Gesetzt wie befohlen

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Mac-Nutzer, die von den Tücken der grafischen Textverarbeiter genug haben, können mit der aktuellen Mac-Umsetzung des befehlsorientierten Satzsystems TeX angenehme Überraschungen erleben.

Dokumente größeren Umfangs lassen sich mit Word und Kollegen kaum ungestört fabrizieren: Da verschieben sich Absätze wie von Geisterhand, Bilder verlieren Beschriftungen und wertvolle Manuskripte erleiden ob ihrer bereits problematischen Größe von rund 100 Seiten einen unzeitigen Tod im Rahmen eines Programmabsturzes. Wem solche Szenarien bekannt vorkommen, der sollte es einmal mit der Formatierungssprache TeX beziehungsweise ihrer anwenderfreundlicheren, Makro-gestärkten Variante LaTeX probieren.

Das nach dem Quelltext/Compiler-Konzept arbeitende System bietet zwar keine Echtbild-(WYSIWYG-)Formatierung, liefert aber nach kurzer Einarbeitungszeit stabil und schnell drucktaugliche Vorlagen. Mit CMacTeX 3.7 bekommen Mac-User eine umfangreiche TeX-Implementation an die Hand. Größere Konfigurationsarbeiten sind nicht mehr notwendig, ein Installationsscript erledigt das Grobe. Die notwendigen Schriften sind im Paket enthalten, wohingegen das empfehlenswerte Utility MacGhostView, das eine gute Ergänzung für PostScript-Kontrolle und PDF-Vorbereitung darstellt, extra erworben sein will.

In der aktuellen Version von CMacTeX lassen sich alle Bestandteile über eine zentrale Applikation aufrufen. Zum Bearbeiten von Dokumenten-Quelltext bindet man die Komponenten des TeX-Pakets sinnvollerweise direkt in Alpha, BBEdit oder MPW ein, da CMacTeX keinen eigenen Editor mitbringt. (Tobias Engler/psz)


Befehlsorientiertes Satzsystem
CMacTeX 3.7
Systemanforderung Mac OS ab 8.1 (Betaversion für Mac OS X)
Download www.kiffe.com/cmactex.html
Preis 35 US-$ (MacGhostView: 20 US-$)

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