Die neue Mitte

Smartphones zwischen 200 und 350 Euro

Test & Kaufberatung | Test

Schnelle Prozessoren, gute Kameras und eine solide Software-Ausstattung – die aktuelle Smartphone-Mittelklasse mit Android, Symbian und Windows Phone 7 hat einiges zu bieten. Und die Top-Modelle des vergangenen Jahres sind die Schnäppchen von heute.

Mittelklasse klingt nach Mittelmaß. Von wegen! Smartphones um die 300 Euro bringen nicht nur die komplette Telefon-, Surf- und App-Ausstattung mit, sondern glänzen teils mit Hardware, die man bisher nur in der Topklasse erwartete: schnelle Prozessoren und farbkräftige und hochauflösende Displays zum Beispiel. Schlanke, elegante Touchscreen-Handys gibt es in dieser Preisklasse ebenso wie solide Schreibmaschinen mit Qwertz-Tastatur. Und weil fast im Wochentakt neue Android-Smartphones erscheinen und Microsoft und seine Partner mit Windows Phone 7 Marktanteile gutmachen wollen, sinken die Preise einiger Topmodelle mit diesen Betriebssystemen schon wenige Monate nach Erscheinungstermin drastisch.

Wir haben uns sieben Smartphone-Neuheiten angeschaut: HTCs Facebook-Handy ChaCha und das Wildfire S, Nokias E6 und X7, das Samsung Galaxy Ace sowie die beiden Sony-Ericsson-Geräte Xperia mini pro und Xperia ray. Während das Business-Handy Motorola Pro, das Galaxy S Plus und das Nokia 500 uns nicht mehr rechtzeitig für den Test erreichten, flog das HP Veer heraus, weil es nach HPs blitzartigem Schlussverkauf aller Mobilgeräte inzwischen nicht mehr zu haben ist. Als Vertreter der früheren Topklasse haben wir drei besonders interessante und noch relativ aktuelle Modelle zum Vergleich herangezogen: das Windows-Phone HTC 7 Pro, das Google-Handy Samsung Google Nexus S und das Android-Smartphone LG Optimus Speed. Gerade bei Windows Phone 7 lohnt sich aber auch ein Blick auf alle übrigen Geräte, die inzwischen für unter 300 Euro zu haben sind. Einen kurzen Überblick über sie und weitere Smartphone-Schnäppchen mit toller Hardware haben wir im Kasten auf Seite 86 zusammengestellt.

Alle getesteten Geräte bringen eine gute Ausstattung ohne Lücken mit. GPS (samt Ortung per WLAN und Mobilfunk) und Bluetooth sind genauso Standard wie das schnelle WLAN nach IEEE 802.11n, allerdings nicht im 5-GHz-Band. Schlechte Gesprächsqualität konnten wir bei keinem der Smartphones feststellen. Alle funken in den üblichen vier GSM- und zwei UMTS-Frequenzbändern und empfangen Daten mit bis zu 7,2 MBit/s (HSDPA), die beiden Nokias können sogar 10,2 MBit/s. Im Uplink fehlt nur dem HTC Wildfire S, dem HTC ChaCha und dem Galaxy Ace der Datenbeschleuniger HSUPA (1,8 MBit/s und mehr), sie bringen es auf maximal 384 kBit/s. Große Unterschiede gibt es dagegen bei Prozessoren und Grafik: Nur die drei Topgeräte und die beiden von Sony Ericsson sind mit Gigahertz-Prozessoren und ordentlichen GPUs ausgestattet. Die übrigen Geräte kommen bei schicken Animationen oder aufwendigen Spielen schnell an ihre Grenzen und ruckeln.

Größtes Unterscheidungsmerkmal ist das Betriebssystem – Android, Symbian oder Windows Phone 7. Es entscheidet über Software-Grundausstattung, Erweiterungsmöglichkeiten und Update-Zukunft. Windows Phone 7 erhielt jüngst ein Update auf Version 7.5 „Mango“ [1], das aber bei Redaktionsschluss noch nicht für das HTC 7 Pro bereitstand. Die aktuelle Symbian-Version „Anna“ läuft auf beiden unserer Nokia-Testgeräte. Bei den Android-Smartphones ist die aktuelle Version 2.3.4 für das Google Nexus S verfügbar, die Sonys und HTCs hinken mit 2.3.3 nur minimal hinterher. Mit dem älteren 2.2 (Froyo) laufen dagegen das Optimus Speed und das Galaxy Ace, für beide ist schon seit längerer Zeit ein Update auf 2.3.3 angekündigt. (acb)

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 20/2011.

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