MediaWiki

Test & Kaufberatung | Test

Seite 5: MediaWiki

Man kann MediaWiki wohl getrost als eine der bekanntesten Wiki-Engines bezeichnen, schließlich ist sie die Basis von Wikipedia. Die in PHP geschriebene Software liegt derzeit in Version 1.14.0 (vom 22.02.2009) vor und steht unter der GNU General Public License (GPL) zur Verfügung.

Voraussetzungen zur Nutzung von MediaWiki sind im einfachsten Fall ein Webserver wie Apache oder PHP und eine Datenbank (MySQL oder PostgreSQL). Sind diese Bedingungen erfüllt, verläuft die Installation denkbar einfach. Man braucht eine angelegte Datenbank für das Wiki sowie einen eingerichteten Benutzer mit passenden Zugriffsrechten. Anschließend genügt es, das Archiv der aktuellen Distribution von mediawiki.org herunterzuladen und in das gewünschte Verzeichnis im Webserver zu entpacken.

Auf das dabei serverseitig erzeugte Verzeichnis kann man mit dem Browser zugreifen. Die angezeigte Seite verweist auf ein mitgeliefertes Installationsskript, das – ebenfalls per Browser – die Erstkonfiguration von Mediawiki vornimmt. Im dabei angezeigten Formular lassen sich Informationen zur Datenbank, der Name des Wiki, die bevorzugte Sprache sowie Details des initialen Administrator-Account angeben. Hat man bei der Eingabe keinen Fehler gemacht, ist das eigene Wiki mit einem weiteren Klick fertig eingerichtet und gebrauchsbereit.

MediaWiki ist wie erwähnt die technische Basis für alle Projekte der Wikimedia-Stiftung. Da diese, allen voran Wikipedia, aktiv und lebendig sind, erübrigt sich die Frage, ob die Software gepflegt wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Open-Source-Projekten gibt es hier sogar fest angestellte Mitarbeiter. Die Webseite führt derzeit 23 Angestellte auf, wobei ein relativ kleiner Teil auf die Technik entfällt, zu der neben der Entwicklung der Software die System-und Netzadministration gehören.Darüber hinaus gibt es eine nicht genannte Zahl ehrenamtlich Tätiger.

Für das laufende Jahr verzeichnet die Webseite der Stiftung zwei Spenden in Höhe von 500ˇ000 beziehungsweise drei Millionen US-Dollar, wovon Letztere über drei Jahre verteilt gezahlt werden. Der aktuelle Spendenaufruf hat das Ziel, sechs Millionen US-Dollar zu erzielen; knapp zwei sind gesammelt. Wenngleich das Geld vor allem für die Aufrechterhaltung des Wikipedia-Betriebs verwendet werden dürfte, deuten diese Zahlen aber darauf hin, dass die Pflege und Weiterentwicklung der Software für die nähere Zukunft gesichert ist.

Editieren von MediaWiki-Artikeln: eigene Markup-Sprache statt HTML

Zur Formatierung der Seiten dient ein eigenes Wiki-Markup, dessen Funktionsumfang an HTML erinnert. Wie zu erwarten, existieren die klassischen Möglichkeiten, um Querverweise auf andere Seiten anzulegen, Textstellen hervorzuheben, Bilder einzubinden oder Tabellen anzulegen. Auch eine Reihe von HTML-Tags sind innerhalb der Wiki-Seiten erlaubt. Wenn man das Risiko eingehen möchte, beliebiges HTML innerhalb des Wiki zuzulassen, kann man das durch einen Parameter in der Konfigurationsdatei einstellen.

Zusätzlich bietet MediaWiki Unterstützung durch Templates, das Anlegen von Unterseiten, Redirects, Kategorien und Namespaces. Das Aussehen einer Installation steuern CSS-Skins. Darüber hinaus können Nutzer abweichend vom Site-weiten Aussehen eigene Skins benutzen. Was Benutzer- und Rechtemanagement angeht, gibt sich Mediawiki bescheiden. An essenziellen Account- Typen gibt es Benutzer (User), Administratoren (Sysops) und die sogenannten Bürokraten (Bureaucrats), die Nutzern neue Rechte geben können. Normalerweise darf jedermann neue Seiten anlegen und vorhandene ändern. Wird eine Seite durch einen Administrator-Account gesperrt, bleibt sie trotzdem für alle sichtbar, kann aber nur noch von Administratoren editiert werden. Die Sichtbarkeit von Seiten lässt sich nicht auf einen bestimmten Nutzerkreis einschränken.

MediaWiki ist verständlicherweise auf die Verwaltung von Online-Lexika wie Wikipedia ausgerichtet. Die anderen acht Projekte sind zumeist recht ähnlich. So unterscheidet sich ein Onlinewörterbuch (Wiktionary) in seinem Aufbau nicht wesentlich von einem Lexikon. Wer in Wikibooks hineinsieht, findet dieselbe Struktur. Ein „Buch“ ist dabei nichts anderes als eine Sammlung von Stichworten, die offensichtlich manuell per Link im Inhaltsverzeichnis in eine sequenzielle Abfolge gebracht wurden.

Möchte man Fakten sammeln und verwalten, ist man mit dem Mediawiki gut bedient. Alle, die darüber hinaus weitere Anforderungen haben, sollten sich zunächst die Liste der Erweiterungen ansehen. Derzeit sind hier mehr als 1100 Erweiterungen eingetragen. Deren Spektrum reicht von vielen Kleinigkeiten, die keiner expliziten Nennung bedürfen, bis zu umfangreichen Erweiterungen, etwa dem auf der nächsten Seite vorgestellten Semantic MediaWiki (SMW). Wer eigene Erweiterungen für Media-Wiki entwickeln möchte, findet Informationen in der umfangreichen Dokumentation.

Anzeige