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Stromspartricks für längere Akkulaufzeit

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Die meisten Netbooks halten mit einer Akkuladung nur rund drei Stunden durch. Wegen der besonders genügsamen Hardware helfen wenige Tricks, um eine weitere halbe Stunde und mehr herauszukitzeln.


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Bei den genügsamen Netbooks (und bei einigen High-End-Subnotebooks) verlängert das Abschalten des WLAN-Chips die Laufzeit gleich um 10 bis 15 Prozent, weil die Gesamtleistungsaufnahme nur zwischen 7 und 12 Watt beträgt. Motivation genug also, die Mini-Laptops auf ihre Stromspareigenschaften zu untersuchen.

Alle Netbooks haben stromsparende, LED-beleuchtete Displays, die nur zwischen 2 und 2,4 Watt brauchen; der Asus Eee PC 901 begnügt sich gar mit 1,2 W. Weniger Helligkeit verlängert die Laufzeit spürbar. Bei den Eee PCs ist das allerdings nicht praktikabel, weil deren Panels mit etwa 100 cd/m² bereits am unteren Limit des Erträglichen leuchten. Bei Aspire One, Medion Akoya/MSI Wind U100 und One A110 erkennt man bei halbierter Helligkeit jedoch immer noch genug – der Laufzeitgewinn beträgt gut eine Viertelstunde bei den ersten beiden und eine Dreiviertelstunde beim One A110, weil dessen Grundlast mit 7,5 W sehr niedrig ist.

Die Netbooks haben Schalter oder Tastenkombinationen für den WLAN-Funk. Die sollte man im Akkubetrieb bei Nichtgebrauch auch nutzen, denn die Drahtlosverbindung kostet eine Viertelstunde Laufzeit bei Aspire One, Eee PC 701 (4G) und Akoya Mini/MSI Wind U100. Deren WLAN-Chips brauchen um ein Watt. Das Abschalten des mit 1,8 W durstigeren Chips im Eee PC 900 verlängert die Laufzeit gleich um eine halbe Stunde, beim One A110 fast um eine Stunde, beim Eee PC 901 sogar eindreiviertel Stunden. Beim Packard Bell EasyNote XS macht der 2-Watt-Chip eine Dreiviertelstunde aus.

Allein das Abschalten des WLAN-Teils bringt eine Laufzeitverlängerung ...
Allein das Abschalten des WLAN-Teils bringt eine Laufzeitverlängerung ...

Die weiteren Komponenten deaktiviert man unter Windows in den Systemeigenschaften. Unter Linux gibt man beim Aspire One nach Alt+F2 im Dialogfenster terminal ein und kann dann wie gewohnt die Module lahm legen. Beim Eee PC 701 (4G) führt Ctrl+Alt+T zum Ziel. Ein lahmgelegter LAN-Port ist nur beim Medion- und One-Netbook messbar und mit einigen Minuten Gewinn nicht der Rede wert. Ähnliches gilt für Audio-Port und Modem. Die Webcam des Medion Akoya Mini ist per Tastenkombination abschaltbar – aus gutem Grund, denn mit 0,5 W ist sie um ein Vielfaches durstiger als die anderen hier gemessenen, macht immerhin zehn Minuten.

... um rund 20 Minuten.
... um rund 20 Minuten.

Das Medion Akoya Mini und das fast baugleiche MSI Wind U100 haben eine für Notebooks übliche 2,5-Zoll-Festplatte, die durchaus typisch für dieses Bauteil über vier Watt bei Schreib-/Lese-Zugriffen zieht. Man sollte daher nicht gerade unterwegs seine Festplatte aufräumen. Die Flash-Speicher der Eee PCs begnügen sich mit etwa einem Watt, der im One A110 doppelt so viel – nur bei letzterem handelt man sich bei vielen Zugriffen eine spürbar verringerte Laufzeit ein.

Die Schlussrechnung nach genauem Blick auf den Strombedarf: Insgesamt profitieren der One A110 und Asus Eee PC 901 vom Stromsparen mit zwei Stunden Verlängerung am meisten, das EasyNote XS gewinnt mit unseren Tipps eine Stunde, beim Aspire One A110L und Eee PC 900 ists eine halbe Stunde – es lohnt sich also.

Nur für die Eee-PC-Serien 700 und 900 (nicht Eee PC 901) bieten Händler dauerhaft Hochkapazitätsakkus mit 49 Wh, 53 Wh und sogar 77 Wh an, wobei letzterer sehr weit rausragt und das Netbook deshalb unförmig aussieht. Die Laufzeiten liegen zwischen 4,2 Stunden (49 Wh) und 7,7 Stunden (77 Wh). Solche Akkus gibts etwa bei Amazon, ebay-Shops und Duracell.

Bei den anderen Netbooks muss man meist mit der eingebauten Akkugröße leben. Acer hat zwar einen 48-Wh-Akku angekündigt (85 Euro, 4,8 Stunden), die Händler listen ihn aber immer noch mit Wartezeit. Medion will für teure 99 Euro einen 58-Wh-Akku für sein Akoya Mini anbieten, der etwa sechs Stunden durchhält, dieser ist immer mal wieder kurzfristig und nur für kurze Zeit lieferbar.

Die einfachste, nicht aber billigste Methode, die Laufzeit zu verlängern, ist ein zweiter Akku; mit dem Nachteil, für den Akkuwechsel das Netbook aus- und wieder einschalten zu müssen – zum Arbeiten wie fürs Laden. Der Preis erhöht sich von rund 300 Euro auf meist nicht einmal 400 Euro – diese Kombination aus günstigem Langläufer und geringem Gewicht überbietet keine andere Notebook-Klasse. (jr)

[1] Jürgen Rink, Das Immer-dabei-Notebook, Das Netbook zu Hause, unterwegs und im Büro einsetzen und sinnvoll erweitern, www.heise.de/mobil/artikel/115970
[2] Jürgen Rink, Grenzwertig, Welche Anwendungen auf Netbooks laufen, www.heise.de/mobil/artikel/116041
[3] Axel Vahldiek, Platz da!, Mehr freier Plattenplatz auf XP-Netbooks, www.heise.de/mobil/artikel/116075