Docker einrichten unter Linux, Windows, macOS

Docker einrichten unter Linux, Windows, macOS

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Mit Docker ist es einfach, Server-Software auszuprobieren und zu betreiben. So installieren Sie die Container-Plattform für gängige Betriebssysteme auf dem Server oder Entwickler-PC.

Um in die Welt von Docker einzusteigen, muss man die Container-Software erst einmal installieren. Die offizielle Docker-Dokumentation ist leider nicht unbedingt für Docker-Neulinge optimiert. Wir haben zusammengefasst, welche Versionen der Software es gibt, wo sie zu finden ist und wie Sie die aktuelle Ausgabe auf Ihrem System zum Laufen bringen.

Die Firma hinter Docker, Docker Inc., hat zwei Versionen im Angebot: Die Community-Edition ist Open-Source-Software. Sie bringt alle zum Betrieb von Containern nötigen Funktionen mit und kann auf Servern und auf Entwicklungs- und Testmaschinen genutzt werden. Wer auf den Enterprise-Support und einige Management-Funktionen verzichten kann, darf sie auch im Produktivbetrieb einsetzen.

Die Enterprise-Edition ist für den Produktiveinsatz im Unternehmen gedacht. Sie muss lizenziert werden, unterscheidet sich im Funktionsumfang aber nur unwesentlich: Zunächst bekommen Enterprise-Kunden Support von Docker. Außerdem erlaubt es die "Docker Trusted Registry", innerhalb eines Unternehmens nur ausgewählte Images freizugeben. Mit dem "Universal Control Plane" gibt es eine Weboberfläche zur Verwaltung der Container-Infrastruktur.

In den folgenden Hinweisen geht es um die Installation der Community-Edition.

Docker installieren (4 Bilder)

Im Docker-Hub gibt es Docker für Windows und macOS zum Download. Eine kostenlose Anmeldung mit einem Docker-Account ist notwendig.

Unter Linux gibt es nicht den einen Weg zur Docker-Installation – so, wie es auch nicht das eine Linux gibt. Die offiziellen Paketquellen der Distributionen sind meist kein geeigneter Anlaufpunkt für eine aktuelle Docker-Version.

Für Docker-Einsteiger ist es ein Installations-Skript. Die Docker-Entwickler empfehlen es nur für Testumgebungen. Heruntergeladen wird es per Curl:

curl -fsSL https://get.docker.com -o get-docker.sh

Um sicherzugehen, dass das Skript nicht manipuliert ist, können Sie den Inhalt mit einem Texteditor öffnen. Zum Abgleich können Sie das zugehörige GitHub-Repository heranziehen. Führen Sie anschließend das Skript mit Root-Rechten aus:

sudo sh get-docker.sh

Das Skript lädt Docker herunter und installiert es. Anschließend sollten Sie den aktuellen Benutzer zur Gruppe docker hinzufügen, damit Sie auch als normaler Benutzer auf den Docker-Daemon und die laufenden Container einwirken können.

sudo usermod -aG docker $USER

Damit die Änderung wirkt, müssen Sie sich einmal ab- und wieder anmelden. Anschließend ist Docker einsatzbereit.

Wer sich nicht auf ein Skript verlassen möchte, kann die Schritte auch per Hand durchführen – für Produktivsysteme ist das der empfohlene Weg. In der Docker-Dokumentation gibt es Anleitungen für CentOS, Debian, Fedora und Ubuntu.

Docker-Compose ist nicht Teil der Installation. Heruntergeladen wird es kurzerhand wieder über Curl:

sudo curl -L "https://github.com/docker/compose/releases/download/1.23.2/docker-compose-$(uname -s)-$(uname -m)" -o /usr/local/bin/docker-compose

Dieser Pfad enthält die Versionsnummer, die per Hand auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Einen Pfad für "latest" gibt es leider nicht. Welche Version aktuell ist, verrät das zugehörige GitHub-Repository.

Nach dem Herunterladen muss die Datei noch ausführbar gemacht werden:

sudo chmod +x /usr/local/bin/docker-compose

Auf dem Raspberry Pi installieren Sie Docker wie oben beschrieben. Für Docker-Compose müssen Sie aber einen anderen Weg beschreiten: Auch bei Raspbian sind die Paketquellen nicht der geeignete Anlaufpunkt. Eine akutelle Compose-Version erhalten Sie über den Python-Paketmanager Pip. Diesen installieren Sie mit:

sudo apt install python3-pip

Anschließend installieren Sie Docker-Compose mit:

sudo pip3 install docker-compose

Auch unter macOS kann man mit der Community-Edition arbeiten. Im Hintergrund startet Docker eine virtuelle Maschine mit Linux darin. Voraussetzung ist ein Prozessor, der Intels Virtualisierungstechnik VT-x versteht. Auf Macs aus den letzten Jahren ist das kein Problem.

Die Installationsdatei gibt es kostenlos im Docker-Hub. Zum Download ist es nötig, sich mit einem Account am Docker-Hub anzumelden. Einen solchen braucht man später auch dann, wenn man eigene Images veröffentlichen möchte.

Nach der Installation erscheint der Docker-Wal in der Statusleiste oben rechts. Dahinter verbirgt sich ein Menü mit den Einstellungen. Updates müssen Sie nicht per Hand herunterladen. Die Desktop-Version für macOS meldet sich, wenn es eine neuere Version gibt.

Das nützliche Hilfsmittel Docker-Compose bringt der Installer gleich mit. Es muss nicht separat installiert werden.

Die Community-Edition von Docker gibt es auch für Windows. Sie kennt zwei Betriebsmodi: Möchte man Linux-Container ausführen, startet Docker für Windows eine virtuelle Maschine mit dem Betriebssystem MobyLinux. Voraussetzung für den Betrieb ist der Windows-Hypervisor Hyper-V, der ab Windows Professional verfügbar ist.

Prüfen Sie, ob Ihr PC Hyper-V ausführen kann. Dazu rufen Sie "Windows-Features aktivieren oder deaktivieren" auf, indem Sie den "Ausführen"-Dialog (Windows+R) öffnen und "optionalFeatures" eingeben. Ist die Hyper-V-Option ausgegraut, unterstützt Ihr Prozessor die nötigen Virtualisierungsfunktionen nicht – bei halbwegs aktuellen Prozessoren sollte das aber funktionieren.

Aktivieren Sie das Feature und warten Sie, bis Windows die Installation abgeschlossen hat. Ohne Hyper-V können Sie Docker nur im Modus für Windows-Container nutzen, also Container starten, die auf Windows Server Core oder Nanoserver basieren.

Docker für Windows bekommen Sie im Docker-Hub zum kostenlosen Download. Seit einigen Monaten ist es dafür nötig, sich bei Docker mit einem Account zu registrieren und anzumelden. Dieser ist später auch nötig, um eigene Container-Abbilder in den Docker-Hub zu bringen. Sind Sie eingeloggt, schlägt Ihnen Docker zwei Versionen vor: "Stable" und "Edge". Erstere ist empfehlenswert und enthält keine experimentellen Funktionen, die durchaus ihre Tücken haben können.

Laden Sie den Installer herunter und klicken sich durch den Installationsdialog. Am Ende der Prozedur taucht der Docker-Wal in der Statusleiste auf. Während Docker die virtuelle Maschine mit Linux startet, sehen Sie eine Animation mit hüpfenden Containern. Erst wenn diese zur Ruhe kommt, ist der Docker Daemon bereit und Sie können mit der Arbeit beginnen. Docker-Compose müssen Sie unter Windows nicht einzeln installieren, es ist Teil des Installers. Auch um Updates kümmert sich die Desktop-Version selbst und informiert, wenn eine neuere Version bereitsteht.

Um den Windows-Containermodus auszuprobieren, klicken Sie rechts auf den Wal und im Menü auf "Switch to Windows Containers".

Die Community-Edition für Windows ist nur für Test- und Entwicklungsumgebungen gedacht. Der Docker-Daemon läuft nur, solange ein Benutzer angemeldet ist. Einen Server kann man damit also nicht betreiben. Wer Windows-Container produktiv einsetzen möchte, bekommt mit Windows Server 2016 und 2019 eine kostenlose Lizenz für Docker in der Enterprise-Edition. Die ist für den Betrieb als Windows-Dienst gedacht.

Nach der Installation von Docker und Docker-Compose können Sie Programme schnell auf allen Betriebssystemen testen. Ob der Docker-Daemon läuft, verrät docker version.

Ob Docker-Compose läuft, verrät docker-compose --version.

Docker gibt es noch nicht für mobile Betriebssysteme wie iOS oder Android. Wer unterwegs mit Docker experimentieren oder testen möchte, kann sich den Webdienst Play With Docker ansehen. Dort kann man sich mit den Docker-Anmeldedaten einloggen und im Browser mit Containern hantieren. (jam)

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