Heimrouter-Konfiguration

Router optimal einrichten

Praxis & Tipps | Praxis

Hardware-Router vermitteln mit einer Vielzahl an Optionen dem Netzwerk-Laien das Gefühl, irgendetwas Wichtiges ausgelassen oder falsch eingestellt zu haben. Dabei ist es ganz einfach, einen Router sicher zu konfigurieren.

Ob der Router nun mit einem komfortablen Web-Interface glänzt oder nur eine Telnet-Konsole anbietet   zur Konfiguration nimmt der Verwalter über das lokale Netzwerk Kontakt mit dem Gerät auf. Der erste Schritt dazu ist natürlich das Verkabeln. An Router mit integriertem Switch schließt man einfach einen PC an. Falls das Gerät nur eine Buchse hat, verhält es sich entweder wie ein Rechner und wird daher mit einem der üblichen Netzwerkkabel an einen normalen Port des Hub oder Switch angeschlossen. Um einen solchen Router direkt mit dem Konfigurationsrechner zu verbinden, benötigt der Verwalter bisweilen ein Netzwerk-Kabel mit gekreuzten Adern Cross-Kabel genannt.

Oder der einzelne Anschluss ist wie bei der Fritz!Box von AVM als Switch-Port beschaltet und der PC findet mit einem normalen Netzwerkkabel direkten Anschluss. Beide Kabelvarianten lassen sich gefahrlos ausprobieren, denn Ethernet-Anschlüsse nehmen beim Verpolen keinen Schaden.

Dass die Verkabelung stimmt, zeigen die Link-LEDs an Router und Netzwerkkarte an. Die Zeit für diese Sichtkontrolle sollte man sich unbedingt nehmen, denn falsche Verkabelung ist auch bei erfahrenen Netzwerkverwaltern eine der häufigsten Fehlerursachen.

Aktuelle Router enthalten einen DHCP-Server, der den Rechnern im LAN die Netzwerkeinstellungen mitteilt. Auch wer in seinem Netzwerk feste IP-Adressen vergeben hat, sollte den Konfigurationsrechner auf DHCP umstellen, bis er den Router fertig konfiguriert hat, um falsche Netzwerkeinstellungen als Fehlerquelle auszuschließen.

Wenn im lokalen Netzwerk schon ein anderer DHCP-Server läuft, legen die widersprüchlichen Informationen das LAN lahm. In diesem Fall verbindet man den Router direkt mit einem PC und integriert ihn erst nach dem Konfigurieren mit deaktiviertem DHCP-Server ins Netzwerk.

Wer bisher die Internetverbindungsfreigabe von Windows (ICS)benutzt hat, um mehrere Rechner ins Internet zu bringen, sollte sie nun abschalten. Denn erstens übernimmt ja der Router die Aufgabe und zweitens enthält auch ICS einen DHCP-Server, der sich mit dem im Router beißt.

Beim Booten besorgt sich der Konfigurationsrechner vom DHCP-Server im Router alle nötigen Netzwerkeinstellungen. Unter Windows zeigt der Befehl ipconfig die aktuellen Einstellungen an. Als "Standardgateway" sollte die Adresse des Routers erscheinen, wie sie in der mitgelieferten Dokumentation steht. Häufig lautet sie 192.168.1.1 oder 192.168.0.1, vom zweiten Fall gehen die weiteren Beschreibungen in diesem Artikel aus. Die angezeigte IP-Adresse muss zu der des Routers passen: Die Teile, in denen die "Subnet Mask" auf 255 steht, müssen identisch sein. So gehört zur Router-Adresse 192.168.0.1 normalerweise die Subnet Mask 255.255.255.0 und eine IP-Adresse des Rechners, die mit 192.168.0. beginnt. Welche Adressen zu einem Netzwerk gehören, verrät Ihnen unser Netzwerk-Rechner.

Wenn alles stimmt, startet man den Web-Browser und kontrolliert die Proxy-Einstellungen. Entweder sollte hier gar kein Proxy eingetragen sein oder die Adresse des Routers muss auf der Liste der Ausnahmen stehen, die ohne Proxy angesprochen werden. Nun gibt man die Adresse des Routers mit vorangestellter Dienstekennung "http://" ein.

Falls nun die Startseite der Router-Konfiguration nicht erscheint, obwohl alle Netzwerkeinstellungen auf dem Client korrekt sind, hilft als letzte Maßnahme eventuell ein Hardware-Reset des Routers auf seine Werkseinstellungen. Die dazu nötigen Schritte unterscheiden sich je nach Router-Modell, sollten aber in der Dokumentation oder den FAQ-Seiten des Herstellers im Internet beschrieben sein. Typischerweise genügt es, den Reset-Knopf am Router für mindestens 20 Sekunden gedrückt zu halten.

Zwischendrin ein Tipp für größeren Komfort während des Konfigurierens: Bis alle Einstellungen des Routers ganz den eigenen Wünschen entsprechen, sind mehrere Sitzungen mit dem Web-Interface fällig. Daher sollte man den Router in die hosts-Datei des Konfigurationsrechners eintragen. Bei Windows XP liegt sie im Verzeichnis System32\Drivers\Etc unterhalb des Windows-Verzeichnisses, bei älteren Windows-Versionen direkt im Windows-Verzeichnis. Unix-Systeme benutzen in der Regel die hosts-Datei aus dem Verzeichnis /etc. Unabhängig vom Betriebssystem steht in jeder Zeile der hosts-Datei eine IP-Adresse, gefolgt vom zugehörigen Namen. Um der Adresse 192.168.0.1 den Namen "router" zuzuordnen lautet der Eintrag also

192.168.0.1 router

Dann reicht im Adressfeld des Browsers die Eingabe "router", um die Web-Konfiguration zu öffnen.

Damit der Browser die Konfigurationsseiten immer vom Router lädt, statt veraltete Informationen aus dem Cache anzuzeigen, sollte man entweder häufig den "Aktualisieren"-Knopf klicken oder den Browser passend umkonfigurieren. Beim Internet Explorer heißt die Option "Neuere Versionen der gespeicherten Seiten suchen: Bei jedem Zugriff auf die Seite" und versteckt sich in den Einstellungen für "Temporäre Internetdateien". Bei Opera findet sich die Option "Auf Veränderungen überprüfen" unter "Verlauf und Cache". Firefox bietet dafür keinen Schalter.

Außerdem sollte man auf den Konfigurationsseiten möglichst den "Zurück"-Knopf des Browsers nicht benutzen, sondern die entsprechenden Links auf den Seiten. Manche Router bekommen sonst nicht mit, welche Seiten der Anwender schon bearbeitet hat und übernehmen andere als die gerade angezeigten Einstellungen.

Schließlich merken sich manche Geräte die Einstellungen zunächst in einem Zwischenspeicher und übernehmen sie erst beim nächsten Router-Reboot, der per Klick im Web-Interface ausgelöst wird. Daher passen die angezeigten Daten vorher oft nicht zu denen, die der Router gerade verwendet.

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