Frischer Wind im Äther

Die Zukunft der Antenne ist digital

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Seit Jahren hält die Digitalisierung Einzug in alle Medien. Bild- oder Videoverarbeitung am heimischen PC sind längst gang und gäbe; MP3-Audio strömt über den Datenbus. Auch in den Produktionsstätten von Radio und Fernsehen ist die Digitalisierung weit vorgeschritten. Lediglich die Übertragung der Signale zum Konsumenten findet - ausgenommen vom Satellitenfernsehen - noch weitgehend analog statt. Das soll sich bald ändern.

Aufmacher

Total digital - so sollen die Programme aus Hörfunk und Fernsehen in Zukunft ihren Weg zum Konsumenten finden. Terrestrisches Digital Video Broadcasting - kurz DVB-T - ist eines der Schlagworte, das auf der diesjährigen Funkausstellung die Runde macht. Während Astra über DVB-S inzwischen mehr digitale als analoge Programme auf die Satellitenschüsseln sendet, steckt DVB-C in den Kabelnetzen noch in den Kinderschuhen. Vor allem Pay-TV-Kunden kommen bei Premiere World in den Genuss digitalen Fernsehens.

Die ‘Multimedia Home Platform’ (MHP) wird auf der IFA als neuer interaktiver Standard für digitale TV- und Multimediaübertragung via DVB präsentiert (siehe Kasten). Als Middleware soll sie die Vorteile des digitalen Fernsehens mit der Interaktivität des Internet vereinen. MHP soll als offener Standard [#literatur [1]] von allen Herstellern und Programmanbietern unterstützt werden, sodass man mit einem MHP-kompatiblen Gerät sämtliche multimedialen Angebote nutzen kann. Proprietäre Lösungen wie die D-Box der Kirch-Gruppe, mit der der Empfang anderer kodierter Sender als Premiere World nicht möglich ist, sollen somit der Vergangenheit angehören. Eine Box für alle Zwecke.

Darüber hinaus werden auf der diesjährigen IFA zahlreiche Lösungen präsentiert, um den guten alten Videorecorder endgültig in die ewigen Jagdgründe zu schicken: ‘Nie wieder Bandsalat’ heißt es deshalb im Artikel auf Seite 98. Von HDD-Recordern über digitale Satellitenreceiver mit integrierter Festplatte bis hin zu den ‘brandheißen’ DVD-Recordern geben wir hier einen Überblick der auf der IFA vorgestellten Neuerungen. Wenn schon digital, warum dann nicht auch direkt am PC? Auf Seite 108 informieren wir über verschiedene Wege, den heimischen PC in einen digitalen Videorecorder erster Güte zu verwandeln.

Die eigentliche Revolution soll die Digitalisierung dem guten alten terrestrischen Fernsehen bringen. Die Botschaft der IFA: Lasst eure Antennen auf den Dächern - DVB-T ist im Anmarsch. Weniger als 10 Prozent der Fernsehhaushalte empfangen ihre Programme noch über die Dachantennen, meist UHF/VHF-Yagi-Antennen, die mit ihrer Fischgrätenoptik vor Jahren noch die städtische Skyline prägten. Ansonsten sind es oft Zweitgeräte in Nebenräumen oder portable Kleinstfernseher, die die Funksignale aus dem Äther empfangen. DVB-T soll nun die Renaissance des terrestrischen Fernsehens einläuten. Durch Kompressionsalgorithmen lassen sich auf dem Frequenzband eines Analogprogramms mindestens vier digitale Entsprechungen senden. Der chronische Mangel an Sendefrequenzen könnte mit der Einführung von DVB-T mit einen Schlag beseitigt werden. DVB-T soll - wenn alles glatt geht - schon dieses Jahr in Berlin/Brandenburg in den Regelbetrieb gehen. In den folgenden Jahren sollen weitere Ballungszentren folgen.

Neben dem schieren Mehr an Programmen soll DVB-T dem Konsumenten größere Freiheit beim Fernsehen bringen: Zusätzlich zum stationären Empfang mit Dachantenne (hierbei können auch alte Antennenanlagen wieder zu Ehren kommen) soll Fernsehempfang in digitaler Qualität auch unterwegs möglich sein: Ob im Auto oder im Zug - DVB-T verspricht den Konsumenten TV total. Als Königsdisziplin gilt der Versorgungsstandard ‘portable indoor’, denn für den Empfang über eine im Gerät integrierte Antenne im trauten Heim muss die Sendeleistung ausreichen, um auch Decken und Wände zu durchdringen.

Die Verfechter von DVB-T sehen den Standard als mögliche Alternative zum Kabelfernsehen, dass sich durch den Verkauf der Kabelnetze durch die Telekom von Grund auf ändern wird: ‘Wenn die neuen Betreiber das Kabelnetz nach amerikanischem Vorbild nutzen, kommen auf den Konsumenten monatliche Mehrkosten zu. Dann wird DVB-T zu einer günstigen Alternative für Kunden, denen 20 Fernsehprogramme ohne zusätzliche Kosten genügen’, so Prof. Dr. Ulrich Reimers von der TU Braunschweig, der federführend an der Entwicklung von DVB beteiligt ist (siehe Interview).

Doch was passiert mit dem analogen Fernsehen, wenn das digitale Angebot ausgeweitet wird? ‘Simulcast’, der parallele Betrieb von analogem und digitalem Fernsehen, soll dem Konsumenten den sanften Übergang in die digitale Welt ermöglichen. Bei der Satellitenübertragung kein Problem, da ausreichend Frequenzen zur Verfügung stehen. Auch in den Kabelnetzen lässt sich dieser Parallelbetrieb leicht realisieren, da analoge wie digitale Kanäle wegen der guten Übertragungseigenschaften innerhalb des Kupfernetzes sehr eng nebeneinander liegen können. Zudem stehen bei Ausbau des Netzes von 450 auf 862 MHz auch hier zahlreiche zusätzliche Kanäle zur Verfügung.

Die Forderung von Verbraucherschützern, die Simulcast-Phase auch für DVB-T so weit wie möglich auszudehnen, stößt jedoch an technische Grenzen. Die analogen Frequenzbänder sind derart eng belegt, dass der Betrieb eines digitalen Senders ohne Abschaltung des analogen Fernsehens kaum möglich ist. Im Austauschverfahren werden also die analogen Grundsender auf den digitalen Standard umgerüstet. Die Entwickler von DVB-T wollen auf keinen Fall mit weniger als zwölf, am besten aber mit 20 Programmen an den Start gehen. Die zusätzlichen Programme sind ein zentraler Punkt, der den Konsumenten DVB-T schmackhaft machen soll. Nach dem momentanen Ausstiegsszenario soll spätestens 2010 der analoge Sendebetrieb vollkommen eingestellt werden. Besonders die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten drängen dabei auf ein rechtlich abgesichertes Ausstiegsverfahren: Schließlich haben sie einen Grundversorgungsauftrag zu erfüllen und werden in der ersten Reihe sitzen, wenn die erbosten Zuschauer über nicht funktionierende Alt-Fernseher klagen.

Mit einem Programmangebot von 20 Kanälen ohne zusätzliche Gebühren könnte das terrestrische Fernsehen gegenüber Kabel und Satellit verlorenen Boden gutmachen. Besonders die Bundesländer sind von diesem Gedanken angetan, da man über die Landesmedienanstalten auf diese Weise wieder mehr Einfluss auf die Medienlandschaft nehmen könnte. Denn nach der Privatisierung der Kabelnetze erwartet man hier, dass die neuen Betreiber zunehmend Teledienste (zum Beispiel Internetzugänge) über das Breitbandkabel anbieten werden, da hier höhere Gewinne locken. Somit werden sich die Kabelgesellschaften zunehmend dem Kompetenzbereich der Landesmedienanstalten entziehen.

Doch nicht nur das Fernsehen, auch der Rundfunk soll auf der IFA die digitale Läuterung erfahren. ‘Good bye UKW’, so der Titel der Pressemitteilung der Initiative Marketing Digital Radio (IMDR) mit der das Ende des analogen Rundfunks eingeläutet werden soll. Hinter dem frischen Produktnamen ‘Digital Radio’ nebst neuem Logo verbirgt sich nichts anderes als das 1989 erstmals vorgestellte Digital Audio Broadcasting. ‘DAB war als technisches Kürzel viel zu kryptisch. Deshalb musste ein Name gefunden werden, der dem Konsumenten das neue Radio näher bringt’, so ein Sprecher der IMDR gegenüber c't. DAB wurde offenbar eher mit der gleichnamigen Biermarke als mit digitalem Radiovergnügen verbunden.

Auf der IFA sollen die Kunden mit einer konzertierten Aktion von Geräteherstellern und Sendeanstalten von den Vorteilen des digitalen Radios überzeugt werden. In den darauffolgenden drei Jahren wird die IMDR versuchen, Digital Radio im Markt zu verankern. Wie auch beim terrestrischen Fernsehen können durch die Digitalisierung bei Freigabe der analogen Frequenzen zusätzliche Programme übermittelt werden. Zudem erfolgt die Übertragung bei bis zu 160 kBit/s als MPEG II in CD-naher Qualität. Kein Rauschen mehr - wenn das Signal einmal abbricht, dann ganz. Bei einem Einstiegspreis von 800 Mark gelten momentan noch die ‘early adaptors’ als Zielgruppe - jene Konsumenten, die schon aus Prinzip den technisch letzten Schrei ihr Eigen nennen wollen.

Der Ausbau des dazugehörigen DAB-Netzes geht indes eher schleppend voran: Während man in Bayern voll auf DAB gesetzt hat und eine flächendeckende Versorgung bereits gegeben ist, lässt man sich in den nördlichen Bundesländern noch Zeit. Der DAB-Insel Hannover sollten ursprünglich die Landeshauptstädte der übrigen zum NDR gehörigen Bundesländer folgen - doch der politische Wille für den Ausbau ist aufgrund der mangelnden Marktakzeptanz von DAB ins Stocken geraten.

Die IMDR erinnert die Politik daher nachdrücklich an den 1998 verabschiedeten Beschluss der Bundesregierung, das analoge Radio zwischen 2010 und 2015 endgültig einzustellen: ‘Schluss mit den Grundsatzdiskussionen, fangen wir endlich an, die Entscheidung, dass Digital Radio der Hörfunkstandard der Zukunft ist, ernst zu nehmen.’ Jetzt oder nie - heißt wohl die Devise.

Sogar die Mittelwelle soll eine digitale Frischzellenkur erfahren. Als ‘Digital radio mondiale’ (DRM) soll sie ab 2003 zu neuen Ehren kommen. Das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen stellt auf der IFA eine entsprechende Encoder-Decoder-Einrichtung vor. DRM nutzt das Verfahren der spectral band replication (SBR) [#literatur [2]] , bei dem die fehlenden hohen Frequenzen des AAC-Stroms erst nachträglich rekonstruiert werden. Durch die klangliche Aufwertung der Mittelwelle wird das Frequenzband für Sendeanstalten wieder interessant: Letztes Jahr erwarb ein Radio-Ableger des Jugendsenders VIVA eine Sendelizenz für 702 und 885 kHz. Schon Ende des Jahres will man in Nordrhein-Westfalen mit der Ausstrahlung des digitalen Jugendradios beginnen.

Die analoge Rundfunkwelt ist in Bewegung geraten. Spannend wird es auf jeden Fall, wenn Oma Lina in den nächsten Jahren den Einschaltknopf ihres Endgerätes betätigt und in die Röhre guckt (oder hört). Politiker wie Sendeanstalten fürchten den Zorn der Verbraucher, wenn sich portable Analogfernseher oder die große Anzahl batteriebetriebener Kleinstradios plötzlich in Unmengen von Elektronikschrott verwandeln. (sha)

[1] Johannes Endres, Binäres Pantoffelkino, Digitalisierung bringt das interaktive Fernsehen, c't 17/00, S. 134

[2] Dr. Volker Zota, Zu neuen Höhen, mp3Pro als MP3-Erweiterung, c't 11/2001, S. 16

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Zum Thema DVB befragte c't Prof. Dr.-Ing. Ulrich Reimers, Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik an der TU Braunschweig und Entwicklungsleiter des internationalen DVB-Projektes.

Ulrich Reimers

c't: Herr Professor Reimers, welche Rolle spielt die TU Braunschweig bei der Entwicklung von DVB?

Prof. Reimers: Als Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig bin ich Entwicklungsleiter des weltweiten DVB-Projektes. Darüber hinaus bringen momentan sechs unserer Mitarbeiter aktiv Beiträge in verschiedene Arbeitsgruppen des DVB-Projektes ein.

c't: Wie bewährt sich DVB am internationalen Markt?

Prof. Reimers: DVB gilt neben ISDN und GSM als eine der europäischen Erfolgsgeschichten elektronischer Kommunikationstechnik im Weltmarkt. Wir haben derzeit in nahezu jedem Land der Welt DVB in verschiedenen Kombinationen aus DVB-T, -S und -C. Am DVB-Projekt beteiligen sich momentan über 300 Firmen und es existieren inzwischen 30 Millionen DVB-Endgeräte.

c't: Auf der IFA soll besonders DVB-T einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden. Die Konsumenten haben DVB-S und DVB-C. Warum sollten sie sich für DVB-T interessieren?

Prof. Reimers: Die Marktnische für DVD-T ist leicht umrissen: Wir erreichen den Kunden, dem 20 Fernsehprogramme und vielleicht auch 20 Hörfunkprogramme - ohne technischen Firlefanz nur mit einer Stabantenne empfangbar - als Programmangebot völlig ausreichen und der dafür neben den GEZ-Gebühren keine weiteren monatlichen Kosten haben will. Außerdem bietet DVB-T den Vorteil der Portabilität und Mobilität: Diese Freiheit in den eigenen vier Wänden oder dem eigenen Auto können DVB-S und -C nicht bieten.

c't: DVB-T bietet ein Mehr an terrestrisch empfangbaren Sendern. Welche erweiterten Dienste lassen sich über DVB-T realisieren?

Prof. Reimers: Wir haben das DVB-System so konzipiert, dass jedes der Rundfunkmedien praktisch identische Services neben dran liefern kann: Alles was mit Ton zu tun hat - zum Beispiel der Bereich Hörfunk. Alles was mit Daten zu tun hat - also auch IP-Daten und Softwareapplikationen.

c't: Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, dass von den 10 Prozent terrestrischen Nutzern bei der Abschaltung des Analogfernsehens zusätzlich Kunden auf DVB-S umsteigen?

Prof. Reimers: Die Umstellungsphase ist immer eine Krisenphase. Es ist völlig klar, dass viele der Kunden, die plötzlich feststellen, dass ihr analoges Fernsehen nicht mehr funktioniert, ganz ernsthaft über den Wechsel zum Satellitenempfang nachdenken werden. Ich persönlich gehe davon aus, dass die Umstellungsphase zu einem weiteren Verlust von Zuschauern führt, die das terrestrische Fernsehen im Wohnzimmer nutzen. Dadurch dass DVB-T jenseits der Krisenphase die portablen Empfänger bis hin zu Taschenfernsehern bietet, gehe ich davon aus, dass wir aus der Krisenphase schnell herauskommen.

c't: Sie erwähnten, dass eine der erweiterten Möglichkeiten von DVB-T auch die Ausstrahlung von Radioprogrammen sei. Wird DVB-T den Standard DAB vollkommen verdrängen?

Prof. Reimers: DVB-S für Radio ist schon heute ein Thema im Hi-Fi-Bereich. Auch auf der IFA werden entsprechende Geräte vorgestellt. Hörfunk ist auch ein Bestandteil unseres DVB-T-Modellversuchs in Norddeutschland, aber ob und in wie weit DVB-T zukünftig für Radio genutzt werden wird, ist noch weitgehend offen.

c't: Schon seit geraumer Zeit entrichten die Gebührenzahler über die GEZ den ‘DAB-Groschen’ zum Ausbau des digitalen Hörfunknetzes. Wurden die Mittel von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten schon in vollem Umfang abgerufen?

Prof. Reimers: Nein, das wurden sie nicht. Die DAB- wie auch die DVB-T-Mittel liegen praktisch auf einem Sperrkonto und können von den Rundfunkanstalten nur zum Zweck des Netzausbaus genutzt werden. Bei DAB ist das Geld, das vor vier Jahren mit 176 Millionen Mark festgelegt worden ist, bei weitem noch nicht ausgegeben.

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Multimedia Home Platform
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Die Multimedia Home Platform ist als Java-API definiert und beruht auf offenen Standards.

Wäre es nicht toll, wenn man langweilige oder nervige Personen auf dem Bildschirm einfach per Knopfdruck wegklicken könnte? Bei Big Brother in England soll das demnächst funktionieren. Dann reicht ein Druck auf die Fernbedienung und ‘Hexe-Hanka’ oder ‘Arschloch-Christian’ müssen das Haus verlassen. Möglich macht es die Multimedia Home Platform (MHP), ein neuer offener Standard, der vom DVB-Konsortium verabschiedet wurde. MHP soll dafür sorgen, dass die mit Informationen und interaktiven Funktionen angereicherten Fernsehprogramme unabhängig von der verwendeten Hardware laufen. Egal ob Settop-Box, Highend-Fernseher oder Multimedia-PC, die übertragenen Inhalte und Applikationen laufen auf jedem Gerät.

MHP definiert die Schnittstelle zwischen dem Programm auf der einen und der Hardware und dem Betriebssystem auf den anderen Seite. Im Kern basiert es auf DVB-J, einer abgespeckten und angepassten Java Virtual Machine von Sun Microsystems und diversen Java-Erweiterungen anderer Hersteller. Vom Konzept sind drei unterschiedliche Anwendungsbereiche vorgesehen, die aufeinander aufbauen.

‘Enhanced Broadcast’ beinhaltet zusätzliche Dienste, die neben dem Fernsehprogramm ausgestrahlt werden. Dazu zählen elektronische Programm-Guides (EPG), Informationsdienste wie Superteletext und Nachrichtenticker sowie direkte Informationen zur Sendung. So können bei einem Fußballspiel immer die neuesten Statistiken oder bei einer Kochsendung die passenden Rezepte angezeigt werden. Superteletext ist eine Verbesserung des bisherigen Videotexts. Es ermöglicht ein Webseiten-ähnliches Design mit Bildern und verschiedenen Schriften. Das Fernsehbild bleibt in einer Ecke immer zu sehen. Ebenso ist Superteletext unabhängig vom gewählten Sender. Auf der IFA wird Superteletext von der finnischen Sofia Digital vorgestellt. In Finnland soll die Ausstrahlung am 25. August über DVB-T starten.

Beim ‘Interactive Broadcast’ kommt zusätzlich ein Rückkanal hinzu. Über diesen kann der Zuschauer beispielsweise an Spielen teilnehmen oder per Kreditkarte einkaufen. So plant RTL NewMedia zum Start der IFA, dass Zuschauer von ‘Wer wird Millionär?’ gleich am Fernseher mitraten können. Bisher war dazu ein Besuch auf der Webseite nötig.

E-Commerce und elektronische Geschäfte direkt vom Fernsehsessel, das ist natürlich der Traum aller Dauerwerbesender. Der Zuschauer muss nicht mehr zum Telefon aufstehen, sondern kann die Patentangel für 299,95 Mark mit einem Knopfdruck erstehen. So soll auch das Voting bei Big Brother nach Angaben der britischen Telewest und Endemol umgerechnet 80 Pfennig kosten. Die Fernbedienung wird so zum Groschengrab.

In der dritten Stufe kann man mit der MHP-Box im Internet surfen und Dienste wie E-Mail oder Chat nutzen. So plant RTL NewMedia zur IFA den Start eines SMS- und E-Mail-Dienstes.

So sagt ein MHP-Logo auf einer Settop-Box nur etwas darüber aus, ob die zusätzlichen Informationsdienste und interaktiven Angebote auf dem Gerät laufen. Das DVB-Konsortium besteht derzeit aus 300 Mitgliedern in 35 Ländern. Dazu zählen Endgerätehersteller wie Philips, Nokia, Panasonic und Thomson Microsystems, Microsoft und OpenTV und Programmanbieter wie ARD, ZDF oder Pro7. Da sich nun auch ehemalige Gegner zu MHP bekannt haben, ist es nahezu sicher, dass sich das System durchsetzen wird. (hag)

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