Fensterladen

Der Store für Windows-8-Metro-Apps

Trends & News | News

Anwendungen für die neue Metro-Oberfläche von Windows 8 wird es nur über einen speziellen App-Store geben. Jetzt hat Microsoft Details zu diesem „Windows Store“ veröffentlicht – und Spekulationen um den Erscheinungstermin von Windows 8 neue Nahrung gegeben.

Bei der für Windows 8 geplanten neuen „Metro“-Oberfläche erinnert nicht nur die Optik an Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone, sondern auch die Art und Weise, wie man dort Anwendungen installiert: Der einzige Weg führt über einen von Microsoft betriebenen virtuellen Softwareladen – beim Phone heißt er Marketplace, PCs und Tablets werden sich im „Windows Store“ mit Apps versorgen können. Erste Details zu dieser Plattform hat Microsoft jetzt bekanntgegeben.

Die Vorstellung des Windows Store war Microsoft einen eigens einberufenen Pressetermin in San Francisco wert.

Windows 8 wird eine Store-Anwendung enthalten, über die Anwender Apps per Kategorie, Beliebtheitsskala, Empfehlung oder Textsuche finden, kaufen und installieren können. Darüber hinaus will Microsoft die angebotenen Anwendungen in seiner Suchmaschine Bing indizieren, sodass man sie über eine normale Websuche finden kann. Der Index soll auch anderen Suchmaschinen zur Verfügung stehen; klickt man den dazugehörigen Link im Internet Explorer 10 in Windows 8 an, landet man direkt im Store.

Für Entwickler, die Apps über den Store vermarkten wollen, kostet der Eintritt 49 US-Dollar pro Jahr, Firmen zahlen 99 US-Dollar. Der Beitrag ermöglicht es, Apps global oder nur in ausgewählten Regionen anzubieten; Microsoft will die Welt in 231 Märkte aufteilen und über 100 Sprachen unterstützen. Die Preise für ihre Apps können die Anbieter zwischen 1,49 und 999,99 US-Dollar festlegen oder sie kostenlos anbieten. Darüber hinaus soll es möglich sein, Apps als zeitlich oder funktional eingeschränkte Probierversion zu offerieren, von der aus der Benutzer ohne Neuinstallation auf die Vollversion umsteigen kann.

Vom Umsatz behält Microsoft zunächst 30 Prozent an Provision ein; sobald eine App mehr als 25 000 US-Dollar Umsatz generiert, sinkt Microsofts Anteil auf 20 Prozent. Dieselbe Umsatzbeteiligung gilt für In-App-Käufe, sofern der Entwickler die Microsoft-Plattform für die Zahlungsabwicklung benutzt. Anbieter können aber auch andere Zahlungsdienste verwenden oder das Inkasso selbst übernehmen, dann verzichtet Microsoft auf eine Umsatzbeteiligung. Auch wer seine Angebote über Werbung finanzieren möchte, kann dazu sowohl Dienste von Microsoft als auch andere Plattformen nutzen.

Metro-Apps für Windows 8 sollen sich ausschließlich über den Windows Store installieren lassen.

Bevor Apps im Store erscheinen, will Microsoft sie eingehend prüfen. Dazu gehört einerseits eine technische Zertifizierung, die sicherstellen soll, dass Apps zuverlässig funktionieren und sich so verhalten, wie Microsoft sich das für Metro-Anwendungen vorstellt. Entwickler sollten diese Prüfung schon vor dem Einreichen ihrer App auf dem eigenen PC vornehmen; dazu wird Microsoft ein „App Certification Kit“ (ACK) zur Verfügung stellen. Eine Vorabversion des ACK ist in der Developer Preview von Windows 8 aus dem September 2011 enthalten. Außer der technischen Inspektion müssen Apps noch eine inhaltliche Prüfung über sich ergehen lassen, die sicherstellen soll, dass keine rassistische, gewaltverherrlichende, pornografische oder sonst anstößige Software im Store landet. Die genauen Richtlinien kann man im Dev Center für Metro-Apps auf MSDN nachlesen (siehe c’t-Link unter diesem Beitrag).

Einen ersten eigenen Blick auf den Windows Store will Microsoft Anwendern mit dem Erscheinen der Betaversion von Windows 8 gewähren. Damit der Store dann schon gut gefüllt ist, ruft Microsoft derzeit Entwickler zu einem App-Wettbewerb auf (https://buildwindowscontest.com ). Wer daran teilnehmen möchte, muss seine Metro-Kreation bis zum 8. Januar 2012 einreichen. Eine Woche später will Microsoft die Finalisten bekanntgeben, die dann eine neue, vertrauliche Vorabversion von Windows 8 erhalten sollen. An die müssen die ausgewählten Entwickler ihre App dann bis zum 3. Februar anpassen, um in die Preisziehung zu kommen.

Auch wenn Microsoft offiziell noch keinen Termin für das Erscheinen der ersten Windows-8-Beta, geschweige denn für das finale Windows 8 genannt hat, ergibt sich aus den Wettbewerbsterminen ein sehr wahrscheinlicher Fahrplan: Demnach dürfte Microsoft auf der CES in Las Vegas (10. bis 13. Januar) die Beta erstmals öffentlich zeigen und sie in der ersten Februarhälfte zum Download freigeben. Legt man die Zeitabstände bei der Einführung von Windows 7 zugrunde, würde der Release Candidate Anfang Juni 2012 folgen und die finale Version Anfang September fertig werden. Auf DVDs und neuen Rechnern käme sie dann im November in die Läden – gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2012. (hos)

www.ct.de/1201038

Kommentare

Anzeige