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Die Weltausstellung zwischen Nachhaltigkeit und Finanzproblemen

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13 Jahren harte Arbeit an politischen, organisatorischen, technischen und finanziellen Problemen liegt hinter den Organisatoren, wenn am 1. Juni die Expo 2000 mit dem Motto ‘Mensch, Natur, Technik - Eine neue Welt entsteht’ in Hannover startet. Konzept und Ausführung dieser Weltausstellung sorgten von Anfang an für hitzige Diskussionen.

Aufmacher

Schon seit April 1987, als die Idee geboren wurde, am Ende des Jahrtausends in Hannover eine Weltausstellung zu veranstalten, kommt die deutsche Expo nicht aus der Diskussion. Vor allem an der Frage der Finanzierung und dem Sinn einer solchen Ausstellung scheiden sich die Geister.

Mittlerweile ist klar, dass es der Expo-Gesellschaft nicht gelingen wird, eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen. Sie rechnet derzeit mit rund 400 Millionen Mark Verlust. Die anfangs hehren ökologischen Vorsätze - noch im März 1999 hatte sich die Expo als ‘erste Mehrwegausstellung’ gefeiert - wurden auf der Suche nach Sponsoren, die die finanziellen Verluste in Grenzen halten könnten, schnell ad acta gelegt. Von ‘Mehrweg’ spricht heute bei der Expo kaum jemand noch: Für die meisten Pavillons gibt es kein Nachnutzungskonzept, sie werden also nach der Weltausstellung wieder abgerissen, die Verpflegung auf dem Ausstellungsgelände wird hauptsächlich von Coca Cola und McDonalds sichergestellt - beides keine Unternehmen, mit denen man den Begriff ‘Mehrweg’ assoziieren würde.

Doch nicht nur wegen ‘Äußerlichkeiten’ wie der Finanzierung geriet die Expo in die Kritik: Immer vernehmlicher wurde gefragt, ob eine Weltausstellung im Zeitalter des Internet überhaupt noch zeitgemäß sei (siehe dazu auch das Interview mit Enno Hagenah auf Seite 124). Explizit stellte der US-amerikanische Botschafter in Deutschland, John C. Kornblum, diese Frage, als er die Botschaft überbrachte, dass die Vereinigten Staaten nicht an der Weltausstellung teilnehmen werden. Freilich wurde auch diese Entscheidung nicht aus prinzipiellen Gründen getroffen: Vielmehr munkelt man, dass es der von Präsident Bill Clinton eingesetzte Expo-Beauftragte William Rollnick nicht geschafft habe, die zur Finanzierung des Pavillons erforderlichen 40 Millionen US-Dollar einzuwerben.

Die internationalen Weltausstellungen waren ursprünglich als Industriemessen konzipiert. Ihre Geschichte reicht rund 150 Jahre zurück. 1851 fand in England die erste Weltausstellung als internationale Industrieschau statt. Größte Attraktion war damals der aus Stein, Stahl und Glas errichtete so genannte Crystal Palace, in dem mehr als eine Million Exponate aus aller Herren Länder präsentiert wurden. Immer wieder nahmen die Ingenieure der Industrienationen die Weltausstellung zum Anlass, den neuesten Stand ihrer Kunst zu demonstrieren: 1876 begeisterte die Dampfmaschine von George H. Corliss die Besucher der Expo in Philadelphia, 1889 war der Eiffelturm die Sensation der Weltausstellung in Paris, 1893 zog vor allem das Ferris Wheel, ein Riesenrad, die Besucher zur Weltausstellung nach Chicago. Man könnte diese Liste noch lange fortsetzen - gemeinsam ist all diesen Exponaten, dass sie den neuesten Stand der Technik repräsentierten und die Ausstellung ihre Präsentation einer breiten Öffentlichkeit möglich machte.

Wie stellt sich das Bild zu Beginn des neuen Jahrtausends dar? Sicherlich braucht man keine Weltausstellung mehr, um sich über technische Neuerungen zu informieren. Moderne Medien wie das Radio, das Fernsehen und nicht zuletzt das Internet bringen heutzutage Neuigkeiten bis ins kleinste Detail in den letzten Winkel der Erde. Um eine reine Industrieschau kann es also nicht mehr gehen - das sieht auch das Konzept der Expo nicht vor. Schließlich berufen sich die Macher der Expo explizit auf die Agenda 21, in der die umwelt- und gesellschaftspolitischen Leitlinien für das 21. Jahrhundert fixiert wurden. Mensch, Natur und Technik - diese Verbindung stellt wahrlich keine Neuigkeit dar. Schon seit Jahrhunderten versucht der Mensch durch die Entwicklung von immer ausgereifterer und ambitionierterer Technik seine Herrschaft über die Natur zu vervollkommnen. Lange Zeit waren die Möglichkeiten des Menschen auch derart beschränkt, dass sein Streben nach Beherrschung der Natur das ökologische Gleichgewicht nicht bedrohte.

Das ist mittlerweile anders - nicht zuletzt deshalb veranstaltete die UNO im Jahr 1992 die internationale Konferenz in Rio de Janeiro, auf der die Staats- und Regierungschefs die Agenda 21 beschlossen. Spätestens seit dieser Konferenz heißt das Zauberwort ‘Nachhaltigkeit’. So sollte sich eben auch Nachhaltigkeit im Konzept der Expo widerspiegeln - kritisiert wird es deshalb auch, weil weder ausreichende Nachnutzungspläne für die Gebäude auf dem Expo-Gelände vorliegen, noch die Expo-Gesellschaft sich selbst allzu ‘nachhaltig’ verhält - siehe Coca Cola und McDonalds.

Bei aller Rede von Nachhaltigkeit und ökologischem Einsatz von Technik wird allerdings immer wieder vergessen, dass sich die Technik längst verselbstständigt hat. Ein Leben ohne Hilfsmittel der modernen Technik ist heute gar nicht mehr denkbar. Wo die Technik nicht mehr funktioniert, wird es für den Menschen lebensgefährlich. Die Technik ist es also, die mittlerweile den Einsatz des Menschen bestimmt: Der Mensch muss sich so verhalten, wie es die Technik von ihm verlangt. Ein zukunftsorientierter und verantwortlicher Umgang mit der Technik ist aber erst dann möglich, wenn dieser Aspekt des Wesens der Technik erkannt ist und beachtet wird.

Inwieweit ein Besuch der Weltausstellung zu einem besseren Verständnis der modernen Welt und dem Beziehungsgeflecht von Mensch, Natur und Technik beitragen kann, wird wohl jeder selbst entscheiden müssen. Auf jeden Fall aber wird im Rahmen der Expo mit viel Aufwand ein reichhaltiges Angebot an moderner Technik präsentiert - und zwar erstmals nicht nur auf dem Ausstellungsgelände in Hannover, sondern auch weltweit. Der Bericht in c't 11/2000 ab Seite 134 stellt einige deutsche dezentrale Projekte vor. In Hannover selbst können sich die Besucher auf dem Expo-Gelände die Länderpavillons und den Themenpark anschauen. Vom Themenpark handelt der folgende Bericht, ein [#int1 Interview mit dem Leiter des Themenparks], Martin Roth, befindet sich im Anschluss. (chr)

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Martin Roth
Martin Roth, der Leiter des Expo-Themenparks, steht c't Rede und Antwort über sein Ausstellungskonzept.

c't: Der Themenpark soll das Wahrzeichen dieser Expo sein. Wie kann er diesem Anspruch gerecht werden?

Roth: Was das Wahrzeichen dieser Expo wird - das wird sich erst zeigen, das werden die Besucher entscheiden. Der TP (Themenpark, d. Red.) ist ein Angebot - in der Tat breit gefächert - für die Besucher. Hier werden sie eine Ausstellung mit elf Themen sehen, Themen, die jeden angehen und berühren. Wie viel Zeit jeder einzelne dem Themenpark widmet, das ist jedem individuell überlassen. Jede gute Ausstellung lässt dem Besucher diese Freiheit. Wer will, kann ein Thema durchaus in 20 Minuten durchschreiten. Selbst dann wird er genügend Eindrücke mitgenommen haben. Wer die Eindrücke mehr auf sich wirken lassen will, braucht entsprechend mehr Zeit. Grundsätzlich ist zu empfehlen: Wer einen Computer und einen Internet-Anschluss hat, sollte sich möglichst vorab Informationen zu den einzelnen Themen auf unserer Expo-Website holen. Und vielleicht sollte man sich schon im Vorfeld das eine oder andere Thema aussuchen, das man sich dann im TP anschauen wird.

c't: Die Szenographen, Grafiker, Bühnenbildner und Tänzer haben sich ja allerhand einfallen lassen, um die Themen spannend zu präsentieren. Werden sich dem Besucher die Inhalte erschließen?

Roth: Die Ausstellungen sind so konzipiert, dass sich die Inhalte von selbst erschließen. Viele Bereiche im Themenpark arbeiten mit der Assoziationsfähigkeit des Besuchers: seine Phantasie ist gefragt. Das ist doch das Spannende an guten Ausstellungen: Jeder holt sich das raus, was er braucht.

c't: Die Themen haben alle gemeinsam eine Zukunftsvision als Kernaussage. Doch entsprechen die Konzepte, die sicher vor etwa vier bis fünf Jahren entstanden sind, noch der Wirklichkeit?

Roth: Als die Ausstellung konzipiert wurde, wussten viele in Deutschland noch nicht einmal, wie man Internet buchstabiert, geschweige denn anwendet. In der Tat würde man wahrscheinlich heute Internet und E-Commerce als brisante Themen aufnehmen. Nichtsdestotrotz hat aber ein Thema wie ‘Zukunft der Arbeit’ an seiner Zündkraft nichts verloren, und die ‘Zukunft Gesundheit’ des Menschen oder seine ‘Basic Need’ werden uns immer beschäftigen.

c't: Ist eine real organisierte Weltausstellung überhaupt noch zeitgemäß? Hätte man den Themenpark auch ins Internet verlagern können?

Roth: Kennen Sie die Bilder von Yves Klein? Machen Sie ein Foto von einem seiner Gemälde und legen Sie es ins Netz. Wird dieses Blau die gleiche Intensität haben wie im Original? Außerdem ist es doch noch immer ein qualitativer Unterschied etwas als live-act zu erleben oder virtuell. Die Reiseindustrie boomt mehr denn je. Die Menschen informieren sich im Netz, aber reisen tun sie noch immer realitär.

c't: Ohne Sponsoren war der Themenpark in dieser Vielfalt wahrscheinlich nicht zu verwirklichen. Wie groß war der Einfluss dieser Wirtschaftsunternehmen und Organisationen auf die thematische Darstellung?

Roth: Die Ausstellung im TP ist ein großes Privat-public-partnership-Unternehmen. Gemeinsam im Boot saßen zum Beispiel Wissenschaftler, Künstler, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, aber auch von Ministerien und Verbänden - und eben auch die Wirtschaftspartner. Aber im Gegensatz zum üblichen Procedere hatten wir alle Beteiligten von Anfang an dazu eingeladen, sich am Prozess, von der ‘Zeugung’ sozusagen, bis zur ‘Geburt’, zu beteiligen. Bereits der gemeinsame Weg dahin war schon, in gewisser Weise, ein Teil der Ausstellung. Der Prozess, die unterschiedlichsten Gruppierungen an einen Tisch zu bekommen und brisante Fragen der Menschheit zusammen zu gestalten, zu einer gemeinsamen Aussage zu kommen - das ist doch spannend. Natürlich wurden die Wünsche der Wirtschaftspartner nach einer Darstellung von uns ernst genommen. Sie können sich natürlich vorstellen, aber immer innerhalb einer Gesamtinszenierung, nie vordergründig, wie zum Beispiel bei einer Messe, wo es um das Produkt an sich geht. Hier geht es um eine Ausstellung, die Ausstellung des TPs.

c't: Dem Besucher des Themenparks werden eine Menge sehr unterschiedlicher Eindrücke präsentiert. Glauben Sie, dass er sich auch nach der Weltausstellung mit den Themen weiter auseinander setzen wird? Kann es sein, dass er nur schöne Erinnerungen mitnimmt und das Gesehene oder Gehörte nur als Flash-Erlebnis abhakt?

Roth: Können Sie Eindrücke einfach so ‘abhaken’? Wenn ja, dann wären sie ein psychologisches Wunder. Im Ernst: Natürlich wird der Besucher selektieren, das eine oder andere sich besonders merken oder wieder schnell vergessen. Und was ist dagegen zu sagen, wenn jemand die Expo 2000 und den TP als ‘schönes Erlebnis in Erinnerung mitnimmt’? Darüber würde ich mich persönlich sehr freuen, das wäre doch ein Riesen-Kompliment! (chr)

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Enno Hagenah
Das Konzept der Weltausstellung Expo 2000 hat von Anfang an auch Gegner auf den Plan gerufen. Im Gespräch mit c't legt Enno Hagenah, der Expo-politische Sprecher der niedersächsischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, den Finger in die Wunden.

c't: Die Grünen haben jetzt angekündigt, ein Büro zur kritischen Begleitung der Expo in Hannover zu eröffnen. Was kritisieren die Grünen an der Expo?

Hagenah: Aus unserer Sicht ist die Idee einer Weltausstellung als Massenereignis an einem Ort mit ihrer Pappmaché-Realität ein Konzept von vorgestern, aus einer Zeit, als man noch nicht online weltumspannend aktuell zusammenarbeitete. Deswegen sind die Weltausstellungen degeneriert zu Massenveranstaltungen, einer Art Disneyland.

Mithin ist das Ganze eigentlich eine gigantische Steuergeldvernichtungsanlage, die an einem Ort für ein Millionenpublikum eine enorme Infrastruktur produziert, deren Nachnutzung noch erfunden werden muss. Solche Veranstaltungen dürften nur nach einem Nachhaltigkeits-Check durchgeführt werden. Danach würden sie völlig anders geplant werden. Dies ist hier bewusst ausgebremst worden. Der eigentliche Grundfehler ist, dass die Expo als öffentliche Veranstaltung von den demokratisch gewählten Parlamenten überhaupt nicht kontrolliert und begleitet und auch nicht entschieden worden ist.

Um dies zu umgehen, ist das ganze Unternehmen sehr frühzeitig scheinprivatisiert worden in der privatwirtschaftlich organisierten Expo GmbH, in der nominell noch Bund, Land und Region die Mehrheit haben. Die Beteiligungsgesellschaft der deutschen Wirtschaft zeichnet offiziell nur 20 Prozent. Der zehnköpfige Aufsichtsrat besteht aber zur überwiegenden Mehrheit aus Vertretern der Wirtschaft, weil Bund und Land ihre Plätze nicht alle selber eingenommen haben.

c't: Die Expo und ihre Befürworter werben mit dem Slogan Mensch - Natur - Technik, mittlerweile ergänzt um den Halbsatz ‘Eine neue Welt entsteht’. In den einschlägigen Broschüren ist viel die Rede von Agenda 21 und Nachhaltigkeit, wird viel mit dem Ökologiegedanken geworben. Wer hat sich durchgesetzt? Ist das jetzt tatsächlich etwas Neues oder doch eher eine Produktschau der deutschen Industrie?

Hagenah: Es ist in weiten Zügen der Status quo, die Art und Weise der Zukunftsvisionen, wie sie sich die großen Konzerne vorstellen. Das liegt in der Art der Beteiligungsmöglichkeit der Wirtschaft begründet, denn nur die Konzerne können das Finanzvolumen aufbringen, das dort als Einstiegsfinanzierung gefordert ist - Weltpartnerschaft 30 Millionen Mark, Produktpartnerschaft zehn Millionen.

Die guten Absichten, die an vielen Stellen durch Szenographen und Initiativen eingebracht wurden, sind dadurch degeneriert zu Nischenprodukten, die man eigens suchen muss. Der Global Dialogue und das der Expo abgetrotzte Projekt ‘Stadt und Region als Exponat’, aus dem auch die weltweiten Projekte entwickelt wurden, sind tatsächlich die einzigen nachhaltigen Dinge, die man auf dieser Weltausstellung finden kann. Da sind aber vom 3,5-Milliarden-Investment der Expo GmbH weniger als 100 Millionen Mark reingeflossen.

Insbesondere die weltweiten Projekte sind ein Ausblick auf das, wie wir uns die Weiterentwicklung eines Weltausstellungsgedanken vorstellen würden. Die tatsächliche Innovation wäre heute, genau solche Netzwerke zu schaffen und diese Informationen weltweit aufbereitet zur Verfügung zu stellen. Mit Printmedien, Fernsehen und Internet sind wir viel kostengünstiger, ressourcenschonender und aktueller genau dort, wo Lösungen gebraucht werden, als mit einem Massenspektakel à la Expo alten Typs.

c't: Nun wollen die Grünen dieses Massenspektakel kritisch begleiten mit einem Green-Expo-Office. Was soll da jetzt stattfinden?

Hagenah: Wir bieten an, Informationen abzurufen von verschiedensten Institutionen, die die Expo ebenso wie die Grünen kritisch begleiten, und wir vermitteln die Kontaktaufnahme mit solchen Gruppen. Wir wollen Informationsblätter erstellen für Besucher, die auch den Hintergrund begreifen wollen oder die schlicht wissen wollen, was sollte ich mir ansehen, was ist tatsächlich interessant unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten und was sollte ich unbedingt gesehen haben, weil es so schlecht ist, damit ich auch die Widersprüche mit Händen greifen kann.

Unser Ziel ist eine Mischung zwischen kritischer Auseinandersetzung, Service und Vernetzung. Dazu wollen wir Informationen zur tatsächlichen weiteren Entwicklung der Expo über unseren E-Mail-Verteiler anbieten. Andererseits können auch eigene Projekte und Ideen auf unserer interaktiven Internetseite www.xposition.de ins Netz gestellt werden, auf der schon ein sehr umfängliches Kompendium zur Expo 2000 von uns in den letzten Jahren zusammengestellt worden ist.

c't: Sachen angucken, die so schlecht sind, dass man die Widersprüche mit Händen greifen kann. Gibt es da einen persönlichen Tipp?

Hagenah: Wenn die Zukunft der Energieversorgung der Weltbevölkerung noch mit Kerntechnologie verbunden wird wie im Themenpark und die Zukunft der Ernährung mit Gentechnik und dem Publikum dann zur Akzeptanzwerbung gentechnisch verändertes Essen angeboten wird, dann wird damit nur versucht, in der Vergangenheit erfolgreich gelaufene kritische Debatten umzudrehen durch eine Neudefinition dieser Inhalte mit sehr viel technischem und Showaufwand, finanziert eben von den daran verdienenden großen Unternehmen. Das halte ich für die eklatantesten Formen von Widersprüchen. Nachhaltigkeit kann man nun mal kaum als Darstellung erwarten von einem am Gegenteil verdienenden großen Konzern.

c't: Wäre es nicht spätestens mit dem Eintritt in die Bundesregierung als Koalitionspartner möglich gewesen, zu sagen, Schluss jetzt, bevor das nicht noch einmal diskutiert ist, wie das tatsächlich nachhaltig laufen könnte?

Hagenah: Das sehe ich ganz genau so, aber das ist von der Mehrheit der Bundesgrünen so nicht gesehen worden. Das Wort Expo kommt in der Koalitionsvereinbarung nicht vor, und alles, was dort nicht geregelt ist, wird schlicht nach dem Mehrheitsprinzip innerhalb einer Koalition geregelt. Von daher sind Grüne nach dem Regierungswechsel weder im Aufsichtsrat der Expo GmbH noch inhaltlich gestaltend gewesen, sondern haben das mehr vollziehen lassen von den SPD-beherrschten Ministerien und hier in Niedersachsen von der SPD-Alleinregierung. Es gibt noch eine ganze Menge mehr zu regeln in der Republik, als die Expo. Eine Expo kommt und eine Expo geht. (anm)

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