Evolution der mobilen Begleiter

PDAs auf dem Weg zum Universalkommunikator

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Verschiedene digitale Begleiter dienen sich dem mobilen Nomaden an -- fast alle stellen jedoch einen Kompromiss zwischen Gewicht und Funktionsumfang dar. Wir vergleichen die verschiedenen Mobilgeräteklassen.

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Handhelds sind schick und bieten große Funktionsvielfalt auf kleinstem Raum. Doch "von unten" entsteht Konkurrenz durch Handys und Smartphones, die immer mehr PDA-Funktionen bieten, und "von oben" nähern sich immer kompaktere Tablet PCs und Subnotebooks, die fast das volle PC-Repertoire drauf haben. Dennoch: Vollwertiger Ersatz für PDAs findet sich nirgends.

Das Handy ist derzeit das einzige "Immer-dabei-Device" und die Logik diktiert, dass hier das mobile Universal-Gerät entstehen muss - quasi als Vorstufe zum Wearable Computing: PIM, E-Mail-Client und Web-/WAP-Browser können viele schon heute, Digicams haben die meisten, MP3-Player noch die wenigsten. Auch auf GPS-Navigation trifft man bereits; Anwendungen für mobilen TV- oder Video-Genuss sind eher die Ausnahme. Als E-Book-Reader oder zur Textverarbeitung unterwegs sind Smartphones noch nicht wirklich zu gebrauchen, obwohl dazu eigentlich nur ein größeres Display, eine Tastatur und mehr Speicher fehlen.

Das Gerät von Blackberry (siehe Tabelle) deutet eine solche Entwicklung an - und doch ist nur ein hauchzarter Trend in diese Richtung zu verzeichnen. Am Preis kann es nicht liegen. Obwohl solche Alleskönner allein durchaus teuer sind und dennoch in keinem Punkt die Leistung spezialisierter Einzweckgeräte erreichen, profitieren Handys schließlich wie keine andere Gerätegattung von Subventionen durch Mobilfunkanbieter.

Laut einer Umfrage des Analysten Canalys werden die Smartphones mit Symbian OS jedoch genau wie Handys fast nur zum Telefonieren und SMS-Verschicken benutzt. Gerade mal ein Prozent der Besitzer arbeiten mit PIM-Applikationen oder E-Mail-Programmen und nur vier Prozent surfen darüber mobil.

Trotzdem mehren sich Stimmen, die das Ende der PDAs und deren Aufgehen in Smartphones weissagen. Die Funktionsvielfalt der kleinen Teleknochen ziehe schon heute fast mit der eines PDA gleich, und ihr Absatz übertreffe bereits den von Handhelds.

Auch einige PDA-Hersteller scheinen die Zukunft der Handhelds eher düster zu sehen. Selbst Sony, der zweitgrößte PalmSource-Lizenznehmer, zieht sich vom europäischen PDA-Markt zurück. An Gerüchten über weitere Rückzüge mangelt es nicht.

PDAs stehen in hartem Wettbewerb zueinander und zu subventionierten Handys sowie Smartphones. Die Preise rutschen beständig trotz höherer Leistung und immer attraktiverer Ausstattung - neuerdings etwa mit WLAN und/oder Bluetooth. Es gibt für die klassischen Markenhersteller HP oder Sony schlicht immer weniger zu verdienen, seit auch Asiaten wie Asus oder Yakumo mitmischen. Und auch von der Flaute am IT-Markt blieben die PDAs nicht verschont.

Mobilgeräteklassen im Vergleich (Teil 1)
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ModellbeispielePalmOne Tungsten, Sony Clié, HP iPAQ, Asus MyPALT-Mobile MDA II, PalmOne Treo 600, Sony Ericsson P900Nokia 3660, Siemens SX1
gängige BetriebssystemeWindows Mobile für Pocket PC, Palm OSPocket PC Phone Edition, Palm OS, Symbian OS (UIQ)Windows Mobile für SmartPhones, Symbian OS (Serie 60)
gängige Displaygrößen und -Auflösung3,5 ", 160 x 160, 240 x 320, 320 x 320, 480 x 6402,5 bis 3,5 ", 160 x 160, 240 x 320, 208 x 3202 ", 176 x 220, 178 x 208
Laufzeiten bei maximaler Helligkeit und konstantem Tippen3 bis 20 h3 bis 8 h6 bis 11 h
Gewicht110 bis 200 g160 bis 190 g120 bis 140 g
typische AnwendungsszenarienTermine, Adressen, Aufgaben, Notizen), E-Mail, Internet, E-Book, Office, Bilder, Navigation, MP3, VideosTermine, Adressen, Aufgaben, Notizen, E-Mail, Internet, E-Books, Office, Bild, Navigation, Musik, Video, SMS, MMS, TelefonieTermine, Adressen, Aufgaben, E-Mail, Internet, E-Book, Bild, Video, Office, SMS, MMS, Telefonie
Preisbereich (ohne Vertrag)100 bis 500 EUR600 bis 800 EUR400 bis 600 EUR

Doch der Preiskampf bei den PDAs kommt den Kunden zugute. Und nicht zuletzt lassen sich auch PDAs subventioniert unter die Leute bringen, wie die Widget GmbH vorführt: Ihr kann es schließlich auch egal sein, mit welchen Naturalien sie den Kunden ködert, einen lukrativen Mobilfunkvertrag abzuschließen.

Der schnelle Siegeszug der Smartphones ist auch aus anderen Gründen keine ausgemachte Sache, denn was in Handys tatsächlich realisiert wird, bestimmen ganz maßgeblich die Mobilfunkanbieter. Und die sind nicht wirklich interessiert daran, dass etwa ein UMTS-Handy künftig Video oder Radio per DVB-H empfängt, denn viel lieber möchten sie Audio- und Videostreams teuer über das neue Funknetz verschicken. Auch werden nur jene Anbieter WLAN in Handys gern sehen, die auch mit WLAN-Hotspots Geld verdienen - denn was liegt näher, als per WLAN zum Bruchteil der Mobilfunkkosten nicht nur zu surfen oder zu e-mailen, sondern auch Internet-Telefonie zu betreiben.

PDAs sind Smartphones noch in vielen Dingen überlegen - wir haben die wichtigsten Merkmale der Konkurrenten in der Tabelle gegenübergestellt. Office-Applikationen, E-Mail-Programme, E-Book-Reader und Bildbetrachter profitieren nicht nur vom großen Bildschirm. Mit einer Klapp-Tastatur mutiert der Handheld gar zur Reiseschreibmaschine, die man trotzdem noch leicht im Jackett unterbringt. Damit spielen PDAs auch massive Vorteile gegenüber den kompaktesten Subnotebooks oder Tablet PCs aus: PDAs sind nicht nur preiswerter, sondern auch um Größenordnungen kompakter, in Sekundenschnelle betriebsbereit und mit Akku-Laufzeiten bis zu 20 Stunden in ganz anderem Maßstab mobil.

Seine Zukunft dürfte der PDA in mehreren Bereichen sichern. Als GPS-Navigator macht er bereits eine gute Figur, und auch als mobile Multimedia-Maschine ist er etabliert. Mit deutlich verbesserten Digicams und eingebauten Tunern für TV und Radio könnte er diese Position ausbauen.

Aktuell setzen die Hersteller zunächst aber auf Multifunker: Mit GSM/GPRS und WLAN/Bluetooth ausgestattet sollen sie zum universellen Kommunikationsgerät avancieren. Idealerweise sucht sich das Gerät aus allen verfügbaren Diensten den günstigsten aus - auch IP-Telefonie per WLAN gehört dazu (siehe Kasten). Die Netze dafür stehen hierzulande bereits. Geräte sind noch rar, doch den HP iPAQ H 6340 gibt es schon als Prototyp, der T-Mobile MDA III und das Motorola MPx sind angekündigt. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft - man darf gespannt sein, welche Elektronikwunder in Bälde unsere Taschen ausbeulen. (dal)

Mobilgeräteklassen im Vergleich (Teil 2)
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ModellbeispieleBlackberry 6230, 7230HP TC 1000, Acer C110JVC XMP 731, Apple iBook
gängige BetriebssystemeRIM OSWindows XP Tablet PC EditionWindows, Linux
gängige Displaygrößen und -Auflösung2,5 ", 160 x 100, 240 x 16012,1 ", 1024 x 76810 bis 12 ", 1024 x 600
Laufzeiten bei maximaler Helligkeit und konstantem Tippen~20 h (Blackberry 7230 mit Farbdisplay)2,5 bis 5 h2 bis 5 h
Gewicht130 bis 140 g1500 bis 3000 g900 bis 2200 g
typische AnwendungsszenarienTermine, Adressen, Aufgaben, E-Mail (Push und ISP), Internet, Office, SMS, TelefoniePC-Anwendungen, Notizen, zeichnenPC-Anwendungen
Preisbereich (ohne Vertrag)350 bis 470 EUR2000 bis 3000 EUR1000 bis 3500 EUR
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