Funk-Nachbrenner

Wie proprietäre Kniffe den WLAN-Durchsatz hochtreiben

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Die meisten WLAN-Hersteller werben mit höheren Datenraten als den bislang standardisierten 54 MBit/s. Mal stehen 108, mal 125 MBit/s auf dem Karton. Doch die Werte entstehen mit Tricks, die nicht jede Hardware mitmacht.

Wie sonst im PC-Bereich ist auch bei WLAN-Funknetzen die Maximalgeschwindigkeit für viele Käufer das Maß der Dinge. 54-MBit/s-WLAN ist schon seit einigen Jahren im Markt. Im Moment bringen verschiedene Hersteller so genannte Pre-n-Lösungen auf den Markt, die den hoffentlich 2007 endlich vollendeten Nachfolgestandard 802.11n vorwegnehmen sollen, der wiederum die bis zu fünffache Geschwindigkeit verspricht. Während sich Unternehmen bei größeren Installationen auf solche "Vorablösungen" äußerst ungern einlassen, erscheinen sie dem Heimanwender, der sich ein WLAN-Kit aus Basisstation und Client-Adaptern kauft, als attraktive Variante. Doch er sollte die Vor- und Nachteile der verschiedenen Tricks kennen, damit seine Investition sich nicht mittelfristig als Sackgasse entpuppt. Bevor wir Kniffe wie Bursting, Channel Bonding oder MIMO im Detail beleuchten, ist ein Ausflug zu den WLAN-Grundlagen nötig, der verdeutlicht, welche Technik wo ansetzt. Denn manche Verfahren greifen im Physical Layer (PHY, bei WLAN die Funktechnik) ein, andere dagegen beim MAC (Media Access Control), der Daten kodiert und per Steuerungszeiten die Verkehrsregelung übernimmt.

Augenfällig bei WLANs ist die große Differenz zwischen der Bruttodatenrate (früher 11, heute 54 MBit/s) auf dem Funkkanal und der Nettorate, die dem Anwender zur Verfügung steht. Während geswitchte LANs Nettoraten von über 90 Prozent der Bruttorate erreichen, ist bei WLANs selten mehr als die Hälfte drin, häufig noch weniger. Ursache ist die bei WLAN nötige Zugriffsverhandlung für das gemeinsam genutzte Medium Funk.

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