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PublicSpace: einfache Workgroup-Lösung für AppleTalk

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Das eingebaute AppleTalk stellt zwar am Mac alles bereit, was der Anwender braucht, um ein Netzwerk aufzubauen, läßt aber besonders im Einsatz für Workgroups die notwendige Übersichtlichkeit vermissen - diese Lücke möchte PublicSpace schließen.

Apple hat dem Macintosh mit AppleTalk bereits eine hervorragend einfache Lösung für (lokale) Netzwerke mitgegeben. AppleTalk erlaubt die Bereitstellung von Dateien und Programmen in einem Netzwerk für einzelne Benutzer und Gruppen ('File Sharing'). Auf diesem Prinzip setzt die Workgroup-Lösung PublicSpace auf, die nunmehr in der Version 1.5.1 vorliegt. Sie erweitert AppleTalk um eine interne Mail-Funktion, diverse Zugriffsstatistiken und eine einfachere Administration der Clients im Netz.

Unter AppleTalk kann sich jeder Benutzer über das 'Auswahl'-Programm mit einem Server verbinden lassen, so er auf diesem als User eingetragen ist und über ein entsprechendes Paßwort verfügt. Einzelnen Objekten, also Dateien, Ordnern und Volumes, weist der Administrator des Servers Zugriffsrechte für die jeweiligen User zu. Dabei können mehrere User in einer Gruppe mit gleichberechtigten Zugriffsrechten verwaltet werden.

PublicSpace macht weitestgehend von diesen Grundprinzipien Gebrauch. Das System besteht aus einem Server und beliebig vielen Clients. Einzige Voraussetzung ist, daß alle Rechner über ein AppleTalk-Netzwerk (auch IP) miteinander verbunden sind. Gemeinsame Objekte für die Clients müssen in einem speziellen Ordner auf dem Server, 'PublicSpace Shared Workspace' genannt, bereitgestellt werden - der Client sieht nur diese Objekte und stellt sie, ganz im Gegensatz zu AppleTalk, übersichtlich in einem eigenen Browser dar. Als Server muß ein Power Mac mit mindestens 4 MB freiem Speicher herhalten, bei uns im Test war dies ein Power Mac 7500. Auf der Client-Seite können auch 68K-Macs zum Einsatz kommen. Auf manchem Rechner stürzt der Client jedoch beim automatischen Zugriff auf den 'Shared Workspace'-Ordner ab, so etwa auf unserem Powerbook 165c mit nur 8 MB RAM. Obwohl der Fehler laut Autor beim MacOS Alias Manager liegt, hat er mit Hilfe eines kleinen Alias-Tricks für Abhilfe gesorgt: Kopiert man einen Alias jenes Ordners in einen weiteren speziellen Ordner des Client, so funktioniert PublicSpace planmäßig.

Außer einer übersichtlichen und intuitiven Oberfläche - die Ordnerhierarchie wird im Browser auf Tabs mit Ordnern abgebildet, Drag and Drop zwischen dem Client und anderen Programmen wird unterstützt - bietet PublicSpace einige Erweiterungen zum normalen File Sharing. So können beliebige Objekte mit Notizzetteln versehen werden, die neben dem Datum und der Uhrzeit auch den Verfasser angeben. Entsprechende Ordner-Strukturen und Zugriffsrechte auf die Mail-Ordner vorausgesetzt, können solche Notizen auch als persönliche Mails 'mißbraucht' werden.

Sehr nützlich ist zudem der eingebaute Benachrichtigungsmechanismus: Versieht der User/Administrator einen Ordner mit einem 'Notifier', erhält er eine Meldung, wenn der Ordner besucht oder Objekte innerhalb des Ordners erzeugt, kopiert, umbenannt oder verschoben wurden. Der Mail-Ordner eines Users verfügt automatisch über einen solchen Mechanismus und wird ständig überprüft. Sinnvollerweise kann der Verfasser eines 'Notifiers' eigene Aktionen von einer Benachrichtigung ausschließen.

Besonders wertvoll ist die integrierte Datenbank, die aufzeichnet, welcher User welche Ordner wann besucht beziehungsweise welche Objekte kopiert oder erzeugt hat. So läßt sich etwa leicht überprüfen, ob sich alle an einem Projekt beteiligten Mitarbeiter bereits die nötigen Informationen und Dateien besorgt haben. Des weiteren gibt PublicSpace Auskunft über eingeloggte User und die Uhrzeit des letzten Login. Zudem stehen die wichtigsten Datei-Funktionen (Alias erzeugen, Information, Gemeinsam nutzen, Kopieren etc.) innerhalb des Client zur Verfügung.

PublicSpace stellt eine gelungene Verbesserung für Gruppen im AppleTalk-Netzwerk dar - schade nur, daß das Programm unter einigen Konstellationen den oben genannten Alias-Trick benötigt. Die Shareware-Gebühr von 25 US-$ sollte sich wohl jede Firma leisten können. Wer nicht zahlt, muß das Gruppen-System nach 30 Tagen neu installieren. (bn)


PublicSpace 1.5.1 (25 US-$ Shareware-Gebühr) findet sich auf http://www.publicspace.net und in der c't-Mailbox.

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