laufwerksymbole auf dem Desktop an und bietet drei verschiedene Ansichten auf die enthaltenen Daten. Doch besitzt jedes Finder-Fenster jetzt eine Symbolleiste zur einfachen Navigation, die ähnlich wie in einem Web-Browser funktioniert. Standardmäßig gibt es Symbole, um zum zuletzt geöffneten Verzeichnis zurückzukehren oder um spezielle Verzeichnisse zu öffnen (Benutzerverzeichnis, Favoriten, Programmverzeichnis). Weitere Funktionen fügt man über einen Konfigurationsdialog ein. Ein Klick auf das Computersymbol zeigt in einem Fenster alle auf dem Rechner zugänglichen Volumes an, egal ob lokale Festplatten, CD-ROMs oder gemountete Netzwerklaufwerke. Windows-Anwender kennen dies bereits als ‘Mein Computer’ oder ‘Arbeitsplatz’. Im rechten Bereich der Symbolleiste dürfen Anwender nach eigenem Gusto Dateien, Ordner oder Programme aufbewahren - einfach per Drag & Drop dort ablegen.

Man kann unter Mac OS X beliebig viele Fenster pro Verzeichnis öffnen. Das ist besonders praktisch, um verschiedene Ansichten eines Ordners zu sehen. Ohne Symbolleiste - ausblendbar über das Menü oder die weiße Schaltfläche rechts in der Titelleiste - verhält sich der Mac-OS-X-Finder weitgehend wie seine Vorgänger. Ist die Symbolleiste aber eingeblendet, öffnet der Finder pro Volume nur ein Fenster. Doppelklickt man auf einen Ordner, erscheint dessen Inhalt im selben Fenster - ähnlich wie es ein Web-Browser mit einer neuen Seite tut. Um dafür ein zweites Fenster zu öffnen, drückt man vorübergehend die Apfel-Taste. Gewöhnungsbedürftig: Mit ‘Apfel-N’ erzeugt man keine neuen Ordner mehr, sondern öffnet ein neues Verzeichnisfenster. Neue Verzeichnisse legt man mit ‘Apfel-Shift-N’ an.

Die von Mac OS 9 bekannten Symbol- und Listenansichten gibt es weiterhin, die ‘Schaltflächen’ sind hingegen einer von NextStep übernommenen Spaltendarstellung gewichen. Dabei zeigt der Finder die Verzeichnishierarchie in mehreren Spalten an (wie viele ist abhängig von der Fensterbereite). Ganz rechts erscheint ein Symbol für eine Ordner oder eine Datei. Ist eine Datei ausgewählt, nennt der Finder dort Typ, Größe und Datum der letzten Änderung. Handelt es sich um eine Datei in einem QuickTime bekannten Format, etwa ein Video oder ein Bild, erscheint eine Vorschau. Besonderer Clou: Filme spielt der Finder sogar direkt in der Spaltendarstellung ab. Die Symbole dürfen nun generell bis zu 128 x 128 Punkte groß werden - mehr als ausreichend für detaillierte Previews von Dateiinhalten.

Im Datei-Info-Dialog hat Apple eine Funktion versteckt, auf die Mac-Anwender schon seit Jahren warten: Sie dürfen nun bestimmen, welches Programm eine Datei zukünftig öffnen soll.

Das Programm ‘System Preferences’ übernimmt in Mac OS X zentral die Aufgaben, die unter dem alten System zahlreiche Kontrollfelder erledigten. Seine verschiedenen Aufgabengebiete (zurzeit 21) vereint es ähnlich der Windows-Systemsteuerung zentral in einem Fenster. In einem Favoritenbereich im oberen Teil des Fensters können Anwender die sechs meistgenutzten ablegen.

Leider hat Apple auch dem neuen Finder einige nützliche Funktionen vorenthalten. So kann man Dateien nicht mit einer Farbe, Etikett genannt, auszeichnen und danach suchen und sortieren. Das Ausdrucken eines Verzeichnisinhalts ist ebenso unter den Tisch gefallen wie die Möglichkeit, eine Datei zum Ausdrucken an das zugehörige Programm zu schicken, das sich nach getaner Arbeit selbstständig wieder beendet. Informationsfenster kann man sich nur noch für einzelne Dateien anzeigen lassen; sind mehrere ausgewählt, zeigt das Fenster deren Gesamtgröße an. Der Informationsdialog ist über das Kontextmenü nicht zugänglich. Die ‘aufspringenden’ Ordner - Verzeichnisse, die sich automatisch öffnen, wenn man mit gedrückt gehaltener Maustaste eine Datei darüber bewegt - kennt der neue Desktop ebenfalls nicht.

Besonders ärgerlich: Der neue Finder arbeitet - anders als der Rest des Betriebssystems - noch nicht vollständig Multitasking-konform. Einzelne Aktionen können ihn blockieren, so etwa der Dialog ‘Mit Server verbinden’, der die bisherige ‘Auswahl’ ersetzt. Das Umschalten zu anderen Applikationen klappt allerdings, sodass man immerhin dort weiterarbeiten kann - ein Vorteil des echten Multitasking.

Zum Lieferumfang gehört bereits QuickTime 5 mit einem QuickTime Player in neuem Gewand. Der fummelige Drehregler für die Laufstärke ist einem praktischen Schieberegler gewichen. Neu ist auch die Möglichkeit, dem Web-Browser-Plugin von QuickTime mitzuteilen, für welche Formate es zuständig ist. Dies erlaubt es, Formate von der Wiedergabe durch QuickTime auszunehmen, etwa weil bereits eine besser geeignete Erweiterung installiert ist. Bei den mitgelieferten Codecs hat sich aber wenig geändert. So lag unserer Version der Sorenson-Codec noch und nicht in der versprochenen Version 3 bei. Auch MPEG-2-Fähigkeiten suchten wir vergeblich.

Viele Entwickler und Software-Firmen passen ihre Programme an Mac OS X an oder haben dies schon erledigt. Das ist nötig, damit eine Applikation unter der neuen Aqua-Oberfläche laufen und vom echten Multitasking oder Speicherschutz profitieren kann. Die noch nicht angepasste Software läuft in der so genannten Classic-Umgebung. Startet man ein Classic-Programm, lädt Mac OS X in der Emulationsumgebung ein vollständiges Mac OS 9.1, allerdings ohne Finder. Er bleibt mit seinem Desktop unsichtbar, wie die Umgebung selbst. Dies dauert ein wenig länger als ein Rechnerstart unter Mac OS 9.1. Das OpenGL-Shading des Maxon CineBench 2000 läuft beispielsweise langsamer als auf einem mit Mac OS 9.1 gestarteten Rechner, eine Textdatenbank indiziert unter Classic dagegen schneller. Übrigens: Mac OS X unterstützt keine 68K-Programme mehr. Sie laufen nur noch in der Classic-Umgebung.

Die Classic-Programme kommen freilich nicht mit dem neuen Aqua-Kleid daher. Sie zeigen noch die alte Menüleiste, haben ein vollständiges Apple-Menü und ihre Fenster sind in das bekannte ‘Platinum’-Outfit gehüllt. Gegen Abstürze sind sie nicht besser gefeit als früher. Ein abstürzendes Classic-Programm reißt unter Umständen andere Classic-Software oder die ganze Umgebung mit in den Datentod. Mac OS X bleibt davon aber unberührt.

Vorhandene Software für Mac OS hat gute Chancen, problemlos in der Classic-Umgebung zu laufen. Adobe Photoshop machte in unseren Tests ebenso wenig Probleme wie Quark XPress oder die Datenbank Filemaker. Das gilt aber nur für Programme, die die Hardware nicht direkt ansprechen, denn das verbietet der Unix-Kern von Mac OS X. Schon der DVD-Player, der nur des Regional-Codes wegen ein wenig direkter mit dem DVD-Laufwerk kommunizieren muss, scheitert an dieser Hürde. Auch Virtual PC arbeitet nicht in der Classic-Umgebung.

Starteten wir unseren Test-Rechner nach dem Einsatz der Classic-Umgebung direkt mit Mac OS 9.1 (Bereiche ‘Startlaufwerk’ in den ‘System Preferences’), beschwerte sich das System immer, dass es nicht ordnungsgemäß beendet worden sei. Hier liegen offensichtlich noch Abstimmungsprobleme zwischen den beiden Welten vor, die sich aber mit einem kleinen Software-Patch beheben lassen sollten.

In unserem Redaktionsnetzwerk wurden wir mit Mac OS X nicht so recht glücklich. Der Finder hielt sich gelegentlich beim Kopieren von Dateien endlos lange auf, mehrmals verlor er auch die Verbindung zu unserem AppleShareIP-Server. Andere AppleShare-kompatible Server erkannte das System überhaupt nicht. Mac OS X verlässt sich nämlich beim Erkennen von AppleShare-kompatiblen Servern ausschließlich auf das so genannte Service Location Protocol (SLP), welches zurzeit nur Mac OS X Server, AppleShare IP 6.x und Mac OS 9 beherrschen. Hingegen bieten Windows 2000 Server, Novells Netware 4 oder PC MacLAN ihre Apple-Dienste standardmäßig nur über das Name Binding Protocol (NBP) an, das Apple nur bis Mac OS 9.1 benutzte. Ausweichen auf die Classic-Umgebung hilft nicht weiter, da sie nur die Netzwerk-Volumes erkennt, die auch Mac OS X sieht.

Tipp: IP-basierte Server wie Windows 2000 Server kann man im Dialog ‘Mit dem Server verbinden’ direkt über ihre DNS-Namen oder die IP-Adresse ansprechen. Netware-Server mit installiertem NFS macht ein einfaches Kommando im Terminal-Fenster zugänglich: mount -t nfs hostname:/verzeichnis ./mount. Host- und Verzeichnisname erfragt man am besten beim Netzwerk-Administrator. Das Volume erscheint dann unter mount im Verzeichnis des Benutzers. Aber Vorsicht: Ein auf diese Weise angesprochenes Volume kennt die Mac-typischen Resource-Zweige etwa von Programmen nicht. Sie gehen deshalb beim Kopieren verloren, Applikationen sind danach unbrauchbar. Für den Austausch von Texten oder Bildern reicht es aber allemal. (adb)

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Mac OS X
HerstellerApple Computer, Tel. 0 89/9 96 40-0
VertriebFachhandel
VoraussetzungeniMac, iBook, PowerBook G3/G4 (nicht das erste PowerBook-G3-Modell), Power Macintosh G3/G4, 128 MByte RAM, 1,5 GByte Plattenplatz, eventuell Firmware-Update von http://asu.info.apple.com/
LieferumfangMac OS X, Mac OS 9.1, Developer-Tools, Internet Explorer 5.1 Preview, Apple Mail, Sherlock, StuffIt Expander, Preview, Unix-Tools wie Emacs oder grep
Preis329 DM

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Der Weg zu Mac OS X war lang und alles andere als geradlinig. Unter dem Code-Namen Copland bemühte sich Apple bereits 1996 vergeblich, einen Mac-OS-Nachfolger zu entwickeln, der neben der sprichwörtlichen einfachen Bedienbarkeit des Apple-Betriebssystems endlich über innere Werte wie präemptives Multitasking, Speicherschutz und Mehrprozessorunterstützung verfügen sollte. Die Konkurrenz aus dem PC-Lager konnte dies damals bereits anbieten. Doch Copland erblickte nie das Licht der Welt. Nur ein paar frühe, mehr schlecht als recht funktionierende Testversionen gelangten zu ausgesuchten Entwicklern. Nach einigem Hin und Her kaufte Apple schließlich Ende 1997 die Firma Next mit ihrem Betriebssystem NextStep/OpenStep. Rhapsody wurde geboren - eine Mischung aus dem Unix-basierten NextStep, Mac OS und Java. Es scheiterte jedoch am mangelnden Interesse der Entwickler. Sie hätten bestehende Applikation völlig neu schreiben müssen, um die Vorzüge von Rhapsody nutzen zu können.

Apple machte kurzerhand aus der Not eine Tugend und erfand Carbon, eine Kompatibilitätsbibliothek, die etwa 70 Prozent der Toolbox-Routinen des Mac OS umfasst. Weggelassen wurden veraltete und redundante Routinen sowie solche, die in Verbindung mit einem Unix-Kern keinen Sinn mehr haben, etwa um Hardware direkt anzusprechen. Dank Carbon müssen Entwickler nicht aufwendig umlernen. Mit meist relativ geringem Portierungsaufwand profitiert die Software von den Vorteilen des unter dem Codenamen ‘Cheetah’ entwickelten neuen Systems. Unveränderte Software bleibt in der so genannten Classic-Umgebung, eine Art Mac-OS-9-Emulator, weiterhin lauffähig. Mit Mac OS X sieht sich Apple am Ziel seiner Betriebssystem-Odyssee angelangt.

Übrigens: Wer hinter die Kulissen des Systems schauen möchte, der kann bei Apple den Quelltext des kompletten Betriebssystem-Kerns (Codename Darwin) ohne die Aqua-Oberfläche herunterladen (www.opensource.apple.com).

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