Günstiger Mini

Ein Blick auf Hard- und Software des Eee PC

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Das Warten auf den lange erwarteten Eee PC 701 hat bald ein Ende. Für einen ersten Test stand uns eine englische Version des Kleinen zur Verfügung.

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Das Warten auf den Eee PC 701 hat ein Ende: Nächsten Dienstag wird Asus die Details zum Deutschland-Launch des Eee PC lüften. Mitte Oktober hat Asustek den Eee PC bereits für den taiwanischen Markt vorgestellt. Vier Modelle des Mini-Notebooks gehen dort zu Preisen von 173 bis 300 Euro an den Start. Schon normale Notebooks kosten um ein Vielfaches mehr, derart kleine Modelle gibt es fast ausschließlich zu vierstelligen Preisen. Da ist es kein Wunder, dass der Eee PC hohe Wellen schlägt.

Für einen ersten Test stand uns das Modell Eee PC 701 4G zur Verfügung, dessen taiwanische Version für rund 240 Euro über den Ladentisch geht. Das ganz in weiß gehaltene Gehäuse ist stabil, es knarzt kaum und nichts wackelt. Inklusive Akku wiegt der Kleine weniger als ein Kilogramm. Das 7-Zoll-Display wirkt sogar in dem kleinen Gehäuse noch winzig, es zeigt Bilder nur mit 800 × 480 Punkten. Die Tastatur eignet sich zum gelegentlichen Tippen, ist für Zehnfinger-Schreiber aber zu klein.

Nach dem ersten Start und der Eingabe eines Benutzernamens nebst Passwort startet eine übersichtlich gestaltete Oberfläche mit zahlreichen Anwendungen. Unter dem Desktop läuft ein Xandros Linux mit IceWM-Oberfläche nebst KDE-Anwendungen. Davon merkt der Anwender jedoch nichts, die Bedienung des Systems und der Anwendungen ist für Nutzer aller gängigen Betriebssysteme selbsterklärend. Asus hat hier ganze Arbeit geleistet und die Linux-Oberfläche für diesen kleinen Bildschirm optimal angepasst. Windows verbietet sich für diese geringe Auflösung und Plattenkapazität von selbst, wer's trotzdem probieren möchte: Eine Treiber-CD für Windows ist im Paket enthalten.

Für den täglichen Bedarf liegt an Anwendungen alles bei, was die meisten brauchen: Open Office, Thunderbird und Firefox, Programme für die Verwaltung und Anzeige von Videos (nicht H.264-fähig), Bildern und E-Books, Skype, Messaging. Die geringe Auflösung stört bei vielen Anwendungen nicht, aber beim Surfen: Im Firefox ist häufiges Scrollen in alle Richtungen nötig.

Asus konnte für diesen Preis nur Billig-Hardware einsetzen: Ein Celeron M mit 900 MHz und 512 KByte L2-Cache mit Chipsatz Intel 915GML aus der vorletzten Intel-Generation steckt im Gehäuse. Trotz der schwachen Hardware starten die Anwendungen zügig und das Booten verläuft für Windows-Vista-geplagte Anwender außerordentlich schnell.

Auf Strom sparen ist das System nicht getrimmt, deshalb wird die Tastatur warm und der Lüfter läuft ab und zu, allerdings hört man ihn so gut wie nicht. Die Laufzeit beträgt trotz Strom schluckender Hardware wegen des großen Akkus 3,3 Stunden, beim Abspielen von Videos rund 3 Stunden.

Das Laden des Akkus ist ein Kapitel für sich, denn das schicke Netzteil ist zu schwach um den Eee PC zu betreiben und den Akku gleichzeitig schnell zu laden: Bei ausgeschaltetem Gerät steht der Akku nach zwei bis drei Stunden bereit; läuft der Eee PC, dann vergehen 4,4 Stunden, bis der Akku gefüllt ist.

Viele Daten darf man nicht mit auf Reisen nehmen: Statt Festplatte hat der Eee PC eine per SATA angebundene Flash-Platte (SSD, Solid State Disk), die nur knapp 4 GByte fasst. 2,3 GByte des Flash-Speichers belegen bereits Betriebssystem und Anwendungen, für den Anwender bleiben gerade mal 1,4 GByte Speicherplatz übrig. Ein großer USB-Stick oder eine SD-Karte (die im Slot an der rechten Seite einsetzbar ist) könnten daher ständige Begleiter des Eee PC werden.

Das Display ist gerade so hell genug für Innenräume, nicht aber für helle Umgebungen, etwa draußen bei Sonnenschein. Der Blickbereich ist groß genug, der Kontrast hoch. An Erweiterungsmöglichkeiten bringt der Eee PC einiges mit: 3 USB, Mikrofon, Audio out, 100-MBit-LAN, SD/MMC-Schacht, WLAN (802.11 a/b/g) und VGA. Letzteren konnten wir bis 1280 × 1024 betreiben, die höhere Auflösung von 1680 × 1050 gelang uns nicht. Der Sound über die beiden Lautsprecherchen links und rechts des Displays ist erstaunlich laut und klar, lediglich bassarm; das interne Mikrofon nimmt viel zu leise auf. Unser Modell hat noch eine Kamera oben am Display eingebaut.

Sofern der taiwanische Preis von 240 Euro für dieses Modell auch in Deutschland gilt, dann hat Asus mit dem Eee PC einen echten Kracher im Programm. Der Kleine ersetzt zwar weder weder Notebook noch PC, aber als stabiler Rechner unterwegs, der alle benötigten Anwendungen bereits mitbringt, schick aussieht und in jede Tasche passen dürfte, ist er unschlagbar – und konkurrenzlos: One Laptop per Child muss den ursprünglich 100-Dollar-Laptop genannten XO für knapp 200 US-Dollar verkaufen und hat weiter mit Verzögerungen zu kämpfen; Intels Classmate gibts nur für Regierungsorganisationen. (jr)

[1] Jürgen Rink, Bildung trotz Business, Intels Antwort auf den 100-Dollar-Laptop, www.heise.de/mobil/artikel/94793
[2] Jürgen Rink, Kinderleicht lernen für alle, Das Projekt "One Laptop Per Child" geht in die kritische Phase, www.heise.de/mobil/artikel/88439


Asus Eee PC 701 4G
HerstellerAsus
LieferumfangNetzteil, Handbuch, Kurzhandbuch, Treiber-DVD für Windows XP
AnwendungenOffice, Mail, Web, Multimedia, Utilities
ProzessorCeleron M
Display7,1 Zoll (15:9, 800 × 480)
Chipsatz / GrafikchipsatzIntel 915 GML / Intel GMA 900
Hauptspeicher512 MByte
SSD-SpeicherSATA (4 GByte, davon 1,4 GByte frei)
AnschlüsseLAN, Kopfhörer, Mikro, VGA, USB, WLAN
Weiteresinternes Mikrofon, Speicherkartenleser (SD-Card, MMC), Kamera (480 × 320 Pixel)
AkkuLithiumIonen (4 Zellen, 48,5 Wh)
Maße22,6 cm × 16,4 cm × (2,6 … 3,7) cm
Gewicht mit Akku924 g
Preisnoch nicht bekannt (in Asien umgerechnet 240 €)

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