Ein Zuhause für c’t-Projekte und Tests im Außenbereich

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IoT und WLAN für den Garten: Immer mehr Technik drängt nach draußen. c’t ist dem Verlag aufs Dach gestiegen, um draußen neue Hardware zu testen.

Tests und Praxisprojekte im Außen­bereich waren für die c’t-Redaktion bislang eine mehr oder minder schwierige Angelegenheit, denn einen dedizierten Außenplatz gab es nicht. Praxis- und Testartikel der jeweiligen Geräte entstanden so oft bei Redakteuren zu Hause. Das ist jetzt nicht mehr notwendig: c’t hat auf dem Dach des Heise-Verlags eine Station eingerichtet, an der Geräte über längere Zeiträume draußen stehen und mit Strom und Netzwerk versorgt werden können.

Als Behausung nutzen wir einen grauen Schrank, dessen Anblick vielen bereits bekannt sein dürfte. Das MFG 12, kurz für Multifunktionsgehäuse 12, kommt oft beim Festnetzausbau auf Glasfaser- oder Kupferbasis zum Einsatz und kann dafür flexibel angepasst werden. Die Bauform wird von mehreren Herstellern gefertigt, in unserem Fall von Rittal.

Ob Wetterbeobachtung, IP-Kamera-Test oder Raspi-Bastelei: Das Multifunktions­gehäuse 12 auf dem Heise-Dach bietet genug Platz für Tests und Praxisprojekte aus der ganzen Redaktion.

Das MFG 12 auf dem Heise-Dach hat zwei 19-Zoll-Gestelle mit je 21 Höheneinheiten und 50 Zentimeter Einbautiefe. Auf der rechten Seite kommen oben acht Multimode-Glasfasern an. Der Weg zur Netzwerkverteilung des Verlagsgebäudes ist zwar nur 25 Meter lang und wäre auch per Kupfer überbrückbar, die Glasfaser verhindert jedoch, dass nahe Blitzschläge die Infrastruktur in Mitleidenschaft ziehen. Verlängerte Blitzfangstangen neben dem Schrank sollen einen direkten Einschlag verhindern. Direkt darunter befindet sich die 230-Volt-Verteilung inklusive Mittelschutz. Deren sieben Sicherungen die drei Steckdosen, drei Steckdosenleisten und die Heizung einzeln absichern. Das verhindert den Totalausfall des Schranks, sollte ein Testgerät doch einmal zu viel Wasser abbekommen.

Darunter bleibt noch reichlich Platz für Geräte im 19-Zoll-Format, wie beispielsweise kleine Server, zusätzliche ­Switches oder breitbandige Software-­Defined-Radios (SDR). Testgeräte ohne 19-Zoll-Montage können links auf den drei Fachböden abgelegt werden. Die darunterliegenden Verteiler haben jeweils fünf Steckdosen.

Die Netzwerkanbindung übernimmt ein Mikrotik-Switch, der über ein Gigabit-SFP-Modul mit einem Medienkonverter im Gebäude verbunden ist. Ports können nach Belieben auf die c’t-Testnetze konfiguriert werden (VLAN), sodass Produkte auch wahlweise an unterschied­lichen Anschlusstechniken und IP-Adressvergaben getestet werden können. Sollte zukünftig mehr Bandbreite nötig sein, kann der Schrank auch mit 10-GBit-Hardware ausgerüstet werden.

Gleichzeitig wird ein Multi-SSID-­fähiger Outdoor-Access-Point alle Testnetze auf der Dachterrasse ausstrahlen, sodass auch WLAN-Geräte wie IP-Kameras oder Smart-Home-Basen Netzanbindung finden.

Im neuen Schrank läuft bereits seit einigen Wochen ein Raspberry Pi mit zwei RTL2832u-Software-Defined-Radios. Bei­de können über das Netzwerk aus der Ferne bedient werden und dienen derzeit einer Funkprotokoll-Untersuchung der Ressorts Sicherheit und Netze.

Zwei Outdoor-Geräte sind auch schon auf dem Dach: Die „MeteoHelix IoT“ von Barani Design ist eine Wetterstation, die ihre Daten per Sigfox funkt. Rechts daneben haben wir ein LoRaWAN-Gateway „wAP LoRa8 Kit“ von Mikrotik installiert, das im „The Things Network“ eingebucht ist und in einem Radius von etwa 3 Kilometern für Netzabdeckung sorgt. Das Gateway wird nicht nur getestet, sondern dient der Redaktion auch als Basis für Geräte, die LoRaWAN als Kommunikationsprotokoll einsetzen.

Diese und weitere spannende Tests & Projekte vom Dach des Heise-Verlags lesen Sie demnächst in c’t. (amo)


Dieser Artikel stammt aus c't 7/2020.

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