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Homesite: HTML-Editor für Windows 95 und NT

Wissen | Hintergrund

What you see is what you get' läßt sich beim WWW-Authoring meist nur ansatzweise erreichen, zu unterschiedlich sind die Browser. Auch aus anderen Gründen bevorzugen viele Web-Designer quelltextbasierende HTML-Editoren wie Homesite. Dieser besticht vor allem durch sein ausgeklügeltes Äußeres.

Web-Designer unterteilen sich in zwei Archetypen: Der Bequeme will sich nicht um die Details des zugrundeliegenden HTML-Codes kümmern müssen, sondern mit WYSIWYG-Werkzeugen möglichst schnell und komfortabel Seiten erstellen. Der Genaue sucht die exakte Kontrolle über das erzeugte Dokument sowie die Freiheit individueller Gestaltung und nimmt dafür in Kauf, HTML von Hand programmieren zu müssen. Arbeitet er unter Windows 95 oder NT, so wird er Homesite schätzen.

Tags für Grafiken, Tabellen, Kommentare, Anker und Skriptbefehle sowie gewöhnlichen Text stellt der Editor in sieben unterschiedlichen Farben dar, so daß sich auch komplizierte Seiten leicht durchschauen lassen. Ein Mausklick rückt komplette Textblöcke ein oder aus, und die mehrstufige Undo-Funktion sorgt für Schreibkomfort, wie man ihn von guten Textverarbeitungsprogrammen gewöhnt ist.

Die Tags braucht der Programmierer nicht von Hand einzugeben, sondern kann sie über die Symbolleiste einfügen. In dieser sind die HTML-Befehle mittels Registern sehr übersichtlich in zwölf Gruppen eingeteilt. Die Liste der unterstützten Tags umfaßt neben den jüngsten Internet Explorer- und Netscape-Erweiterungen auch fast alles, was HTML 3.0 zu bieten hat. Zusätzlich stehen Erweiterungen für das Datenbank-Gateway Cold Fusion sowie die Active Server Pages von Microsofts Internet Information Server 3.0 zur Verfügung. Sechs individuell gestaltbare Menüleisten nehmen darüber hinaus benutzerdefinierte Befehle auf.

Sofern es Sinn macht, präsentiert Homesite dem Programmierer ein Dialogfenster, über das er die zugehörigen Parameter einfügen kann. Beim Integrieren von ActiveX-Controls etwa wählt er den entsprechenden Dateinamen über einen Dialog aus und Homesite generiert einen HTML-Befehl mit der Objekt-ID des Control. Bei Cascaded Style Sheets lassen sich einerseits die Standardattribute wie Fonts und Einrückungen und andererseits die gewünschte Syntax (STYLE ... /STYLE, SPAN STYLE ... /SPAN, STYLE = und {}) angeben.

Auch bei der Verwaltung kompletter Sites geht Homesite seinem Anwender zur Hand. So kann es mehrere HTML-Dateien zu einem Projekt zusammenfassen, über Dateigrenzen hinweg nach Textsequenzen suchen und diese ersetzen. Die derzeit im Betatest befindliche Version 2.5 bietet außerdem eine Funktion zum automatischen Verifizieren von Links und zur Ermittlung des 'Gesamtgewichts' einer Web-Seite (der aufsummierten Größe von HTML-Code und Grafiken).

Die Verwaltung größerer Sites vereinfacht auch der Datei-Explorer, der sich bei Bedarf einblenden läßt. Überhaupt ist die flexibel an die eigenen Anforderungen anpaßbare Oberfläche sehr gut gelungen. So bettet sich die auf HTML beruhende Hilfe ins Hauptfenster neben dem Editierbereich ein, in dem der Entwickler ungestört weiterarbeiten kann.

Viele HTML-Editoren haben einen Vorschaumodus, Homesite realisiert diese Funktion jedoch vorbildlich angenehm: Über zwei Register wechselt der Anwender jederzeit zwischen dem Entwurfs- und dem Ansichtsmodus. Hierfür kann er neben dem eingebauten Browser auch den Internet Explorer benutzen. (jo)


HomeSite v2.0 (Shareware, US-$ 39,95) und v2.5 (kostenlose Beta) gibt es über die Web-Seite http://www.dexnet.com/homesite.html sowie in der c't-Mailbox.

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