HDR-/4K-TV Medion Life X14903 von Aldi im Test Update

HDR-TV  Medion Life X14903 von Aldi im Test

Test & Kaufberatung | Test

Heute gibt es bei Aldi-Nord den HDR-fähigen Medion Life X14903 für 380 Euro. c't hat den 49-Zöller getestet: Er ist zwar keine Schönheit, zeigt aber schöne Bilder – und kommt mit ein paar Einschränkungen.

Der Medion-Fernseher Life X14903 ist kein Designer-Stück, was man für 380 Euro aber auch nicht erwarten sollte. Sein Gehäuse ist mit 9 Zentimetern relativ dick geraten und wird von einem 1,5 cm breiten Rahmen (unten 2,5 cm) eingefasst. Das schwarze Plastikgehäuse ist vorn glänzend und im Rücken mattschwarz. Es ruht auf metallfarbenen, leicht geschwungenen Füßen. Die Video- und TV-Anschlüsse sind nach hinten rausgeführt – wer den Fernseher an die Wand hängen will, braucht gewinkelte Stecker für AV- und TV-Kabel.

Außer drei HDMI-Ports und einem analogen VGA-Eingang zum Anschluss älterer Notebooks findet man auf der etwas robust wirkenden Anschlussplatine einen optischen Audioausgang. An der Seite befinden sich neben dem CI-Karten-Slot zwei USB-Buchsen für Speichermedien, ein analoger Composite-Videoeingang und die Klinkenbuchse für den Kopfhörer. Medion hat hier also alles nötige vorgesehen – bei vielen aktuellen Fernsehern anderer Hersteller ist das leider nicht mehr so.

Der 49-zöllige Medion Life X14903 (MD 32030) ist recht leicht; wer will, kann den großen Karton deshalb auch allein aus der Aldi-Filiale tragen. Fürs Aufbauen – das ebenfalls eine Person allein bewältigen kann – benötigt man einen sehr kleinen, einen mittleren und einen sehr kräftigen Kreuzschlitz-Schraubendreher. Erstgenannten für die Fernbedienung: Deren Batteriefach ist mit einer winzigen Schraube gesichert – das hält zwar Kinderfinger ab, doch ohne Lösen der schnell verlustig gehenden Schraube kann man die mitgeliefertem Batterien nicht einlegen.

Medion Life X14903 (12 Bilder)

Die Füße des Life X14903 muss man aus je zwei Plastikgußteilen zusammensetzen und unter großem Kraftaufwand an das Display schrauben.
(Bild: c't)

Die beiden Füße setzt man aus je zwei billig wirkenden Kunststoff-Spritzgussteilen zusammen. Man muss sie unter hohem Kraftaufwand miteinander verschrauben – und dafür einen etwas massiveren Dreher einsetzen. Das Ganze wird anschließend in den Rücken eingesetzt und mit je drei Schrauben befestigt. Besser als bei Ikea: Sämtliche Montageteile sind mit kleinen Nasen versehen und damit eindeutig positionierbar.

Die mitgelieferte Fernbedienung könnte aufgeräumter sein, leigt aber guti in der Hand und hat viele Direkttasten.

Ganz oben auf der leicht keilförmigen, arg lang geratenen Fernbedienung befindet sich eine weißrote Netflix-Taste. Der Medion-Riegel liegt zwar gut in der Hand mit Daumenposition auf dem Steuerkreuz für Menüeingaben, Programm- und Lautstärketasten, man kommt dann aber nicht gleichzeitig an die oben liegenden Zifferntasten.

Die Reaktion auf Eingaben erfolgt nicht immer zuverlässig, was den wabbeligen Tasten geschuldet ist. Die Tasten für Programmumschaltung und Lautstärke sind etwas labberig. Medion hat sie durch eine metallfarbene Beschichtung optisch hervorgehoben. Dummerweise spiegeln sie dadurch, was irritiert. Der niedrige Preis des Fernseher muss hier wohl über eingeschränkte Ergonomie hinwegtrösten.

Medion führt gut durch die Installation, alle Schritte werden mit kurzen Texten erläutert. Für den TV-Empfang stehen Receiver für Kabel, Satellit und Antenne bereit – für jeden Empfangsweg einer. Diese Triple-Tuner genannte Variante bietet weniger als sogenannte Dual-Tuner, die zwei Empfangswege parallel öffnen. Die braucht beispielsweise, wer eine Sendung aufnehmen und gleichzeitig einen anderen Sender schauen will. Da der Medion-Fernseher keine Aufnahmemöglichkeiten besitzt, genügt der Triple-Tuner.

Im Verlauf der Installation haben wir wie üblich die Suche nach Updates angestoßen. Medion bietet dafür unter Aktualisierungsoption zwei Varianten an: eine per Internet und eine über die TV-Verbindung. Die flinke Netzsuche fand kein Update, die Aktualisierung über den TV-Programmanbieter dauerte ewig, ein Update gab es zum Testzeitpunkt aber auch dort nicht. Die Software-Version 3.47.10.0 MED auf dem gekauften TV stammt vom 13.12.2017, die Firmware-Version ist 3.44.0.0.

Für die Verbindung ins Internet hält Medion eine Ethernet-Buchse und WLAN bereit – letzteres funkt außer im 2,4-GHz-Band sogar mit 5 Gigahertz; die drahtlose Anbindung funktionierte im Test problemlos.

Bevor man eine Online-Verbindung starten kann und Zugriff auf HbbTV bekommt, muss man durch die Datenschutzbedingungen scrollen, um zum Zustimmungs-Häkchen zu gelangen und den Opt-In abzunicken.

Das Online-Portal ruft man über den roten Home-Button über dem Steuerkreuz auf. Es stammt laut Datenschutzbestimmungen von Vestek Elektronik. Wer den Startbildschirm für Apps selbst gestalten will, muss sich zunächst bei Medion anmelden. Ohne Anmeldung gelangt man beim Druck auf die Home-Taste stets auf ein kleines Menü mit drei Schaltflächen für Netflix, YouTube und Medion.

Besonders schlank ist der Medion Life X14903 nicht.

Die nach dem Suchlauf gefundenen Sender kann man sortieren und in vier Favoritenlisten organisieren. Der Medion Life X14903 zeigt im TV-Betrieb ist angenehm klares Bild, auch SD-Sender werden ordentlich hochgerechnet. Hier gibt es nichts zu meckern, auch die Voreinstellungen für Bild und Ton sind ordentlich.

An seinen drei HDMI-Eingängen unterstützt der Fernseher HDR. Zuvor muss man allerdings den gewünschten Eingang im Menü unter Einstellungen/Quellen/ von "Regulär" auf "Verbessert" stellen.

Im Werkszustand ist für den TV- und Videobetrieb als Bildmodus "Natürlich" voreingestellt, außerdem ist "Energiesparen maximal" aktiv. Ob und wann HDR angezeigt wird, gibt das Menü nicht preis.

Die Hintergrundbeleuchtung kann man nur im Modus "Energiesparen Benutzerdefiniert" verändern. In allen anderen Energiesparmodi bleibt der Helligkeitsregler ausgegraut (aber auf dem zuletzt eingestellten Wert). Wählt man "Energiesparen Aus", schaltet sich das Display aus – der Sinn dieser Funktion bleibt unklar.

Im Film-Preset ist als Farbtemperatur "Mittel" voreingestellt, hier stellt man besser auf "Warm", damit Gesichter nicht zu bleich aussehen. Der Schwarzwert ist in diesem Modus etwas niedriger, allerdings neigt das Display dann auch dazu, sehr dunkle Graustufen nicht mehr aufzulösen.

Es gibt einen Spielemodus, in dem der dynamische Kontrast deaktiviert ist. Dies deutet darauf hin, dass die dynamische Kontrastregelung zu Latenzen führt – ob das stimmt, werden wir noch prüfen.

Wählt man im Home-Menü "Medion", öffnet sich das eigentliche Menü mit Apps für weitere Inhalte und Anbieter. Medion unterstützt hier recht promiment Videocity, außerdem hat man Zugriff auf Mediatheken und weitere Anwendungen wie die Kicker-App oder die der Berliner Philharmoniker. Eine App für Amazon Prime fehlt dem Medion-TV hingegen.

Der Druck auf die Netflix-Taste führt einen wie gewünscht zum Streamingdienst, Filme werden in 4K und mit HDR gestreamt. Beim Netflix-Streaming ist die Taste für Bild- und Toneinstelllungen auf der Fernbedienung deaktiviert. Immerhin lassen sich über das Optionen-Menü die Bildmodi wechseln: Zur Auswahl stehen "Dynamisch" (überzeichnet), "Natürlich" (farblich gut, sehr dunkle Bereiche saufen ab), "Film" (wirkt je nach Bildinhalt etwas matt), "Spiele" (großer Farbumfang, gute Graustufenauflösung, etwas überzeichnet) und "Sport" (ähnlich wie Spiele, etwas kleinerer Farbumfang, dunkle Bereiche zu hell).

Beim Streamen von YouTube kann man mehr einstellen, hier öffnet sich beim Druck auf "Bild" im Optionen-Menü das komplette Bildmenü. Einen kleine Patzer erlaubte sich der Fernseher bei unseren Streaming-Versuchen von YouTube: Nachdem wir in einem Video mehrfach gespult hatten, hängte sich das TV auf. Danach half nur Stecker ziehen.

Von USB-Speichern spielt der Medion Life X14903 Videos, Bilder und Musik ab. Auch hier decodiert der Fernseher das kontraststarke HDR-Format. Das Fensehprogramm aufnehmen kann der X14903 dagegen nicht, eine PVR-Funktion für den USB-Port fehlt.

[Update 15.3. 20:00h]

Der Medion Life X14903 lässt sich ganz wunderbar als riesengroßer Monitor nutzen. Als wir ihn von einer Nvidia Gforce GTX 980 mit 4K-Signalen fütterten, nahm der Fernseher die 3840 × 2160 Bildpunkte problemlos entgegen und zeigte sie auf seinem Schirm an. Bei Format auf „Vollbild“ wird jeglicher Overdrive deaktiviert und die Darstellung pixelgenau angezeigt.

Das Medion-Display stellt PC-Signale pixelgenau dar und zeigt sie unverzüglich an. Bei sehr schnellen Bewegungen werden Objektkanten unscharf.

Es gibt am X14903 fast keine Latenz zwischen Bildausgabe und -anzeige, weshalb sich auch schnelle Mausbewegungen nicht wie am Gummiband anfühlten. Allerdings ist das Panel nicht besonders flink, es zeigen sich Schlieren an sehr schnell bewegten Objektkanten. Damit taugt der große TV-Schirm zwar noch für Strategiespiele, aber kaum für schnelle Shooter.

Im Desktop-Betrieb gefiel uns das Bild in den Presets Natürlich oder Film am Besten: Hier mussten wir nur noch den Schärferegler auf Null stellen und im erweiterten Menü den dynamischen Kontrast deaktivieren. Anschließend sah die Darstellung von Desktop, Browser oder Textverarbeitung gut aus.

Einzig die ungleichmäßige Ausleuchtung mindert den guten Bildeindruck: Unser Bildschirm ist in der Mitte deutlich heller als an den Rändern, er zeigt quasi ein helles Kreuz. Während das bei Videos und im TV-Betrieb wenig auffällt, sieht man es am PC deutlicher.

Trotzdem macht es Spaß, die große Schirmfläche am PC aufzuteilen und mehrere große Fenster anzuzeigen, in denen viel Platz zum Scrollen ist. Man sollte die Schirmgröße aber nicht unterschätzen: Wer direkt vor dem X14903 sitzt, muss den Kopf bewegen, um die Bildfläche zu erfassen – das wird auf Dauer ermüden.

Der Fernseher zeigt schön satte Farben und höhere HDR-Kontraste. Die Wiedergabe von entsprechende Inhalten wirkt angenehm knackig. – auch wenn das eingebaute IPS-Panel kein sonderlich sattes Schwarz erzielt. Dafür erreicht es im Auslieferungszustand auf einem komplett weißen Schirm eine Leuchtdichte von über 450 cd/m2.

Die Leistungsaufnahme im Auslieferungszustand entspricht mit 59 Watt dem auf dem Energielabel angegebenen Wert. Hierfür sorgt im Wesentlichen die Energiespareinstellung "Maximal": Sie zieht die Hintergrundbeleuchtung auf etwa 42 von 100 (was im Menü aber nicht direkt angezeigt wird, der Helligkeitsregler ist ausgegraut). Insbesondere der dynamische Kontrast sorgt für Helligkeits- und damit Energiebedarfsänderungen – stellt man ihn aus, bleibt es bei circa 57 Watt.

Die Leuchtdichte liegt im Werkspreset bei rund 400 cd/m2 (gemessen mit 50% Weißanteil im Bild). Der Schwarzwert im selben Bild beträgt gut 0,4 cd/m2. Damit erreicht das Display einen In-Bild-Kontrast von knapp 1000:1. Hierbei handelt es sich um erste Abschätzungen, genauere Messungen stehen noch aus.

Bis Lautstärke 15 – Maximum ist 100 – klingt der Fernseher halbwegs ausgewogen, wie üblich fehlen aber die Bässe und Volumen. Bei höheren Lautstärken greift die internen Soundregelung: Ab 50 regelt der Fernseher die lauten Spitzen runter und die leiseren Passagen hoch. Weil das aber nicht schnell genug erfolgt, wabert der Ton ab dann unschön hin und er.

Die angebotenen Tonpresets sind wenig brauchbar. Zwar hebt die Sprachvoreinstellung die Höhen deutlich hervor, was die Sprachverständlichkeit verbessert. Allerdings zischt der Fernseher darin auch ordentlich. Am ehesten gefiel uns der Modus Klassik und mit Abstrichen Musik. Noch besser, man mischt sich mit dem Equalizer den Sound nach eigenem Gusto zusammen – oder schließt eine Hifi-Anlage mit ordentlichen Lautsprechern an.

Der Medion-Fernseher macht seine Sache insgesamt ordentlich: Er beherrscht wie versprochen das kontraststarke HDR-Format, kann streamen und rechnet im TV-Betrieb die eingespielten Inhalte gut auf seine 4K-Auflösung hoch. Seine Schwachpunkte: Der Ton ist mäßig, er kann keine TV-Sendungen aufzeichnen und bietet keine Streaming-App für Amazon Prime Video.

Das Äußere des TVs wird dem Preis gerecht: Für 380 Euro bietet Aldi respektive Medion kein Designerstück, aber eine gute Bildqualität. Wer auf die PVR-Funktion verzichten kann und Videos von Amazon gegebenenfalls per Fire TV Stick streamt, ist mit dem Medion Life X14903 gut bedient.

[Beitrag wurde um Test am PC ergänzt]

(uk)


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