Ebay-Schnäppchen oder Neukauf?

Worauf Käufer gebrauchter Subnotebooks achten sollten

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Lohnt es sich, ein gebrauchtes Subnotebook zu ersteigern? Oder ist ein neues Netbook unter dem Strich günstiger? Wir haben das Ebay-Angebot analysiert.

Drei bis vier Jahre alte Subnotebooks, deren Rechenleistung auf dem Niveau aktueller Netbooks liegt, gehen zurzeit zu Preisen zwischen 300 und 600 Euro über den Auktionstisch. Eine Suche beispielsweise nach den Modellen aus unserem Subnotebook-Test aus dem Jahr 2005 ergibt: IBM-Thinkpads der Generation X40 mit 12-Zoll-Bildschirm und DVD-Laufwerk klettern auf 350 bis 400 Euro, bis der Hammer fällt. Dells Latitude X1 liegt auf dem gleichen Niveau, Sonys T-Serie mit 11 Zoll großem Display landet sogar meist bei 400 bis 600 Euro. Der mit 1,8 Kilo relativ schwere 12-Zöller HP NC4200 erreicht Preise um 300 Euro. Exemplare der Travelmate-3000-Serie von Acer tauchen nur sporadisch auf Ebay auf.

2005 gehörte das Dell Latitude X1 zu den günstigsten Subnotebooks, als Gebrauchtgerät ist es nun vergleichsweise teuer.

Selbst wenn die Vorbesitzer ihre ehemals kostbaren Statussymbole pfleglich behandelt haben: Schlappe Akkus sind unvermeidbar. Käufer müssen deshalb jeweils 50 bis 80 Euro für einen neuen Energiespender einkalkulieren. Diesen aufzutreiben, kostet Zeit und Nerven, denn oft sind Händler aus Hong-Kong die einzigen Anbieter – die Notebook-Hersteller führen keine Ersatzteile mehr.

Bei den nicht schon per LEDs beleuchteten Displays hat zudem die Hintergrundbeleuchtung an Helligkeit verloren. Die Festplatten der Gebrauchten sind meist 30 bis 60 GByte groß und lassen sich nur bis 120 GByte erweitern, weil 1,8-Zoll-Exemplare zum Einsatz kommen. Erschwert wird der Tausch der Platte dadurch, dass bei 1,8-Zoll-Modellen zwei nicht kompatible Steckernormen zum Einsatz kommen (ZIF und LIF). Zudem mag bei den Exemplaren mit optischem Laufwerk die Linse verkratzt oder eingetrübt sein.

Konnte 2005 als leises und schnelles Subnotebook überzeugen: Das Lenovo ThinkPad X41.

Neue Netbooks liegen zwischen 300 und 600 Euro, wobei ab 500 Euro meist sogar UMTS an Bord ist. Zwei Jahre Garantie sowie langlebige LED-Hintergrundbeleuchtungen gibt es in jedem Fall. Abgesehen von den wenigen Geräten mit Solid State Disk bringen die Netbooks außerdem brauchbare 160-GByte-Festplatten mit, die Bastler bei vielen Modellen problemlos gegen 320 oder 500 GByte große Platten austauschen können. Fazit: Es mag umweltfreundlicher sein, ein altes Schmuckstück wiederzubeleben, statt bequem ins Regal zu greifen. Wer aber den eigenen Geldbeutel schonen will, greift zum Netbook. (cwo)

Anzeige