Fotosicherung für unterwegs: Cloud-Dienste und Hardware-Tipps

Fotosicherung für unterwegs: Cloud-Dienste und Hardware-Tipps

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"Speicher voll" – diese Meldung sorgt für jede Menge Frust. Besonders im Urlaub möchte man auf diesen Stressfaktor getrost verzichten. c't zeigt, welche Möglichkeiten es für die Fotosicherung gibt.

Sei es der Diebstahl von Handy oder Kamera samt Urlaubsfotos oder die defekte SD-Karte – im Ernstfall bekommt man die Wichtigkeit einer Fotosicherung auf unsanfte Art zu spüren. Wer diese Erfahrung meiden will, sorgt vor. Es gibt eine Vielzahl von Hard- und Software, mit der sich Fotos im Handumdrehen in Sicherheit bringen lassen. Positiver Nebeneffekt der Sicherung: Es entsteht Platz für neue Aufnahmen. Verpasste Foto-Momente, weil man in der Zwischenzeit Apps und Co. löschen musste, gehören damit der Vergangenheit an. c't stellt acht Cloud-Dienste für Fotos vor und gibt Hardware-Tipps für die mobile Fotosicherung.

Hardware zur mobilen Fotosicherung

Mit der richtigen Hardware-Ausrüstung lassen sich Fotos bequem unterwegs sichern. Neben dem bewährten Trick, mehrere kleine SD-Karten an Stelle einer großen zu verwenden, gibt es viele weitere Möglichkeiten. c't gibt Tipps, wie Sie Ihre Foto-Ausbeute beispielsweise auf Reisen sichern, wenn im Koffer kein Platz mehr für das Notebook war.

Über einen einfachen USB-OTG-Adapter schließt man Kamera oder SD-Kartenleser an das Smartphone an.

Wer seine Smartphone-Fotos nicht einer Wolke anvertrauen möchte, kann zu einer zusätzlichen Speicherkarte, einem Kartenleser und einem USB-OTG-Adapter (On The Go) greifen. Man steckt den Kartenleser mit der Sicherungskarte über den OTG-Adapter an das Smartphone und kopiert die Fotos mit einem Dateimanager auf die SD-Karte. Aber Vorsicht: Nicht jedes Smartphone unterstützt den dafür notwendigen USB-Host-Modus und beherrscht OTG. Um böse Überraschungen zu vermeiden, schlagen Sie dies am besten vorab im Handbuch ihres Smartphone nach oder nutzen Apps wie "OTG Troubleshooter", die Ihnen den Kompatibilitätstest abnehmen.

Den OTG-Adapter können Sie auch dafür nutzen, Fotos einer Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera auf dem Smartphone zu sichern. Entweder Sie nehmen die SD-Karte aus der Kamera, stecken sie in einen Kartenleser und stellen mit dem OTG-Adapter die Verbindung zum Smartphone her. Oder Sie schließen die Kamera per USB-Kabel direkt ans Handy an und kopieren die Bilder mit einem Dateimanager direkt aufs Smartphone

iOS bemerkt doppelte Fotos und gibt die Möglichkeit, diese zu überspringen.

iPhone- und iPad-Nutzer müssen sich den Lightning-auf-SD-Kartenlesegerät-Adapter (ab 26,99 €)anschaffen, um ihre Fotos auf einer SD-Karte zu sichern. Die passende Software ist bereits in iOS integriert. Ein zusätzlicher Vorteil: iOS erkennt, welche Fotos bereits gesichert sind und bietet an, diese zu überspringen. Wer seine Kamera direkt anschließen möchte, muss zum Lightning-auf-USB-Kamera-Adapter (ab 26,58 €) greifen.

Auf dem Markt für WLAN-Kameras tummeln sich viele Geräte. Wir spielen die mobile Fotosicherung beispielhaft mit der knapp 400 Euro teuren Canon-Power-Shot SX730 HS durch. Die Power Shot bietet fünf verschiedene WLAN-Modi an: Den Transfer zu einer anderen Kamera, zu einem Smartphone und einem PC, einem Drahtlos-Drucker sowie zu einem Web-Service. Die Verbindung mit dem Smartphone taugt weniger zur Fotosicherung, sondern vielmehr als schnelle Möglichkeit, Bilder zu teilen. Die Kamera stellt zwar einen WLAN-Hotspot zur Verfügung, aber keinen Internet-Zugang.

SD-Karten mit WLAN gibt es nur noch von Toshiba.

Fotos per WLAN von der SD-Karte auf das Smartphone oder das Notebook übertragen – das ist mit einer WLAN-fähigen SD-Karte wie der FlashAir-Karte W-04 von Toshiba (ab 36,95 €) möglich. Wie bei WLAN-SD-Karten üblich, ist die WLAN-Verbindung allerdings sehr langsam und die Vermittlertätigkeit belastet den Akku der Kamera stark. Nutzerberichten zufolge sinkt die Laufzeit von Kameras bei aktiviertem WLAN in einigen Fällen um die Hälfte. Eine Powerbank oder ein großzügiger Vorrat geladener Ersatzakkus müssen dann Abhilfe schaffen.

Mobile Festplatte mit Akku und WLAN: Die WD My Passport Wireless sichert Fotos und dient als mobiler Mediaserver.

Wer unterwegs große Datenmengen bewegen möchte, sollte zu Festplatten mit SD-Schacht greifen. Sie sind die deutlich schnellere Alternative zu USB- oder WLAN-Verbindungen mit Smartphones. Am besten wählen Sie eine Festplatte mit Akku aus, damit sie sich auch mobil nutzen lässt. Diese eigene Stromversorgung haben nur wenige aktuelle externe Festplatten. Dazu gehören Intenso Memory 2Move, Toshiba Canvio Aerocast und WD My Passport Wireless (ab 166,92 €) – alle spannen einen WLAN-Hotspot auf. Mit dem verbinden sich Smartphones und Notebooks, nicht aber Kamera oder WLAN-SD-Karten. Um Fotos von der Digitalkamera zu sichern, muss man also die SD-Karte aus der Kamera nehmen und in die Festplatte stecken.

Cloud-Dienste für Fotos

Wer seine Schnappschüsse in die Cloud schiebt, sorgt in erster Linie für Platz auf dem Mobilgerät. Damit ist die Grundlage für den frustfreien Fotospaß geschaffen: Speicher, Speicher und noch mehr Speicher. Für wichtige (Urlaubs-)Fotos hält man besser zusätzlich einen Hardware-Speicher bereit, falls man unterwegs nicht prüfen kann, ob die Cloud-Sicherung gelungen ist.

Cloud-Dienste taugen als Backup-Medium, Organisations-Assistenten und Bildbearbeitungsprogramme. Wir geben Ihnen einen Überblick zu den acht Cloud-Diensten Dropbox, Flickr, Google Fotos, HiDrive, iCloud-Fotomediathek, OneDrive, OwnCloud/Nextcloud und Prime Photos.

Für den hierzulande weniger bekannten Fotospeicherdienst "Prime Photos" ist ein Abo von Amazon Prime (derzeit 69 Euro im Jahr) erforderlich. HiDrive kostet mindestens 30 Euro pro Jahr. Die restlichen sechs Anbieter betreiben ein Freemium-Preismodell, bei dem ein paar GByte kostenlos zur Verfügung stehen. Das reicht von zwei GByte bei Dropbox bis zu unbegrenztem Speicherplatz bei Google Fotos.

Bei den kostenlosen Versionen sollte man allerdings auf das Kleingedruckte achten: Google Fotos bietet den unbegrenzten Speicherplatz nur für Fotos, die nicht größer als 16 Megapixel sind. Größere Bilder reduziert Google automatisch auf dieses Maß.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – das gilt auch für viele Cloud-Dienste. Bevor Sie in den Urlaub starten, sollten Sie ihren ausgewählten Fotospeicherdienst ausgiebig testen. Oft liegt der Teufel nämlich im Detail: Dropbox-Nutzer müssen die Desktopanwendung installiert haben, um die automatischen Kamera-Uploads nutzen zu können. Google Fotos unterstützt nur die Formate JPEG, WEBP sowie die Raw-Bilder von ein paar Dutzend Kameras. Und Flickr konvertiert Bilder, die in anderen Formaten als JPEG, PNG oder GIF hochgeladen werden, in das Format JPEG.

Google Fotos erkennt Objekte und Orte selbständig in Bildern und verschlagwortet diese damit – so findet man auch in riesigen Sammlungen schnell seine Fotos wieder.

Die iCloud-Fotomediathek ist nur für iOS- oder MacOS-Geräte verfügar. Alle anderen getesteten Anbieter stellen Apps für Android und iOS bereit. Für OwnCloud/Nextcloud und OneDrive gibt es auch Windows-Phone-Clients. Die Verwaltung der Services findet über eine Web-Oberfläche statt. Fast alle Web-Oberflächen überzeugten im c't-Test durch einfache Bedienung und ein frisches Design – nur HiDrive wirkte etwas angestaubt.

Bei allen acht Dienste kann man in den Apps festlegen, ob Fotos vom Smartphone automatisch in die Cloud übertragen werden sollen. Darüber hinaus kann man meist zwischen einer Sicherung der Bilder nur bei einer Verbindung mit einem WLAN oder auch im Mobilfunknetz wählen. Unter den getesteten Diensten sieht nur die iCloud-Fotomediathek eine automatische Synchronisierung ausschließlich im WLAN vor, im Mobilfunk muss man den Foto-Upload einzeln anstoßen.

Bei allen Apps kann man Ordner für Freunde freigeben. Amazon bietet zudem die Option, bis zu fünf Personen (Family Vault) vollen Zugriff auf den Service zu gewähren. Flickr kann man im Gegensatz zu den übrigen Cloud-Diensten auch als öffentliches Datenlager nutzen: Fotos werden in Alben, privaten oder öffentlichen Gruppen oder für die Allgemeinheit präsentiert. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Bilder nur für sich zu lagern. (ll)

Cloud-Dienste für Bilder
Dropbox Flickr Google Fotos HiDrive
Speicherplatz / Kosten günstigste Variante
2 GByte / kostenlos 1000 GByte / kostenlos unbegrenzt / kostenlos
250 GByte / 30 € pro Jahr
Speicherplatz / Kosten nächstteurere Variante 1 TByte / 10 € pro Monat 1000 GByte / 50 US-$ pro Jahr 100 GByte / 2 € pro Monat 1 TByte / 90 € pro Jahr
unterstützte Bildformate BMP, JPEG, GIF, PNG, TIFF, SVG JPEG, GIF, PNG
JPEG, WEBP, RAW BMP
BMP, JPEG, GIF, PNG, TIFF
Apps Android / iOS ✓ / ✓ ✓ / ✓ ✓ / ✓ ✓ / ✓
automatischer Upload
Desktop-Client Windows / MacOS / Linux ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / – ✓ / ✓ / – ✓ / ✓ / –
Organisation: Ordner / Tags / Autotagging ✓ / – / – ✓ / ✓ / – ✓ / – / ✓ ✓ / – / –
Bildbearbeitungsfunktionen 15 automatische Filter, 6 Einstellungsmöglichkeiten von Hand (Belichtung,Kontrast, Sättigung, ...), beschneiden, drehen 14 automatische Filter, 15 Einstellungs -
möglichkeiten von Hand (Belichtung, Kontrast, Sättigung, ...), beschneiden, drehen, Assistent
keine Bildbearbeitungsfunktionen
Besonderheiten Integration von Drittanbieter-Apps Bezahlversion werbefrei, andere hochgeladene Bildformate werden zu JPEG gewandelt, Desktop-Anwendungen sind nur
Uploader
Desktop-Clients sind nur Uploader, unbegrenzter Speicherplatz nur für eingeschränkt große Bilder, nur ausgewählte Raw-Formate
✓ vorhanden – nicht vorhanden
Cloud-Dienste für Bilder
iCloud-Fotomediathek OneDrive (Microsoft) owncloud / Nextcloud Prime Photos (Amazon)
Speicherplatz / Kosten günstigste Variante 5 GByte / kostenlos 5 GByte / kostenlos 5 GByte / kostenlos unbegrenzt / 69
€ pro Jahr
Speicherplatz / Kosten nächstteurere Variante 50 GByte / 1 € pro Monat 50 GByte / 2 € pro Monat 10 GByte / 2,50 € pro Monat
unterstützte Bildformate
JPEG, RAW, PNG, GIF, TIFF JPG, TIF, GIF, PNG, RAW BMP, JPEG, GIF, PNG BMP, JPEG, GIF, PNG, TIFF, RAW
Apps Android / iOS – / ✓ ✓ / ✓ ✓ / ✓ ✓ / ✓
automatischer Upload
Desktop-Client Windows / MacOS / Linux – / ✓ / – ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / –
Organisation: Ordner / Tags / Autotagging ✓ / – / – ✓ / ✓ / ✓ ✓ / – / – ✓ / – / ✓
Bildbearbeitungsfunktionen 8 automatische Filter, 13 Einstellungsmöglichkeiten von Hand (Belichtung, Kontrast, Sättigung, ...), beschneiden, drehen drehen, spiegeln, Sättigung, Kontrast, Helligkeit, beschneiden, Rahmen
Besonderheiten keine Android-App Clients für Windows Phone und Xbox, Linux-Client: inoffiziel Client für Windows Phone, NextcloudAnbieter: pixelX nur bestimmte Raw-Formate, Family Vault
✓ vorhanden – nicht vorhanden

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