ESPEasy installieren

ESPEasy installieren

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Der preiswerte WLAN-Mikrocontroller ESP8266 eignet sich ideal für Smart-Home-Tüfteleien. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Firmware ESPEasy ohne große Vorkenntnisse auf die ESP8266-Bastelplatine bringen.

ESPEasy bietet ein Webinterface und diverse fertige Bibliotheken für Sensoren und andere Geräte. Damit erleichtert die Firmware den Einstieg in die Welt der selbst gebauten Smart-Home-Geräte. Sie erreicht mit wenigen Klicks und ohne komplizierte Installation, was sich mit der Arduino IDE oder anderen Entwicklungsumgebungen für Anfänger deutlich schwieriger gestaltet. So klappt die Installation auf ESP8266-Platinen mit aufgelöteten RS232-USB-Wandlern wie zum Beispiel dem Wemos D1 mini oder dem NodeMCU dank esptool in wenigen Schritten.

Für die Installation der Firmware verbinden Sie den ESP per USB mit dem Rechner. Der auf vielen Boards installierte USB-RS232-Wandler CH340 benötigte bei uns unter Ubuntu, macOS und Windows 10 (jeweils aktuellste Version) keine Nachhilfe – alle zeigten nach dem Einstecken eine neue serielle Schnittstelle an.

Unter Linux und macOS hilft das Python-Modul "esptool" beim Flashen. Aktuelle Linux-Distributionen sowie macOS haben Python bereits vorinstalliert. Unter Windows erledigt der bei ESPEasy mitgelieferte Flasher die Installation. Dazu gleich mehr.

Das esptool erhält man aus der Python-Paketverwaltung pip. Unter Linux und macOS benötigt man dafür nur einen Befehl:

sudo pip install esptool

Danach sucht man die Port-Adresse der seriellen Schnittstelle: Sofern kein weiteres USB-Gerät angesteckt ist, das eine serielle Schnittstelle bereitstellt, lautet die Adresse unter Linux ttyUSB0. Mit sudo ls /dev/ttyUSB* listen Sie die Adressen aller USB-Seriell-Ports auf.

Unter macOS tut das der Befehl ls /dev/tty.*. Halten Sie nach "usbserial" Ausschau und notieren Sie sich den vollständigen Namen.

Unter Windows finden Sie im Geräte-Manager in der Kategorie "Anschlüsse (COM & LPT)" die seriellen Schnittstellen. Dort sind USB-Seriell-Ports meist eindeutig an ihrer Beschriftung zu erkennen. Notieren Sie sich die Nummer des COM-Ports.

Damit die neue Firmware problemlos funktioniert, überschreibt man zunächst den Flash-Speicher des ESPs vollständig. Dabei müssen Sie die zuvor notierte Port-Adresse angeben.

Unter Linux lautet der Befehl:

esptool.py --port /dev/ttyUSB0 erase_flash

Auf dem Mac tippen Sie:

esptool.py --port /dev/tty.usbserial erase_flash

Unter Windows übernimmt der ESP-Flasher, der eine Windows-Portierung des esptools ausführt, diesen Vorgang zusammen mit der Installation.

Laden Sie sich anschließend die aktuellste ESPEasy-Version (ESPEasy_mega-[...].zip) aus dem GitHub-Repository des Entwicklers herunter. ESPEasy kommt für ESP8266 mit 1024**KByte oder 4096**KByte Flash-Speicher. Die Speichergröße finden Sie im Datenblatt Ihrer Platine.

Unter macOS und Linux entpacken Sie die passende Binärdatei aus dem ZIP-Ordner: [..]_normal_ESP8266_[Speichergröße].bin. Danach navigieren Sie in der Kommandozeile in den Ordner, in dem die Datei liegt und starten den Flash-Vorgang mit dem ESP-Tool:

esptool.py --port (Schnittstelle) write_flash -fs 1[oder]4MB -fm dout 0x00000 espeasy.bin

Unter Windows entpacken Sie den gesamten ZIP-Ordner und starten FlashESP8226.exe. Wählen Sie im Fenster den passenden COM-Port und die Firmware für Ihre Speichergröße ([...]_normal_ESP8266_[Speichergröße].bin.) aus. Klicken Sie auf "Flash" und warten Sie, bis sich die Kommandozeile wieder geschlossen hat.

Die Android- / iOS-App "Fing" durchsucht auf Knopfdruck das lokale Netz nach Netzwerkgeräten. Der Scanner erkennt den Hersteller der gefundenen Geräte anhand ihrer MAC-Adresse. Halten Sie nach "ESP-Easy-0" und "Espressif" Ausschau.

Da der Reset nach dem Flashen nicht immer funktioniert, trennen Sie Ihre Platine zunächst für einige Sekunden vom Rechner. Deren seriellen Anschluss benötigen Sie nun nicht mehr, sodass Sie die Platine auch an einem USB-Netzteil betreiben können.

Die Konfigurationsseite erreichen Sie unter http://192.168.4.1 über das ESP-Easy-WLAN "ESP_Easy_0". Das Passwort lautet "configesp". Auf der ersten Seite wählen Sie Ihr WLAN aus, tragen den Schlüssel ein und speichern die Einstellungen. Danach suchen Sie ESP in Ihrem Heimnetz entweder über die Router-Weboberfläche oder mit einem Smartphone-Netzwerkscanner wie "Fing" (Android / iOS) und rufen die Konfigurationsseite mit der neuen IP-Adresse wieder auf, zum Beispiel: http://192.168.2.30.

Anschließend wechseln Sie im Webinterface in den Reiter "Config". Setzen Sie ein Passwort, um die Weboberfläche vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Bei Bedarf können Sie ein zweites WLAN eintragen. ESPEasy versucht sich automatisch mit diesem zu verbinden, sollte das erste Netz nicht erreichbar sein. (amo)

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