Distributionsreigen: Zielgerade und -Einlauf für Ubuntu und Mandriva

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Ubuntu und Mandriva wollen in den nächsten Tagen neue Versionen ihrer Linux-Distributionen freigeben. Auch in den BSD-Schmieden wird an neuen Releases gefeilt.

Mit dem am vergangenen Donnerstag erschienenen Release Candidate haben die Ubuntu-Entwickler den Endspurt zur Freigabe von Ubuntu 9.04 "Jaunty Jackalope" eingelegt. Die neue Version liegt exakt im Zeitplan und soll am 23. April erscheinen. Der Linux-Kernel 2.6.28, X.org 7.4 mit dem X-Server 1.6 und Gnome 2.26 bringen die Software-Ausstattung auf den aktuellen Stand. Auch am Boot-Prozess haben die Entwickler gefeilt. Messungen von heise open zeigten gegenüber Ubuntu 8.10 eine Verkürzung der Startzeit um ein Drittel. Verbesserungen gibt es zudem bei der Grafikkarten-Unterstützung. So setzt der ATI-Treiber jetzt auf die Beschleunigungstechnik EXA und bietet 3D-Support für R5xx-Karten. Besitzer einer Karte der Serien R6 oder R7 können für 3D-Unterstützung auf einen ebenfalls aktualisierten Fglrx-Treiber zurückgreifen. Zum ersten Mal ist die populäre Linux-Distribution nun auch in einer Installationsvariante für Geräte mit ARM-Prozessoren erhältlich.

Gleichzeitig mit Ubuntu 9.04 sollen auch die Ubuntu Server Edition und eine Woche später die speziell für Netbooks gedachte Ubuntu Netbook Remix (UNR) in einer Neuauflage erscheinen. Erstmals dabei in Ubuntus Server-Betriebssystem ist die Ubuntu Enterprise Cloud in einer Vorabversion. Sie soll es Firmen ermöglichen, eine eigene Cloud-Umgebung aufzusetzen.

Fans des KDE-Desktops dürften sich über Kubuntu 9.04 freuen. Neben der von Sponsor Canonical abgesegneten Ausgabe mit dem aktuellen KDE 4.2.2 will das Kubuntu-Team auch eine halb-offizielle KDE3-Remix bereitstellen. Sie richtet sich an Anwender, die dem altbewährten und stabilen KDE 3.5 dem Vorzug geben. Auch die neue Version des für Schulen und andere Lernumgebungen konzipierten Edubuntu steht am 23. April an. Die Freigabe von Xubuntu 9.04, das auf den schlanken Desktop Xfce setzt, ist hingegen für den 29. April geplant.

Mitte Mai steht bereits die erste Alpha von Ubuntu 9.10 "Karmic Koala" auf dem Plan. Sponsor Mark Shuttleworth verspricht noch kürzere Startzeiten und zeigt sich in diesem Zusammenhang offen für Entwicklungen wie Kernel-Based Mode-Setting und das von Red Hat/Fedora entwickelte Plymouth, das den Bootvorgang verschönern soll. Bei der Server-Ausgabe legt der Ubuntu-Mäzen die Betonung weiterhin auf Cloud-Computing.

(Bild: Easy Peasy)

Während die Ubuntu Netbook Remix Canonicals offizielle Distribution für die leichtgewichtigen Mini-Notebooks ist, arbeitet der Norweger Jon Ramvi unbeirrt an seiner eigenen Variante von Ubuntu für Netbooks weiter. Easy Peasy (das Ubuntu Eee hieß, bevor Canonical aus markenrechtlichen Gründen sein Veto gegen den Namen einlegte) steht inzwischen in Version 1.1 als Image für USB-Sticks zum freien Download bereit.

Mit gNewSense 2.2 haben die Entwickler in der vergangenen Woche eine neue Version der ebenfalls auf Ubuntu basierenden, aber komplett aus freier Software bestehenden Linux-Distribution freigegeben. Das von der Free Software Foundation gesponserte Projekt entfernt dazu jegliche proprietäre Firmware, sogenannte restriced modules, und die Ubuntu-Logos aus der Vorlage. Im neuen Release ist GLX wieder enthalten, sodass 3D-Beschleuning standardmäßig möglich ist. Im vergangenen Herbst hatte SGI die Lizenz für OpenGL und GLX aktualisiert und damit die schon lange bestehenden rechtlichen Bedenken gegen der Aufnahme des Codes in Linux-Distributionen ausgeräumt.

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