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Mac-Homebanking: BankUp und OpenBank

Wissen | Hintergrund

Seit Jahren schielt die Mac-Gemeinde neidisch auf die Homebanking-Lösungen für den PC. OpenBank, eine neue Systemerweiterung der Hartwerk GmbH aus Berlin, könnte jetzt auch auf dem Macintosh den Weg für neue und günstige Lösungen ebnen.

Die Systemerweiterung OpenBank ist modular mit einer Plug-In-Architektur aufgebaut und kann so einfach und schnell im Funktionsumfang angepaßt und erweitert werden. Das Bank-Plug-In implementiert eine Kontostammdatenverwaltung mit Zugangseinstellungen und Transaktions-Codes sowie Funktionen zum Ausführen von Überweisungen, Lastschriften und Umsatzabfragen.

Der Transfer wird auf drei verschiedene Arten unterstützt: per Screen, ZKA und DTA. Beim Screen-Transfer füllt OpenBank automatisch die Masken aus, die man als Benutzer mit einem T-Online-Decoder selbst ausfüllen müßte. ZKA (Standard des Zentralen Kreditausschusses) läuft zwar auch über T-Online, bedient sich aber einer speziellen Schnittstelle zur Übertragung. DTA (Datenträgeraustausch) schreibt eine Datei auf eine DOS-formatierte Diskette, die man anschließend zur Bank bringt. Dieses Verfahren eignet sich besonders für größere Transaktionsvolumen. Das Wissen, wie und mit welchen Masken eine Bank Transaktionen abgewickelt haben möchte, steckt in speziellen Banken-Plug-Ins. Das BTX-Plug-In übernimmt den Verbindungsaufbau mit T-Online und kümmert sich um die korrekte Übertragung der Daten. Durch den Einsatz der Communications Toolbox arbeitet das BTX-Plug-In mit Modems und ISDN-Adaptern gleichermaßen. Anstelle des mitgelieferten Mark/Space-BTX-Moduls kann man auch ein anderes CEPT-Modul verwenden. Neben der vollständigen Implementation aller zum Homebanking notwendigen Funktionen ist die Modularität eine Stärke von OpenBank. Neue Zugänge zu den Banken, etwa per Telnet, lassen sich durch Ergänzen eines neuen Plug-Ins leicht nachrüsten. Angeblich werden bereits 3000 Banken unterstützt.

Der Hersteller (support@hartwerk.com) bietet Entwicklern ein SDK an, um die OpenBank-Komponente in eigenen Programmen zu unterstützen. Mehr als neun Befehle sind dazu nicht erforderlich. Die Weitergabe von OpenBank ist kostenfrei. Der Benutzer kann die Homebanking-Funktionalität auch testen, ist aber auf fünf Zeichen Buchungstext beschränkt. Um diese Beschränkung aufzuheben, muß jedes einzelne Konto bei OpenBank freigeschaltet werden.

Um zu zeigen, welche Fähigkeiten in OpenBank stecken, hat Hartwerk die Referenzsoftware BankUp erstellt, mit der man den gesamten Funktionsumfang von OpenBank nutzen kann. Das Programm zeichnet sich durch einfache und intuitive Bedienung aus. Konten lassen sich komfortabel anlegen, Überweisungen und Lastschriften können offline erfaßt werden. Sämtliche Empfänger kann man in einer Liste speichern; sie stehen dann bei der Erstellung einer Überweisung per Einblendmenü zur Verfügung. Für die angelegten Konten werden Listen mit den bereits getätigten Transaktionen geführt. Um Daten auszuwerten oder grafisch aufzubereiten, kann man sie in andere Programme exportieren. Bereits vorhandene Daten lassen sich ebenso importieren.

BankUp ist sicher nicht die ultimative Homebanking-Applikation. Das will sie auch gar nicht sein, sondern lediglich demonstrieren, was mit der OpenBank-Technologie möglich ist. Trotz der gelegentlichen Probleme bei der Bildschirmaktualisierung macht das zügige Arbeiten mit dem OpenBank/BankUp-Gespann Spaß. Die Übertragungsgeschwindigkeit läßt dank des effizienten ZKA-Transfers jede Decoderlösung erblassen. Für 79 DM (30 DM Shareware-Gebühr für BankUp, 49 DM für ein Konto) erhält man eine Lösung, die für die meisten Privatanwender ausreicht. Bleibt zu hoffen, daß die vielversprechende OpenBank-Technologie auch von anderen Entwicklern aufgegriffen wird. Die Finanzsoftware 'Profit' von Berlin Bytes unterstützt sie ab Version 2.0, 'GIROmat' von MacStation und 'MacKonto' von MSU sollen in Kürze folgen. (se)


BankUp und OpenBank (bankup.hqx, Shareware, 30 DM für BankUp und 49 DM pro Konto für OpenBank) finden sich unter http://www.hartwerk.com/download/ sowie in der c't-Mailbox.

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