Gewissenhaft

GetRight 3.1: Download-Tool für Windows und Java

Test & Kaufberatung | Kurztest

Bei der Übertragung größerer Dateien aus dem Internet führen verlorene Datenpakete und labile Server-Verbindungen oft genug zu plötzlichen Abbrüchen. Danach beginnt der dumme Web-Browser den ganzen Download von vorne - dabei muß das gar nicht sein.

Die rudimentären Dateiübertragungsprotokolle des Internet waren nie für große Datentransfers ausgelegt. Dementsprechend ruppig geht es auch zu, wenn ein Download wegen Leitungsproblemen abbricht - beim nächsten Download-Versuch fängt der Browser wieder ganz von vorne an. Die bisher übertragenen Daten werden dabei meist ignoriert und überschrieben. Mailbox-Veteranen wissen, daß dieser Zustand nicht der Weisheit letzter Schluß ist: Das in der DFÜ-Szene weitverbreitete Z-Modem-Protokoll kann schon seit jeher abgebrochene Übertragungen wiederaufnehmen. Dabei ist diese Idee im Netz der Netze nicht einmal gänzlich unbekannt. Zahlreiche ftp-Server (aber nicht alle) besitzen eine sogenannte `Resume´-Funktion. Zur Wiederaufnahme einer abgebrochenen Übertragung sendet der ftp-Client den Befehl RESUME und die Byte-Länge des übertragenen Dateifragments an den Server, dieser schickt daraufhin den Rest der Datei. Das klingt umständlich und ist es leider auch. Die neueste Version des Netscape Navigator (ab 4.04) unterstützt die Resume-Funktion zwar mittlerweile, meist greift man für größere Dateien aber auf einen ftp-Client zurück.

Eine komfortablere und zuverlässige Alternative ist das Shareware-Tool GetRight von Headlight Software. Die aktuelle Version 3.1 klinkt sich direkt in den Netscape Navigator beziehungsweise Internet Explorer 4 ein und übernimmt die Downloads. Komfortabler geht es kaum: Der Vorgang ist für den Anwender transparent. GetRight übernimmt Downloads auch ohne einen Browser: Das Tool erkennt eine in die Zwischenablage kopierte URL und startet nach kurzer Rückfrage die Übertragung. Ein umfassender Konfigurationsdialog gibt unter anderem vor, auf welche Dateitypen GetRight anspringt. Hier verbergen sich auch andere nützliche Einstellungsmöglichkeiten: Wer hinter einem Firewall sitzt, kann GetRight dazu zwingen, den Proxy des Browsers zu verwenden. Für Sites wie Microsofts Download-Bereiche übernimmt GetRight die Cookies des installierten Browsers, um eventuelle Kennungen des Anwenders auszulesen. Auf Wunsch sendet das Programm in Minutenabständen einen Ping-Befehl an den Server, um die Verbindung aufrechtzuerhalten. Wenn mehr als eine Datei von einem Server geladen werden soll, recycelt GetRight die bereits stehende Verbindung.

Das Programm ist in vier Varianten verfügbar: Für Windows 3.1x, Windows 95 und NT sowie als Java-Applet und als Java-Anwendung. Die 16-Bit-Fassung ist mit Version 1.3 eingestellt worden; die 32-Bit-Variante ist mittlerweile bei der Revision 3.1 angelangt. GetRight für Windows ist Shareware. Dank Java erschließt sich der Komfort von GetRight auch Nicht-Windows-Anwendern. Das Java-Programm setzt eine Java Virtual Machine ab Version 1.1.1 voraus, während das Applet in jedem Java-fähigen Browser läuft. Diese Versionen sind grundsätzlich kostenlos, blenden dafür allerdings alle paar Minuten neue Werbe-Banner ein. Es gibt auch eine werbefreie Version, diese kostet genausoviel wie die Windows-Fassung. Nachdem einige Web-Server mittlerweile auch für das http-Protokoll einen Resume-Befehl anbieten, wird GetRight immer interessanter. Selbst bei Servern ohne diese Funktion garantiert GetRight einen vollständigen Download, wenn ein Browser nach einer 96prozentigen Dateiübertragung sang- und klanglos abbricht. Im schlimmsten Fall beginnt GetRight den Download-Vorgang bei jedem Versuch ganz von vorne, bis zum Erfolg. Wer nicht stundenlang fingernägelkauend am Rechner zusehen möchte, weist GetRight an, nach erfolgter Übertragung die Verbindung zu trennen und - bei ATX-Boards - den Rechner gleich auszuschalten. (ghi)


GetRight 3.1 (getrt310.exe, Shareware, 17,50 US-Dollar) steht auf http://www.getright.com/ sowie in der c't-Mailbox zum Download bereit.

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