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Macintosh-Monitormodi bequemer umschalten

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In der Bildbearbeitung die höchstmögliche Auflösung, beim Spielen die niedrigste, aber fürs Briefeschreiben eine dazwischen - auch wenn der Mac seine Monitormodi seit jeher ohne Neustart umschalten kann, geht es noch bequemer: SwitchRes schaltet alle technisch möglichen Auflösungen frei und speichert zudem noch die von bestimmten Programmen bevorzugten ab.

Ein Macintosh erkennt über die sogenannten Sense-Leitungen automatisch, welcher Bildschirm angeschlossen ist, um dem Anwender die passenden Auflösungen bereitzustellen. Das funktioniert allerdings nur mit Apple-Monitoren und DDC-Modellen zuverlässig. Da man die meisten Multiscan-Geräte über einen Adapter betreiben muß, der dem Mac bestimmte Sense-Leitungen vorgaukelt, ist dort die Auswahl der verfügbaren Modi eingeschränkt.

Mit SwitchRes liefert Stéphane Madrau aus Frankreich eine ebenso elegante wie gründliche Lösung für das Problem. Sein Paket besteht nicht nur aus einem Kontrollfeld und der für solche Tools obligatorischen Systemerweiterung. Wer mag, installiert zusätzlich eine passende Kontextmenü-Erweiterung oder ein Modul für die Kontrolleiste. Auf Wunsch steht auch ein globales Menü bereit, das sich im rechten Teil der Menüleiste niederläßt.

Im Unterschied zu anderen Lösungen geht SwitchRes die Aufgabe, dem Benutzer Zugriff auf alle vom Grafiksystem darstellbaren Auflösungen und Bildwiederholfrequenzen zu verschaffen, sehr professionell an. Eine Liste führt zunächst nur die von Apple vorgegebenen Einstellungen auf, die weiteren Konfigurationen werden dann auf Befehl eingeblendet. Eine gewünschte Auflösungsstufe wird durch einen Testlauf auf ihre Verträglichkeit für den Monitor abgeklopft, bevor das Programm sie freigibt. SwitchRes erzeugt dann ein Menü mit den verfügbaren Einstellungen. Wer mag, definiert Profile aus Farbtiefe, Auflösung und Bildwiederholrate. Diese Profile, die sich mit Namen kennzeichnen lassen, treten ebenfalls per Menüaufruf oder auch durch frei festzulegende Tastenkombinationen in Aktion.

Die insbesondere für Spieler entscheidende Funktion besteht aber darin, für bestimmte Programme bestimmte Auflösungen zu speichern: Startet man beispielsweise Tomb Raider, schaltet es automatisch in die von Lara bevorzugte Umgebung um und nach dem Beenden des Spiels wieder zurück. Mit Hilfe einer Liste kann man Programme auch davon ausschließen, etwa weil sie bei bestimmten Auflösungen Probleme verursachen. Die Liste ermöglicht es auch, den Anwendungen eine gewünschte Lautstärke zuzuordnen.

Wo das MacOS nach jedem Ändern der Auflösung automatisch alle Icons auf der Finder-Oberfläche neu plaziert, so daß jede mühsam ausgeklügelte Anordnung verlorengeht, löst SwitchRes auch dieses Problem. Es speichert wahlweise automatisch oder auf Befehl die Lage aller Symbole auf dem Desktop, um sie dann nach dem Umschalten korrekt wiederherzustellen.

Das Programm beeindruckt durch gelungene Integration ins MacOS: Es teilt dem System ordnungsgemäß die gewünschte Auflösung mit und vermeidet dadurch ein mehrfaches Umschalten beim Systemstart, wie es andere Lösungen mit sich bringen. Auch mit dem gleichzeitigen Betrieb mehrerer Monitore hat SwitchRes keine Probleme. Um deren Einstellung zu vereinfachen, legt man Profile mit den entsprechenden Parametern an. PowerBook-Anwender können per Tastendruck die Spiegelung des eingebauten Bildschirms auf den externen Videoausgang umschalten, nützlich etwa für Präsentationen.

Eine Warnung zum Schluß: Je höher man die Auflösung und die Bildwiederholrate wählt, desto stärker wird die Belastung für den Monitor. Das gilt besonders im Dauerbetrieb. Man sollte also nicht bis an die Grenze gehen, die sich beispielsweise durch ungewohnte Geräuschentwicklung ankündigen kann - auch wenn SwitchRes das ermöglicht. (psz/se)


SwitchRes 1.5.4, Shareware für MacOS ab 8.0, Download unter http://www.multimania.com/madrau/ oder aus der c't-Mailbox.