Finger weg!

Keys Off 1.3 - "Kinderschutz" für den Mac

Test & Kaufberatung | Kurztest

Hoppla! Da ist doch wieder die Katze über die Tastatur geschlichen und hat die halbfertigen EMails rausgeschickt. Oder die Kinder spielen am Mac herum, während Sie nicht dabei sind. Oder Sie haben gar etwas zu neugierige Kollegen, denen Sie Ihren Computer nicht völlig hilflos aussetzen wollen. Oder ... In solchen Fällen hilft Keys Off. Es sperrt den Zugriff auf den Macintosh - mehr oder weniger sicher.

Keys Off installiert eine Systemerweiterung, die nach einer einstellbaren Zeit oder nach Druck einer Tastenkombination weitere Eingaben blockiert. Welche, läßt sich detailliert einstellen: beliebige Tastendrücke, bestimmte Tastaturkürzel, Mausklicks, die Auswahl von Menüs. Auf Wunsch wird ein Bildschirmschoner gestartet, der den Bildschirminhalt neugierigen Blicken verwehrt. Erst wenn der rechtmäßige Benutzer sein Kennwort eingegeben hat, bekommt er wieder Zugang zu seinem System - dieses wird beim Eintippen übrigens nicht auf dem Bildschirm angezeigt.

Besonders interessant ist, daß auf Wunsch während der Sperrung eine eingelegte Diskette oder CD automatisch wieder ausgeworfen und die Ein-/Ausschaltetaste deaktiviert werden kann. Es ist also nicht mehr ganz einfach, den Rechner von einem anderen Medium neu zu starten. Das ist nämlich der naheliegende Weg, an die Daten eines geschützten Macintosh zu gelangen.

Wenn schon der geregelte Neustart per Menü oder Tastatur nicht funktioniert, könnte es ein Eindringling auf die harte Tour versuchen. Nachdem er einmal den Netzstecker gezogen oder den Reset-Button gedrückt hat, kann er den geschützten Mac schließlich einschalten wie jeden anderen auch. Doch auch hier bietet Keys Off zunächst Schutz - und zwar durch einen kleinen Eingriff ins System: Die Umschalttaste läßt sich beim Start deaktivieren, was verhindert, daß jemand den Rechner ohne Systemerweiterungen und damit auch ohne Keys Off bootet.

Leider sind all diese Schutzvorrichtungen trotzdem kein ernstzunehmendes Hindernis für einen entschlossenen Eindringling mit etwas fortgeschritteneren Mac-Kenntnissen. Wenn es gelingt, den Macintosh neu zu starten, und sei es per Netzstecker, dann kann Keys Off nicht verhindern, daß ein ungeschütztes System von CD geladen wird - oder von einer mitgebrachten Festplatte, auf die ein Eindringling gleich noch Ihre Daten kopieren könnte. Beim Systemstart müßte er dazu einfach die richtigen Tasten drücken, die Apple in jeder Bedienungsanleitung verrät; das war´s. Über die Zugangssperre hinaus bietet Keys Off also keine ernstzunehmende Sicherung.

Neben der persönlichen Version gibt es noch Keys Off Enterprise fürs Netzwerk. Bei dieser Variante kann der Systemverwalter den Benutzern die Eingabe der Shareware-Registrierungsnummer abnehmen und die Einstellungen jeweils mit seinem Administratorkennwort vornehmen. Auch wenn die Bezeichnung `Enterprise´ dies glauben machen will - für den Einsatz im Unternehmen ist Keys Off nicht geeignet. Der Schutz reicht gegen Haustiere, (kleine) Kinder und harmlose neugierige Kollegen. Wenn aber jemand wirklich an den Computer heran will, stellt Keys Off nur ein geringes Hindernis dar. (se)


Keys Off 1.3 (Shareware, 10 US-Dollar) findet sich unter http://web.islandnet.com/~cliffmcc/keysoff.html, Keys Off Enterprise 1.3 (Shareware, 20 Dollar) auf der Seite keysoffE.html desselben Servers.

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