Wer braucht welche Ausstattung?

Tipps zum Fernseher-Kauf: Das sollten Sie beachten

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Seite 3: Wer braucht welche Ausstattung?

Die allermeisten TV-Displays nutzen Flüssigkristalltechnik. Die LCD-Technik ist etabliert und entsprechend preiswert, selbst 55-Zöller mit 1,40 m Bilddiagonale bekommt man bereits für 500 Euro. Allerdings muss man bei solchen preiswerten TVs oft auf Komfortfunktionen verzichten, sie haben weniger Singaleingänge, ihre Bildprozessoren arbeiten nicht so ausgefeilt wie die der teureren Modelle, die Steuerung ist schleppender und in den allermeisten Fällen ist die Audioqualität der günstigen TVs sehr bescheiden.

Smart-TVs mit Full HD und 4K-Auflösung (14 Bilder)

Philips nutzt das Android- Betriebssystem für seine Smart-TVs. Die 8000er-Serie zeigt 4K-Auflösung, kommt mit doppelt ausgelegtem (Twin)-Tuner für alle DVB-Empfangswege und hat abnehmbare Lautsprecherleisten für besseren Sound. Mit seiner Rundumbeleuchtung Ambilight (ab 6000er-Serie) hat Philips ein Alleinstellungsmerkmal.
(Bild: Philips)

Für Talkshows oder den Tatort genügen die eingebauten Lautsprecher noch, aber für Filme oder gar musiklastige Inhalte sollte man die HiFi-Anlage oder externe Lautsprecher anschließen. Die Stereoanlage verbindet man über ein optisches Kabel per SPDIF oder bei neueren Anlagen über den HDMI-Audio-Rückkanal (ARC) mit dem Fernseher. Welcher HDMI-Anschluss am TV ARC unterstützt, steht üblicherweise direkt an den HDMI-Buchsen. Oft lassen sich per WLAN auch vorhandene Netzwerklautsprecher einbinden, die dann die Audioausgabe übernehmen.

Günstigen Geräten fehlt zuweilen die Möglichkeit, TV-Sendungen am USB aufzunehmen. Außerdem haben viele preiswerte TVs keine ausgefeilte Zwischenbildberechnung, was sich bei Szenen mit schnellen Kameraschwenks durch Zittern oder Ruckeln in der Darstellung bemerkbar macht.

Bei besseren Geräten kann man die Zwischenbildberechnung getrennt nach Entruckeln und Weichzeichnen den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Der Kontrast billiger TVs ist meist nicht besonders hoch und die Farbwiedergabe oft etwas unnatürlich; nicht selten wirken gerade Gesichter überhitzt oder grünstichig.

An Gesichtern erkennt man ohnehin sehr schnell, wie gut die Voreinstellung eines Displays ist. Zwar kann man durch manuelle Einstellungen im Bildmenü noch einiges rausholen, muss sich dafür aber in die Materie einarbeiten. Gute TVs halten bereits im Auslieferungszustand einen ansehnlichen Bildpreset (meist Kino, Film oder ähnliches) bereit. Auch zwei Tuner findet man erst in teureren Geräten.

In den folgenden Kästen haben wir wichtige Entscheidungskriterien und Hinweise für unterschiedliche Nuzergruppen zusammengestellt.

TV-Zuschauer

· Full HD genügt, außer Sie gucken viel Sport bei Sky
· weder HDR noch 3D (wird beides nicht ausgestrahlt)
· für helle Räume ein lichtstarkes LCD-TV
· zum TV-Aufnehmen und gleichzeitig -Gucken ein Gerät mit Twin-Tuner
· kein gebogenes Display, wenn Sie oft mit mehreren Leuten schauen
· prüfen Sie, ob Sie mit der Fernbedienung klarkommen

Cineasten

· Kinofans brauchen 4K und HDR
· ein OLED-TV oder ein High-end LCD-TV mit Direct-LED-Backlight
· ein möglichst großes Display
· einen gebogenen Schirm nur, wenn Sie Kino allein oder allenfalls zu zweit genießen

Energiebewusste Nutzer

· mindestens Energieeffizienzklasse A+ (Energielabel studieren)
· LCD-TVs mit Edge-LED-Backlight
· 4K-TVs sind (bei gleicher Ausstattung) energiehungriger als ihre Full-HD-Pendants
· je größer der Schirm, umso höher ist der Energiebedarf
· bevorzugte Apps am Smart-TV nutzen statt mit einem zusätzlichen Streaming-Device
· TV-Tuner im Fernsehegerät nutzen statt externen Receiver

Low Budget

· einen Full-HD-Fernseher (4K-TV nur im Sonderangebot)
· kleinere Diagonale
· Abstriche bei der Ausstattung (kein: Twin-Tuner, HDR, 3D, sehr dünnes, gebogenes Displays)
· Einstellungsmenü erlaubt feine Farbkorrekturen, um mäßige Bild-Presets zu korrigieren
· wenig HDMI-Anschlüsse, stattdessen manuell umstöpseln
· miserable Lautsprecher in billigen TVs durch externe Boxen ersetzen

Gamer

· prüfen Sie, ob es Spiele-Presets im Bildmenü des Fernsehers gibt
· besonders billige TVs (nicht Sonderangebote) haben kein 100-Hz-Panel
· zum Spielen ist die Latenz meist entscheidender als die Schaltzeit des Panels

Ich brauche dieses „Smart“-Zeugs nicht

· TV sollte im Menü nativen (1:1-) Format unterstützen für PC-Anschluss
· Am 4K-TVs mindestens einen HDMI 2.0 für 4K mit 60 Hz (2160p/60)
· Große Displays ohne Eigenintelligenz sind sehr viel teuer als Smart-TVs
· Vielleicht reicht auch ein großer Monitor?

(uk)

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