Dritter Akt

AK-Mail 3.0 für Windows 95 und NT

Test & Kaufberatung | Kurztest

Vorhang auf! AK-Mail betritt in seiner dritten Inkarnation die Bühne. Schon die Vorgängerversion war einer der besten EMail-Clients. Mit HTML- sowie PGP-Unterstützung und vielen Detailverbesserungen sollte das Programm noch mehr Freunde finden.

AK-Mail ist ein EMail-Client für POP3 und SMTP. Alternativ kann das Programm auch UNIX-Mailspools importieren und ausgehende Mail in einer Datei puffern, die später mittels eines kleinen Java-Programms auf jedem beliebigen Host versendet wird. Das Programm verwaltet mehrere Mail-Accounts und kann sie gleichzeitig behandeln. Filter sortieren und bearbeiten ein- und ausgehende Mails; bei eingehenden Nachrichten übernimmt AK-Mail automatisch die Absender ins Adreßbuch.

Gegenüber der Vorgängerversion [1] gibt es einige wesentliche Erweiterungen: AK-Mail unterstützt nun HTML-Tags innerhalb von Nachrichten. Ausgehende Nachrichten können auf diese Weise formatiert werden; bei eingehenden Nachrichten bedient sich AK-Mail des Microsoft Internet Explorer als eingebettetem ActiveX-Control.

Ebenfalls verbessert wurde die zunächst eher zaghaft eingeführte Unterstützung von PGP (Pretty Good Privacy). Zwei Schaltflächen beeinflussen, ob eine Nachricht zu unterzeichnen und/oder zu verschlüsseln ist. Im Adreßbuch lassen sich dazu auch für jeden Partner Standardwerte einstellen. Bei eingehenden Nachrichten enthält die Statuszeile Hinweise bezüglich Unterschrift und Verschlüsselung.

Auch bei den einfachen EMail-Funktionen gibt es Detailverbesserungen. So darf man endlich eine Nachricht an einen anderen Empfänger weiterleiten (redirect), ohne selbst wie bei einem Forward als Absender zu erscheinen. Bei einer sogenannten Antwort an Alle durchsucht das Programm alle Adressaten und Absender der beantworteten Nachricht nach Empfängern. Abhängig vom Text der Nachricht kann AK-Mail auch unterschiedliche Signaturen wählen.

Da die bisherigen Registrierungen vornehmlich aus dem deutschen Sprachraum kamen, gibt es eine vollständige deutsche Anpassung des Programms inklusive Onlinehilfe. Auch wenn die Software leicht zu verstehen ist, sollte der Autor hier dennoch etwas unternehmen. Viele Details sind bislang nicht erklärt. Bis jetzt unterstützt AK-Mail zudem nur POP3 und SMTP. Das ist derzeit durchaus angemessen - wenn sich allerdings intelligentere Mail-Server durchsetzen, die auch IMAP4 unterstützen, dann gerät AK-Mail gegenüber anderen EMail-Programmen ins Hintertreffen.

Die zunehmende Funktionalität von AK-Mail geht etwas zu Lasten der Übersichtlichkeit. Eines der Menüs hat mittlerweile 19 Einträge in neun Gruppen mit zwei Untermenüs, die nochmals zehn Funktionen bergen. Die Zuordnung ist auch nicht immer einsichtig. So verzichtet das Programm auf ein Bearbeiten-Menü und muß deshalb die Suchfunktion ins Datei-Menü aufnehmen. Andere Optionen, etwa Kopieren oder Löschen, rutschen ins Nachrichten-Menü. Ein Redesign der Menüs würde dem Programm gut tun.

Man kommt sich ein wenig schäbig vor, einem gut gelungenen Programm diese Kleinigkeiten ins Stammbuch zu schreiben - denn AK-Mail 3 ist schnell und stabil. Die neuen Funktionen sind wohlintegriert und ändern an der vom Vorgänger bekannten Zuverlässigkeit nichts. Besonders gefällt mir die PGP-Integration; einmal eingerichtet, wird sie praktisch unsichtbar. Nützlich, wenn auch weniger wichtig, ist die Unterstützung von HTML-Tags. Eine willkommene Verbesserung erwähnt der Autor nicht einmal in seinen Update-Notizen: Anders als die Vorgängerversion druckt AK-Mail 3.0 nun Nachrichten mit einstellbarer Schriftart und Seitenrand. Diese peinliche Schwäche hatten wir bei der ersten Besprechung übersehen. (jk)

c't 12/96, S. 77

AK-Mail 3.0 (Shareware, 40 DM) ist zu haben unter http://www.akmail.com und von der c't-Mailbox.

Anzeige
Anzeige