Aufnehmen, streamen, einstellen

Tipps zum Fernseher-Kauf: Das sollten Sie beachten

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Seite 2: Aufnehmen, streamen, einstellen

Etliche Hersteller bewerben in ihren Fernsehern einen sogenannten Triple-Tuner – das klingt nach mehreren Empfangswegen. Bei genauerer Betrachtung meint es aber nur, dass das Gerät die TV-Signale per Satellit (DVB-S), im Kabel (DVB-C) und aus der Luft (DVB-T) aufnimmt (drei Wege, deshalb Triple). Pro Empfangsweg hat der Fernseher üblicherweise aber nur einen Tuner – eine Sendung aufnehmen und gleichzeitig ein anderes Programm anschauen geht damit nicht. Das wäre allenfalls möglich, wenn beide Programme zufällig im selben Sender-Bouquet liegen und das TV diese Aufzeichnungsvariante unterstützt. Für die gleichzeitige, wirklich unabhängige Aufnahme und Wiedergabe benötigt das Fernsehgerät zwei unabhängige Tuner – die verwirrenderweise auch unter der Bezeichnung "Twin-Tuner" laufen.

Ob ein TV tatsächlich zwei Tuner hat, erkennt man leicht an der doppelt ausgelegten Sat-Buche (hier an einer One-Connect-Box von Samsung).

Man erkennt die Tuner-Anzahl im Gerät relativ einfach an der Anzahl der Satelliten-Eingänge: Sitzen zwei physikalische Buchsen für den Sat-Empfang im TV-Rücken, hat der Fernseher zwei gleichzeitig nutzbare Tuner. Die Coax-Buchse fürs Kabel-TV beziehungsweise die DVB-T-Antenne ist dann trotzdem nur einmal vorhanden. Grund: Über das Kabel werden alle Frequenzen zugleich übertragen und der Tuner im TV filtert die gewünschte Frequenz aus dem empfangenen Gemisch heraus. Beim Satellitensignal muss der TV-Tuner die Senderfrequenz dagegen beim LNB an der Schüssel anfordern, also nach außen kommunizieren. Dafür braucht er bei zwei unterschiedlichen Sendefrequenzen zwei unabhängige Anschlüsse.

Früher bannte man TV-Sendungen mit dem VHS-Recorder auf analoge Kassetten; der Videorecorder hing dafür per Scart am TV. Heute kann man das TV-Programm digital auf eine am Fernsehgerät angeschlossene USB-Festplatte speichern. Hierzu muss der Fernseher einen USB-Anschluss besitzen und einen Medienplayer, um die Aufzeichnungen auszugeben. Nicht alle TVs können TV-Sendungen auf einen angeschlossenen USB-Speicher aufnehmen, das reine Vorhandensein eines USB-Ports ist deshalb kein Garant für die Aufnahmemöglichkeit.

Es gibt außerdem eine wesentliche Einschränkung gegenüber der klassischen VHS-Aufnahme: Die digital auf Festplatte gebannte Sendung kann man nur an genau dem Fernseher anschauen, mit dem sie aufgenommen wurde. Also im Wohnzimmer aufzeichnen und im Schlafzimmer anschauen geht nicht – auch nicht bei zwei identischen Geräten desselben Herstellers! Das bedeutet zugleich: Zur echten Archivierung eignen sich solche TV-Aufnahmen nicht, denn wenn der Fernseher das Zeitliche segnet, können Sie die zugehörige Festplatte beziehungsweise die damit gemachten Aufnahmen gleich mit löschen.

USB-3.0-Ports erkennt man an der blauen Farbe und an den zusätzlichen Kontakten für die Superspeed-Übertragung.

Da große beziehungsweise schnelle Festplatten heute den schnelleren USB-3.0-Anschluss mit höherer Bitrate voraussetzen, sollte das Fernsehgerät einen solchen USB-3.0-Anschluss bereithalten. Sie erkennen ihn an der blau eingefärbten Zunge in der USB-Buchse.

Weitere USB-Eingänge können Sie beispielsweise für die Wiedergabe von Fotos vom USB-Stick nutzen. Dafür muss der Fernseher einen Medienplayer eingebaut haben. Die Player der TVs können typischerweise JPEGs wiedergeben und die Fotos in einer Diashow abspielen. Einige TVs verstehen sich auch auf BMP, GIF oder PNG, außerdem unterstützen die meisten Medienplayer gängige Videoformate. Welche Formate es jeweils sind, listen die Hersteller auf ihren Websites zur jeweiligen TV-Modellreihe.

Falls Sie eine Festplatte oder einen Netzwerkspeicher (NAS) in ihrem Heimnetzwerk nutzen, sollte das Fernsehgerät darauf abgelegte Videos selbstständig wiedergeben können. Dafür muss es sich zum einen mit dem (W)LAN verbinden, die Dateien aus dem heimischen Netzwerk streamen können und einen Medienplayer zur Wiedergabe besitzen. Die meisten aktuellen TV-Geräte beherrschen das Streaming per DLNA und ihre Medienplayer können mit den wichtigsten Formaten umgehen.

Ob das TV-Gerät WLAN eingebaut hat, sollten Sie vor dem Kauf in den technischen Daten des TVs auf der Herstellerseite prüfen. Die drahtlose Anbindung ist deutlich praktischer, als (noch) ein Kabel durchs Wohnzimmer ziehen zu müssen. Einige TVs lassen sich per WLAN-Adapter für den USB-Port nachrüsten; eleganter ist jedoch die Einbau-Lösung.

Wenn Sie Filme und Serien von Video-on-Demand-Diensten wie Amazon, Netflix & Co. schauen wollen, sollte das TV-Gerät Ihrer Wahl diese Dienste in eigenen Apps bereithalten. Welche VoD-Dienste unterstützt werden, zeigt ein Blick in den Home-Screen des Smart-TVs. Falls Ihr Wunschgerät im Laden nicht mit dem Internet verbunden ist, müssen Sie auf der Internetseite des Herstellers prüfen, ob die von Ihnen favorisierte App auf dem TV erhältlich ist.

Die Smart-TVs der großen Hersteller unterstützen üblicherweise sämtlich Amazon und Netflix und darüber hinaus Dienste wie Videociety oder Maxdome und Musikvideodienste wie Ampya (ehemals putpat) oder Vevo.

Smart-TV-Oberflächen (6 Bilder)

Aktuelle TVs von Sony nutzen das Android-Betriebssystem. Auf den Geräten sind bereits diverse Apps installiert und man kann viele weitere aus Googles PlayStore nachladen.

Alternativ zum Smart-TV könnte man die Video-on-Demand-Dienste auch per Chromecast, Amazon FireTV & Co. nachrüsten. Zum einen hat man dann aber eine weitere Fernbedienung auf dem Tisch liegen. Zum anderen stellt sich die Frage nach einem großen TV-Bildschirm mit oder ohne Eigenintelligenz (Smart-TV) nicht wirklich, denn man bekommt heute keine größeren Displays ohne diese Ausstattung – jedenfalls nicht für den Preis eines Smart-TVs. Solche "dummen" Displays werden für den 24/7-Betrieb produziert, mit deutlich höheren Anforderungen und für deutlich höhere Preise.

Mit der Fernbedienung, die dem Wunschgerät beiliegt, sollte man sich etwas ausführlicher befassen. Nehmen Sie die Fernbedienung in die Hand: Finden Sie sich auf der Fernbedienung gut zurecht? Haben Sie alle wichtigen Tasten beziehungsweise Funktionen (Lautstärke, Programmumschaltung, Mute, Signaleingangswahl, Aufzeichnung und Wiedergabe von Speichermedien, Senderliste etc.) direkt und schnell im Zugriff? Finden Sie das Home-Menü mit den Smart-TV-Funktionen übersichtlich oder lässt es sich personalisieren?

TV-Fernbedienungen (6 Bilder)

Sony nutzt für seine Fernseher eine klassische Riegelfernbedienung. Für Android-TVs üblich findet darauf man die unübersehbare Netflix-Taste, und bei Sony auch eine für den PlayStore. Über die "Action Menü"-Taste erreicht man wichtige Einstelloptionen.

Die meisten Antworten hängen vom persönlichen Geschmack ab, Sie müssen also selbst Hand anlegen. Wenn Sie im Laden schauen, finden Sie die Fernbedienung meist irgendwo in der Nähe des Geräts. Wer online kauft, muss sich auf die Erfahrung anderer Nutzer und auf Testberichte verlassen.

Bei Smart-TV mit Android-Betriebssystem hält die Fernbedienung eine eigene Netflix-Taste bereit. Für Netflix-User ist das eine angenehmen Komfortfunktion; wer den Videodienst nicht nutzt, könnte sich an der unübersehbaren Netflix-Taste stören.

Jedes neue TV muss ein Energieeffizienzlabel tragen.

Fernsehgeräte müssen heutzutage ähnlich wie Kühlschränke ein Energielabel tragen, das ihren Energiebedarf nennt (Leistungsaufnahme im Betrieb und Jahresbedarf). Aktuelle TV-Geräte liegen typischerweise in der Energieeffizienzklasse A+ oder A, einige auch in B. Darunter sollte man nicht gehen, denn das ist zumindest im TV-Bereich nicht mehr zeitgemäß. Ein sparsamer 55-Zöller mit 1,40 m Bilddiagonale benötigt im Betrieb 70 bis 90 Watt – also ungefähr so viel wie zwei Glühlampen.

HDR-fähige Geräte landen mit ihren sehr hellen Schirmen zuweilen in der Energieeffizienzklasse B, insebeondere HDR-TVs mit dem sogenannten Direct-LED-Backlight, bei dem die LEDs gleichmäßig im Displayrücken verteilt sind. Auch OLED-TVs mit organischem Display liegen oft in Klasse B. Der Standby-Verbrauch bleibt bei modernen Geräten unter 1 Watt, üblich sind 0,3 Watt. Ein Ausschalten per Steckerleiste ist deshalb heute nicht mehr nötig.

Kommentare

Kommentare lesen (44 Beiträge)

Anzeige