Android 2.3

Das Smartphone Google Nexus S mit Android 2.3

Wissen | Know-how

Seite 2: Android 2.3

Bis Android 2.2 konnte man den Textcursor nur per Tastatur oder Trackball präzise positionieren, nun geht es mit dem praktischen Anfasser.

Die augenfälligste Neuerung von Android 2.3 sind ein paar Designänderungen beispielsweise bei der Tastatur und der Statuszeile, die in Kombination mit dem tiefen Schwarz des Displays edel wirken und sich etwas an die moderne Schlichtheit von Windows Phone 7 anlehnen. Deutlich verbessert hat Google die Cursorsteuerung: Tippt man in geschriebenen Text, erscheint unter dem Cursor ein dicker Pfeil, mit dem man ihn präzise an die richtige Stelle bewegen kann. Für das Wort, in dem der Cursor steht, bietet Android nun die gleichen Korrekturmöglichkeiten wie bei der Eingabe an. Ähnlich einfach lässt sich Text beispielsweise aus dem Browser in die Zwischenablage kopieren.

Der Anwender wählt, welche ausgehenden Telefonate er per Internet abwickeln möchte. SIP ist nutzbar, andere VoIP-Protokolle nicht.

Neu ist auch die VoIP-Unterstützung mit SIP. SIP-Konten lassen sich in den Anrufeinstellungen eintragen und dann im WLAN für Telefonate nutzen. Der Anwender stellt ein, ob jeder Anruf per VoIP rausgeht, nur solche an VoIP-Telefonnummern (<Nummer>@<Dienstleister>) oder ob das Telefon vor jedem Anruf nachfragen soll. Standardmäßig nimmt das Telefon keine SIP-Anrufe entgegen, das kann man aber in den Konteneinstellungen aktivieren – auf Kosten der Laufzeit. Videotelefonie ist allerdings nicht möglich, beziehungsweise wie bisher nur über Apps.

Im Einstellungsmenü findet man ausführlichere Angaben zum Akkuverbrauch einzelner Komponenten und Apps sowie zur Belegung des Arbeitsspeichers und der Systempartition.

Android 2.3 liefert detailliertere Informationen über die Stromaufnahme von Komponenten und Apps, wahlweise als Diagramm.

Bisher von wenig Nutzen ist die Unterstützung für die Nahfunktechnik NFC (Near Field Communication). Sie soll das Auslesen von Etiketten ermöglichen oder als Bezahlsystem fungieren – beides wird bisher nur in Pilotprojekten genutzt, was sich aber schnell ändern könnte. Momentan wird NFC als der heißeste Kandidat gehandelt, das Kleingeld in der Hosentasche zu ersetzen und die glücklose Geldkarte abzulösen.

Die von Android 2.2 bekannten Features wie der WLAN-Hotspot sind weiter vorhanden. Adobes Flash-Player ist nicht vorinstalliert, aber leicht per Market heruntergeladen. Allzu gut ist er nicht an Smartphones angepasst, beispielsweise lassen sich die Videos der ZDF-Mediathek zwar anzeigen, mangels ordentlicher Umsetzung des Mouseover-Effekts aber nicht stoppen.

Android 2.3 ist eher eine Evolution als ein entscheidender Fortschritt. Vielschreiber kommen nun besser ohne physische Tastatur oder Trackball zurecht, SIP-Telefonierer haben es einfacher als mit separaten Apps.

Das Nexus S gehört dank Spitzendisplay und ordentlicher Kamera zu den besten Android-Smartphones. Es reagiert zügig auf Nutzereingaben, ruckelt aber beispielsweise beim Scrollen durch Internetseiten stärker als das iPhone 4. Die Laufzeit ist mittelmäßig, doch nur wenige High-End-Smartphones bieten mehr. Das Plastikgehäuse wirkt nicht so wertig wie die Metallgehäuse von HTC oder Apple, ist aber stabil – und leichter. Derzeit verkauft Google das Nexus S in den USA (530 US-Dollar) und Großbritannien (430 Pfund).

Der Deutschlandstart wird Ende Februar erfolgen. Hierzulande kommt nicht die Version mit AMOLED-Display in den Verkauf, sondern eine mit LC-Display. Die zackige Schrift entfällt damit. Zur Helligkeit und Farbstabilität können wir allerdings momentan noch nichts sagen. O2 gibt eine Displayauflösung von nur 720 × 480 Punkten an, was aber dem Datenblatt von Google widerspricht, wonach aus das LCD 800 × 480 Punkte anzeigt. Als Bezugsquellen sind bisher O2 , Vodafone und The Phone House bestätigt, der Preis dürfte um 550 Euro liegen. (jow)

Google Nexus S (GT-I9020T)
Smartphone mit Android 2.3
Hersteller Samsung
technische Daten handy-db.de/1768
Preis 500 €
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