Günstige Samsung-SSDs mit QLC-Speicher

Günstige Samsung-SSDs mit QLC-Speicher

Test & Kaufberatung | Test

Auch Samsung nimmt nun eine SSD mit QLC-Speicher ins Programm. Interessant sind die 860 QVO genannten SSDs vor allem wegen ihrer Preise.

Der neuste Hype der Flash-Branche heißt QLC-Flash. 4 Bit speichert eine solche Zelle, der Controller muss also 16 verschiedene Spannungslevel programmieren und auch wieder auslesen -- das dauert länger als bei TLC- oder MLC-Flash. Nach Intel und Micron kommt nun auch Samsung mit einer QLC-SSD, aber mit SATA-Anschluss.

Die 860 QVO ist nach Samsung-Angaben nur wenig langsamer als die mit TLC-Flash bestückte Samsung 860 Evo. Die Evo hatte Samsung vor einem knappen Jahr vorgestellt, damals sollte die 2-TByte-Version 730 Euro kosten. Zwar ist ihr Preis inzwischen auf rund 380 Euro gefallen, aber der empfohlene Verkauspreis der gleich großen 860 QVO liegt mit 310 Euro noch einmal deutlich darunter. QLC-Flash scheint also in der Herstellung wirklich noch einmal deutlich günstiger zu sein als TLC-Speicher.

Der SCL-Cache der 860 QVO sorgt für flottes Schreiben im Alltag. Erst nach 78 GByte fällt die Schreibrate auf 160 MByte/s.

Zum Test stand uns ein Vorabmodell mit 2 TByte Kapazität zur Verfügung, die Markteinführung soll im Dezember erfolgen. Samsung nennt eine maximale Schreibrate von 520 MByte/s – trotz des eher langsamen QLC-Speichers. Erreicht wird dies durch einen schreibbeschleunigenden SLC-Cache aus zwei Teilen: Einem statischen Bereich von 6 GByte und einem kapazitätsabhängigen, der bei der 2-TByte-SSD 72 GByte groß ist; insgesamt sind es also 78 GByte.

Messungen mit unserem Festplatten-Benchmarkprogramm H2benchw bestätigen die Prognosen: Nach 78 GByte sinkt die Schreibleistung auf 160 MByte/s. Bei extremen Kopieraktionen wird man den Geschwindigkeitsverlust also bemerken, im Alltag dagegen nicht. Die Schreibleistung des 1-TByte-Modells sinkt nach Samsung-Angaben nach dem Befüllen des SLC-Caches auf nur noch 80 MByte/s.

Bei Zugriffen auf zufällige Adressen haben wir beim Lesen und Schreiben rund 90.000 IOPS gemessen – also kaum ein Unterschied zur 860 Evo. Die Leistungsaufnahme im Betrieb liegt bei rund 2,5 Watt, im Idle-Betrieb mit 0,2 Watt deutlich darunter. Legt sich die SSD per Link Power Management schlafen, sind es nur noch rund 20 Milliwatt – insgesamt sehr gute Werte.

2 TByte Speicher bringt Samsung auf der kleinen Platine unter. Da in dem Gehäuse noch viel Luft ist, sind größere Versionen durchaus machbar.

Samsung will nach eigenen Angaben auch eine Version mit 8 TByte Speicherplatz anbieten, sofern der Markt dies fordert. Mit einem neuen SSD-Controller sei sogar eine 32-TByte-SSD möglich, dann aber nur mit einer Bauhöhe von 15 Millimetern.

Das koreanische Unternehmen zeigt mit der SATA-SSD 860 QVO, dass QLC-Speicher konkurrenzfähig ist. Wer sich an der kürzeren Garantiefrist und dem Leistungsabfall bei sehr langen Schreibvorgängen nicht stört, kann unbesorgt zur günstigen 860 QVO greifen. (ll)

Samsung 860 QVO
Hersteller Samsung, www.samsung.de
Kapazität 1 TByte 2 TByte 4 TByte
DRAM-Cache 1 GByte 2 GByte 4 GByte
Verschlüsselung / TCG OPAL 2.0 / IEEE 1667 ja (AES 256) / ja / ja
Endurance 360 TByte 720 TByte 1440 TByte
Garantie 3 Jahre
UVP 160 Euro 310 Euro 620 Euro

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