DokuWiki

Test & Kaufberatung | Test

Seite 2: DokuWiki

Das schlanke DokuWiki, einst für das Dokumentationsmanagement von Softwareprojekten entwickelt, hat durch seine einfache Installation und Bedienung bei hohem Leistungsumfang viele Freunde und Anwendungsgebiete gefunden. Es entstammt der Feder des Deutschen Andreas Gohr und erschien erstmals 2004. Ein Jahr später wurden große Teile der Software überarbeitet und optimiert.

Mit der Aufnahme von DokuWiki in die Linux-Distribution Debian im selben Jahr gelang der Durchbruch. Heute ist es laut WikiMatrix das Wikisystem, für das sich die Nutzer am meisten interessieren.

Simples Shared Hosting mit PHP ab der Version 4.3.3 reicht aus, um Doku- Wiki zum Laufen zu bringen. Eine Datenbank ist nicht erforderlich, da DokuWiki die Daten ausschließlich in separaten und vor unbefugten Zugriffen geschützten Textdateien speichert. Die Installation besteht aus dem Entpacken der benötigten Dateien, dem Aufrufen eines Installationsskripts und unter Umständen dem Setzen von Dateirechten.

DokuWiki besitzt eine umfangreiche, fein justierbare Rechteverwaltung mit Benutzern, Gruppen und Namespaces, die ein Administrator bearbeiten kann. Die Einbindung in eine bestehende Authentifizierungsinfrastruktur wie LDAP oder die datenbankgestützte Benutzerverwaltung anderer Software ist möglich. Da DokuWiki derzeit in über 40 Sprachen erhältlich ist und die Daten mit UTF-8 kodiert, steht einem internationalen Einsatz nichts im Wege. Eine Versionsverwaltung der Texte im Wiki ist standardmäßig dabei; eine Limitierung der Revisionen gibt es nicht. Da DokuWiki dafür Sorge trägt, dass nicht mehrere Nutzer eine Wikiseite zur gleichen Zeit editieren können, eignet es sich zudem für Kolloborationszwecke.

Das unter der GPLv2 stehende Wikisystem benutzt eine einfache, eigene Markup-Sprache, die grundsätzlich an die der Konkurrenten erinnert, an einigen Stellen jedoch logischer erscheint. Eine Toolbar mit wichtigen Elementen dieser Sprache befindet sich oberhalb des Textbearbeitungsfeldes. Dies Markup erwies sich offenbar als wertvoll, denn es hat mittlerweile in andere Programm Einzug gehalten – so gibt es beispielsweise ein entsprechendes Wordpress-Plug-in.

Wiki-Inhalte werden standardkonform in XHTML 1.0 Transitional und mit austauschbaren Templates dargestellt. Eine Breadcrumb-Navigation sowie eine Volltextsuche erleichtern das Auffinden von Informationen. Inhalte in Kategorien einordnen zu können unterstützt dies.

DokuWiki bringt lediglich Funktionen zum Betrieb eines einfachen Wiki mit, weswegen es recht schlank ist. Durch Plug-ins, von denen zurzeit mehr als 400 aus allen erdenklichen Bereichen existieren, lässt sich DokuWiki jedoch gezielt erweitern. Ein Plug-in-Manager erleichtert das Installieren solcher Add-ons. So wird DokuWiki inzwischen als vollwertiges CMS, als Projektmanagement- und Weblog-Software oder Framework für Webanwendungen genutzt.

Größtenteils liegt die Dokumentation auf Englisch vor; sie beleuchtet knapp Installation, Upgrade und Nutzung. Hinweise zum Markup sind in großer Zahl im Manual enthalten. Ebenfalls abrufbar sind eine Fülle kleiner, spezieller How-tos, mit deren Hilfe man DokuWiki beispielsweise in andere Software einbinden kann.

Die Entwickler bringen regelmäßig neue Versionen heraus. Den Nutzer informiert eine kleine Einblendung über neue Upgrades. Sicherheitsrelevante Upgrades werden gesondert hervorgehoben,ein automatisches Upgrade erfolgt jedoch nicht.

Bedingt durch die Datenspeicherung in Textdateien sollte DokuWiki bis zu maximal mittleren Zugriffszahlen verwendet werden, da es sonst recht langsam läuft. Es eignet sich gut als leicht zu bedienender unternehmensinterner Wissensspeicher oder als Basis einer Website, bei der man nicht mit gigantischen Besucherzahlen rechnen muss. Auch im privaten Bereich findet DokuWiki wachsenden Anklang, und eine wachsende Zahl Anwender zieht es dem Platzhirsch Mediawiki vor.