Eine Höheneinheit

Trends & News | News

Der Gipfel der Innovation im Serverbereich scheinen ultraflache Flundern zu sein. Jeder PC-Hersteller hat mindestens ein Muster der nur 4,2 cm hohen Geräte (1 HE) zur Montage in 19-Zoll-Racks auf seinem CeBIT-Stand - sonst ist man offenbar hoffnungslos ‘out’. Dieser Trend hat allerdings handfeste finanzielle Hintergründe: Während beim PC-Verkauf Ebbe herrscht, verkaufen sich Server immer noch sehr gut und bieten außerdem größere Verdienstspannen als Standardrechner. Außer bei den Branchengrößen Compaq, HP, Fujitsu-Siemens und IBM stellen auch kleinere Firmen wie DSM, ICO oder Pyramid 1-HE-Server aus.

Für Internet-Service-Provider (ISPs) sind die Platz sparenden Flachmänner ebenso interessant wie für enge Serverräume im Allgemeinen. Außerdem sind sie der ideale Grundbaustein für Rechnercluster, die momentan ebenfalls extrem ‘angesagt’ sind. Solche Cluster dienen einerseits der Steigerung der Ausfallsicherheit, kommen aber auch, etwa per Beowulf-Linux-Cluster, als vergleichsweise preiswerter Großrechner-Ersatz in Betracht.

Voraussetzung für Flunderserver sind Sockelprozessoren, denn Slot-Module sind alleine schon zu hoch für das Gehäuse. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Geräte kommt daher der Intel Pentium III im FC-PGA-Gehäuse in Einzel- oder Dualkonfiguration und mit speziellen Kühlkörpern zum Einsatz. Standard-Kühlkörper sind ebenfalls zu hoch für 1-HE-Server, stattdessen verwenden die Hersteller große passive Kühler und eine Luftführung, die von der Frontblende zur Rückseite führt. Meist lärmen im Gehäuse mehrere hochtourige Kleinlüfter.

Viel Platz für Laufwerke und Steckkarten ist in den Gehäusen nicht. Oft stehen einige Hot-Swap-Plätze für SCSI-Platten zur Verfügung, vielfach sind die Geräte aber eher für die Verbindung mit externen RAID-Subsystemen per LVD-SCSI ausgelegt. Eine Alternative zu dieser Technik ist Network Attached Storage (NAS), also per LAN angebundene Fileserver. Für Erweiterungssteckkarten gibt es höchstens zwei Steckplätze, in manchen Systemen steht ein 64-Bit-PCI-Slot zur Verfügung.

Außer kompletten 1-HE-Servern finden sich auf der CeBIT auch reichlich Komponenten für diese. Firmen wie Chenbro, Mapower oder Yeong Yang stellen passende Gehäuse aus. Bei AOpen (DX3R-1U), Supermicro (370SSR, 370SSE, 370DER, 370DE6) oder Tyan (S2510) gibt es Single- und Dual-Sockel-370-Mainboards mit schräg liegenden DIMM-Sockeln und abgewinkelten PCI-Slots.

Den Eigenbau von 1-HE-Rechnern als Privatkunde oder Kleinbetrieb erschweren jedoch Beschaffungsprobleme: Nicht jedes Mainboard passt in jedes 1-HE-Gehäuse, weil Anschlussbereich und Befestigungslöcher manchmal vom Standard abweichen. Immerhin bieten die genannten Boardhersteller auch gleich passende Gehäuse an. Doch passive Kühler sind nicht an jeder Ecke zu haben und müssen vom Anwender in der zum Luftstrom passenden Größe ausgewählt werden. Wer nicht unbedingt auf extreme Platzersparnis angewiesen ist, fährt daher mit 4-HE-Gehäusen besser: Davon passen immerhin zehn Stück in ein Standard-Rack (42 HE), außerdem kann man hier meist Standard-Mainboards und -Laufwerke einbauen. Redundante Netzteile und bessere Kühlmöglichkeiten bieten in den größeren Gehäusen bessere Voraussetzungen für stabilen Langzeitbetrieb. Wem es auf die reine Rechenpower ankommt, der sollte auch mal einen Blick über den x86-Tellerrand riskieren: Mit zwei 866-MHz-Alpha-21264-CPUs bietet der API CS20 im 1-HE-Einschub gut 75 Prozent mehr Rechenleistung im SPECfp2000-Benchmark als ein Dual-Pentium-System bei 1 GHz.

AOpen, Halle 13, Stand F51
Tyan, Halle 9, USA-Gemeinschaftsstand B18 (G1)
Supermicro, Halle 9, USA-Gemeinschaftsstand B18 (A1)
Chenbro, Halle 13, Taiwan-Gemeinschaftsstand A56 (1)
Yeong Yang, Halle 12, E59
Mapower, Halle 9, Taiwan-Gemeinschaftsstand C35 (4)
Pyramid, Halle 1, Taiwan-Gemeinschaftsstand E24 (2)
ICO, Halle 13, Stand E24
API, Halle 3, Linux-Stand C57 (A01)

Anzeige
Anzeige