Distributionsreigen: Vorabversion von Fedora 12, mehr Mannkraft für OpenSuse

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Neues von den Linux-Distributionen: Kritische Sicherheitslücke im Kernel gestopft, OpenSuse setzt auf KDE als Standard-Desktop, Debian erwägt den Wechsel auf einen mehr oder weniger festen Release-Zyklus, Fedora gibt eine Alpha von Fedora 12 frei.

Für die kritische Lücke im Linux-Kernel, die Mitte des Monats bekannt wurde und alle Versionen 2.4 und 2.6 seit 2001 betrifft, haben die Kernel-Entwickler inzwischen die Kernel-Versionen 2.6.27.30 und 2.6.30.5 veröffentlicht. Sie stopfen das Sicherheitsloch, durch das Standard-Anwender mit eingeschränkten Rechten Root-Rechte erlangen können. Auch diverse Linux-Distributionen haben nachgelegt. Aktualisierte Kernel gibt es unter anderem für Debian 4 und 5, Fedora 10 und Fedora 11, die Ubuntu-Versionen 6.06 LTS, 8.04 LTS, 8.10 und 9.04. Novell und das OpenSuse-Projekt stellen neue Kernel für den Suse Linux Enterprise Server (SLES), den Enterprise Desktop (SLED), den Open Enterprise Server sowie für OpenSuse (Versionen 10.3 bis 11.1) bereit. Am vergangenen Wochende erschienen Updates für Red Hat Enterprise Linux (Versionen 4 und 5) sowie für dessen Klon CentOS (ebenfalls Versionen 4 und 5).

Das Fedora-Projekt hat eine erste (und zugleich einzige) Alpha-Version von Fedora 12 "Constantine" freigegeben, die bereits die wichtigen Neuerungen des neuen Releases enthält. Mit dabei sind neben einer Vorabversion des Kernels 2.6.31 eine Entwicklerversion von X.org 7.5 inklusive X-Server 1.7. Verbesserungen gibt es zudem bei dem vielfach kritisierten Audio-Mixer für Gnome und bei PulseAudio, das nun unter anderem UPnP-MediaServer-Unterstützung bietet.

RPM-Pakete in Fedora werden jetzt mit dem von neueren LZMA-Versionen bekannten XZ-Format komprimiert. Auch an der Virtualisierung haben die Entwickler zum Beispiel durch den Einsatz von KSM ("Kernel Shared Memory" oder "Kernel Samepage Merging") kräftig geschraubt. Als grafische Desktop-Umgebung sollen in Fedora 12 Gnome 2.28 (derzeit noch in der Beta-Phase) und KDE 4.3 zur Auswahl stehen. In fünf Wochen wollen die Entwickler eine Beta-Version von Fedora 12 freigeben. Das finale Release wird am 10. November erwartet.

Am 16. August 1993 kündigte Ian Murdock die unmittelbar bevorstehende Freigabe einer brandneuen Linux-Distribution an. Debian, das wohl erfolgreichste Community-Linux überhaupt und die Basis für zum Beispiel Ubuntu, feiert in diesem Monat sein 16-jähriges Bestehen. Mit einem fest definierten Termin für den Freeze will das Release-Team des Projekts das bisher geltende Prinzip "Release When Ready" – für viele überraschend – auflockern. Wenn auch nicht der Freigabetermin einer neuen Version selbst damit festgelegt wird, soll das neue Schema doch zu einem besser vorhersagbaren Release-Zyklus führen.

Der Vorschlag sieht vor, ab jetzt alle zwei Jahre im Dezember den aktuellen Entwicklungsstand einzufrieren. Die darauffolgenden sechs Monate sollten reichen, das neue Release so weit in Form zu bringen, dass es veröffentlicht werden kann. Für die kommende Version Debian GNU/Linux 6.0 ("Squeeze") hatte das Release-Team sogar ein noch ambitionierteres Vorhaben: Nach einem Freeze bereits zum Ende dieses Jahres peilten die Debianer ein neues Release im Frühjahr 2010 an – das aktuelle Debian 5 "Lenny" ist gerade mal sechs Monate alt. Nach herber Kritik aus der Debian-Community nahm das Team jedoch Gas zurück und will nun in Abstimmung mit den zuständigen Entwicklern im September einen Zeitplan für die Freigabe von Debian 6 vorlegen.

Für Ubuntu-Sponsor Mark Shutteworth gehen Debians Pläne indes noch nicht weit genug. Der südafrikanische Milliardär hegt seit längerem den Traum von aufeinander abgestimmten Releases der großen Linux-Distributionen. Wenn sich die Debian-Entwickler auf einen Freeze für Version 6.0 im Dezember einlassen, will er sogar Ubuntu-Entwickler zur Unterstützung abstellen, um die Einhaltung des Termins zu gewährleisten. Ubuntus eigener Feature Freeze für die neue Version 9.10 "Karmic Koala" soll ab kommendem Donnerstag (dem 27. August) in Kraft sein.

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